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Editorial 08/2013

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der August-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe erklärt, was es in diesem Heft zu lesen gibt.

Ach ja, die Liebe. Kaum hat man sie, da ist sie auch schon wieder fort. Aber egal, was solls. Wäre dieses Heft ein Woody-Allen-Film, würden wir es mit einem Scherz beginnen. Zum Beispiel mit diesem hier: Kommt ein Mann zum Doktor: »Herr Doktor, mein Bruder ist verrückt geworden, er hält sich für ein Huhn!« Doktor: »Warum bringen Sie ihn dann nicht in die Klinik?« Mann: »Würde ich ja tun, aber ich brauche die Eier.«

Jedenfalls: Für alle, die auch die Eier brauchen, haben wir ein paar Texte über die Liebe und das Drumherum geschrieben und dazu hübsche Bilder gemalt. Los gehts mit einer Geschichte von kreuzer-Korrespondentin Joanna Itzek über Mücken, isländische Liebhaber und Woodys ultimative Rumkriegtricks. Als Bonus gibt es die besten Liebestipps von Dr. Barry White-Summerlove, die erst mit aufgeschnalltem Umschnalldildo so richtig kreativ wird. Außerdem besuchten wir eine Klinik für Intimchirurgie, grillten mit Polyamoristen und begaben uns auf eine poetische Suche nach legendärer Liebe und dem Tod. Abgeschlossen wird die große kreuzer-Liebesstrecke von einem Interview mit der bezaubernden Schriftstellerin Anke Stelling, die nicht nur textsicher aus Kinoschnulzen zitiert, sondern auch weiß, warum man zwischen der Liebe als Gefühl und der Liebe als gesellschaftlichem Phänomen unterscheiden sollte.

Zuweilen trägt die Liebe Früchte, kleine süße Menschlein, die strampeln und gut riechen, meistens jedenfalls. Spätestens an dem Punkt könnte es kompliziert werden, Stichwort: Kinderbetreuung. Am 1. August tritt der Rechtsanspruch für die Betreuung aller Kinder bis zum Alter von sieben Jahren in Kraft. Wir haben uns angeschaut, wie die Situation in Leipzig ist und eine Prognose für die Lage in zwei Jahren errechnet. Unsere Gastkommentatorin Christin Melcher weist schon auf die nächste Diskussion hin: Geht es heute noch um die bloße Zahl an Kitaplätzen, so wird in Zukunft verstärkt über deren Qualität zu reden sein.

Ziemlich heiß wird es im Sommer dann und wann auch mal in Leipzig, statistisch gesehen häufen sich die extremen Wetterphänomene und damit auch die Hitzewellen. Kreuzer-Autorin Thyra Veyder-Malberg hat sich schlau gemacht, wie eine Stadt wie Leipzig darauf reagieren kann.

Ausgepufft hat es sich für kreuzer-Kneipenreporter Robert Reimer. Er versuchte sich an den Bordellen dieser Stadt, natürlich nur in den Wartebereichen, um für unser Liebes-Spezial-Heft eine Rotlichtkneipenreportage zu schreiben. Nachdem er eine Woche lang nicht erreichbar war, ging in der Redaktion folgende Nachricht von Reimer ein: »Der Ausflug ins Rotlichtmilieu ist leider gescheitert. Ich habe mir zwei Puffs angeschaut, aber niemand wollte sich bereit erklären, etwas zu erzählen. Zudem gab es fast nur weder Deutsch noch Englisch sprechende Angestellte aus der Ukraine und Umgebung. Die Situationen waren auch recht heikel. Deswegen habe ich eine Kneipe namens Major’s Pub in Gohlis angesteuert. Die älteren Frauen dort grabschen auch. Hoffe, das wird reichen. Ansonsten könnte ich es nächstes Wochenende noch mal in einem anderen Puff probieren.« Reimer probierte es nicht noch mal im Puff, die Geschichten aus dem Major’s Pub waren mehr als ausreichend für einen wie immer bunten Kneipenreport.

So siehts aus, liebe Leserinnen und Leser! Vergessen Sie nie: Ein Happy End hat vielleicht nen miesen Ruf, aber es kommt vor.

Nicht lang quatschen, Liebe machen! Ihr

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Ein Kommentar

  1. Metulczki | 20. August 2013 | um 21:13 Uhr

    Liebes Kreuzer- Team,
    werter Robert Reimer,

    in losen Abständen bin ich immer mal wieder Gast im Majors Pub – so auch vor einigen Tagen und musste den „Kneipenreport“ von Robert Reimer zur Kenntnis nehmen.
    Also, ich habe diese Kneipe so noch nie erlebt. Natürlich ist der Laden eine echte Bierschwemme oder Boazn, wie in Bayern zu derben Lokalen gesagt wird – und das es so ist, ist gut so!
    Sie, lieber Robert Reimer haben hier aber wohl eher ihre Projektionen und Fehleinschätzungen zu Blatt gebracht und wandelten wohl auf Möchtegern- Bukowski- Spuren. Und dies ziemlich gnadenlos.

    Ich hatte hier noch nie Probleme, wurde immer freundlich bedient, nie belästigt oder politisch zweifelhaft „zugetextet“. Oft waren und sind auch Künstler und Literaten aus ganz Deutschland meine Begleitung, alle fühlten sich wohl und hatten nichts zu beanstanden.
    Und das mit dem Fussball…ein sehr guter Freund ist manchmal etwas scherzhaft- gewagt „drauf“ . Er antwortete auf die Frage eines Pub- Gastes ( LOK- Anhänger), welcher Verein unsere Liebling sei: RB Leipzig. Es gab einen Blick, eine sachliche Diskussion und man trank friedlich weiter Bier.
    Da habe ich in anderen Lokalen nun wirklich schon anderes erlebt (es geht nicht um Fussball), gerade und auch in Läden die in eine andere Richtung tendieren.

    Zum Thema grabschende ältere Frauen und die Schilderung einzelner Gäste – oberflächlich, projezierend, arrogant und verächtlich. Vielleicht meinen Sie es ja nicht so, aber etwas mehr Respekt bitte.

    Ausserdem haben Sie wohl die von Ihnen gemachten Handyfotos unautorisiert veröffentlicht. Wie mir übereinstimmend mitgeteilt wurde, haben Sie keinen der abgebildeten Gäste um Erlaubnis gefragt.
    Dies ist sicherlich nicht nur menschlich, sondern auch rechtlich problematisch.
    Die Gäste im Glauben zulassen, Sie verbringen einen ganz normalen Kneipenabend im Pub, dann in Gespräche zu verwickeln und „auszuhorchen“, empfinde ich ebenso als unanständig.
    Einige der genannten und abgebildeten Menschen haben inzwischen ernsthafte Probleme am Arbeitsplatz, hoffentlich nicht mit den schwersten Konsequenzen.
    Über diese Folgen haben Sie, Herr Reimer und die Kreuzer- Redaktion nicht nachgedacht, sehr verwunderlich und ärgerlich.

    Artigst,
    Metulczki