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Happy New Year!

Zweimal volles Haus beim 7. Neujahrssingen der Gastronomen im Anker

Christoph-Graebel_O-Zone Größeres Bild

Mit coolem Blick und lässiger Geste überspielte so mancher Star des Abends vor seiner Performance das Lampenfieber. Life on stage und im Kostüm war davon kaum was zu spüren. Ob als Lou Bega oder Skunk Anansie, die Yankees oder George Michael – die Kneiper, Kellner und Köche begeisterten im Anker wie Profis. Kein Flop dabei, die Spannung hielt bis zum Schluss.

Die Erstauflage des »Neujahrssingens der Gastronomen«, das Maike Beilschmidt 2007 mit dem legendären Paul Fröhlich aus der Taufe hob, hatte Mark Daniel in der LVZ damals noch als »Experiment« angekündigt. Am vergangenen Wochenende stand der Stammsänger des Events zum ersten Mal auch als Moderator auf der Bühne, um mit der Produzentin gemeinsam durch zwei Abende zu führen. Da der Anker im vergangenen Jahr fast aus den Nähten platzte, fuhren sie mit Sängern, Musikern, Technikern und Backstage-Partnern eine Doppelschicht. Was für ein musikalisches Potenzial lauert da wohl hinter so mancher Kneipentür! Der Jubel von rund 1.700 Gästen an beiden Tagen gibt den Akteuren recht, der Aufwand hat sich gelohnt. Nicht zuletzt auch für die Leipziger Kulturpaten, die sich auf die Spende des Einnahmenüberschusses freuen dürfen.

Nach der Vorband Bye Bye griff als Erster Tonelli zum Mikrofon und gab als Lou Bega den »Mambo No. 5«. Für Glanz auf der Bühne sorgten da nicht nur die glitzerblauen Kleider der exzellenten Backgroundsängerinnen Dörte Simon und Sabine Martick. Wie bei allen anderen Darbietungen auch standen jeweils authentische Kostüme, Schminke und vor allem die Musik der Band Paratox für professionelle Performances. Andreas Bürger vom Volkshaus legte als Style Council einen starken Auftritt hin, ebenso wie die Mitstreiter vom Beyerhaus als Fury in the Slaughterhouse oder jene vom Spizz, die »Halbstark« von den Yankees sangen. Als Frau mit großer Stimme bleibt der Auftritt von Skunk Anansie für das Geyserhaus in Erinnerung, erst recht der von Alice Cooper. Wie der Moderator ausplauderte, hatte Franz Uhlig bei der letzten LVZ-Weihnachtsfeier einen derart grandiosen Auftritt hingelegt, dass er es last minute ins Line-Up des Neujahrssingens schaffte. Die Moritzbastei trat ausnahmsweise nicht im Trio auf, sondern entsandte Torsten Reitler solo als George Michael mit »Freedom«. Nach ihm legten Horns Erben alias Fanta 4 eine tolle Vorstellung hin, gefolgt von Neil Young, der für die Arbeitslosenzeitung Kippe die Bühne enterte. Stilecht und textsicher begeisterten die Jungs von der naTo als Boss Hoss – nur Publikumsgast Lina aus Brandenburg durfte den Text von Marianne Rosenbergs »Er gehört zu mir« vom Blatt ablesen. Dafür überraschte sie stimmlich und ganz ohne Probe. Nach ihr kam er: weißes Hemd, quietschgrüne Trainingshose, knallgelbe Turnschuhe, Hosenträger, Sonnenbrille: Für Leipzigs größtes Stadtmagazin kreuzer rockte Christoph Graebel den Saal mit »Dragostea Din Tei« von O-Zone. Nach seinem bejubelten MA-I-A HI, MA-I-A HU; MA-I-A HO, MA-I-A HA-HA hielten die Künstler von der Megabar als Gerry Rafferty mit live gespieltem Saxophon die Spannung hoch. Das funktionierte dank professioneller Präsentation auch beim Auftritt von Plan B – schrill und schön wie Pink selbst. Da konnte als krönender Abschluss nur noch der Auftritt von Campino mithalten, den Torsten Junghans von der Vodkaria »An Tagen wie diesen« hatte.

Und die Moderatoren selbst? Sie führten souverän durch den Abend und überraschten mit einem Duett. Ihr »So nah’ am Feuer« geriet dank der ausgeteilten Wunderkerzen dann gar zum sphärischen Ereignis. Mit der erwarteten Konfetti-Kanone zum Abschluss leiteten alle Künstler stimmungsvoll die After Show Party ein. Happy New 2013!