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»Es muss knallen! Punkt!«

Die Metalheadz über Markkleeberg, Bandbewerbungen und völlig Durchgeknallte

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Seit zehn Jahren heizen die Metalheadz die Leipziger Undergroundhölle ein – Zeit für ein Gespräch mit den beiden Köpfen Pappe und Niebe.

kreuzer online: Wie war das vor zehn Jahren, warum zogt ihr aus, um Metal zu veranstalten?

METALHEADZ: Wir haben uns über Preispolitik, Geldmacherei und schlechten Musikgeschmack anderer geärgert. Wollten beweisen, dass man Fan sein muss, um seine Gäste und deren Bedürfnisse und Wünsche zu verstehen. Wir sind selber noch immer die größten Fans. Wir brauchten drei Versuche, dann hatten wir den Dreh raus. Wir wollten Besonderes, keine halbherzigen Konzerte! Zudem gab es zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht viele Konzerte und auch nichts in der Umgebung. So fing das damals an in Markkleeberg. Unsere ersten Konzerte haben wir noch mit Handy, Festnetztelefon und Brief organisiert. Facebook und Myspace gab es noch nicht und E-Mail hatte kaum einer. Heute kann jeder Idiot auf Facebook organisieren.

kreuzer online: Irgendwann reichte euch Markkleeberg nicht mehr, Leipzig sollte erbeben.

METALHEADZ: Uns sind Bands abgesprungen, weil sie lieber in Leipzig spielen wollten. Unsere Gäste bestehen zu 80 Prozent aus Leipzigern. Wir sind selber alle nach Leipzig gezogen.

kreuzer online: Was treibt euch immer wieder an, eine Menge Arbeit und finanzielle Risiken auf euch zu nehmen?

METALHEADZ: Wir lieben diese Musik und deren Fans! Die Leipziger sind hungrig nach Metalheadz-Partys. Abgesehen davon: Braucht nicht jeder ein Hobby?

kreuzer online: Nach welchen Kriterien sucht ihr die Bands aus?

METALHEADZ: Es muss knallen! Punkt! Tourangebote nur, wenn sie cool sind. Wir suchen uns Bands lieber selbst raus. Bewerbungen sind dabei belastend. Wir bekommen Anfragen von Leipziger Bands, die es in zehn Jahren nicht geschafft haben, eines unserer Konzerte zu besuchen! Diese fallen als erste raus.

kreuzer online: Ihr habt ein Netzwerk von Veranstaltungsorten aufgebaut, die ihr als feste Orte habt. Ist das leicht in Leipzig oder herrscht eher Raumknappheit?

METALHEADZ: Es ist für jede Größe von Veranstaltung eine passende und hochwertige Location vorhanden. Unser Netzwerk wird 2014 gar um zwei Locations erweitert. Wir wollen ein breites Spektrum abdecken, jeden glücklich machen, auch die Läden.

kreuzer online: Wie groß ist die Metalheadz-Crew?

METALHEADZ: Zwei Chefs, 14 Crewmädchen. Im Ernst: Ohne diese Crew würde nichts laufen! Schließlich fährst du keine Veranstaltung mit nur zwei Leuten. Im Großen und Ganzen ist das ein eingeschworenes Team, jeder kennt und hat seine Aufgaben – das fetzt. Wir sind sehr froh, im Laufe der Zeit diese Mitstreiter gefunden zu haben!

kreuzer online: Die Metalheadz-Konzerte sind heute die Säule des Leipziger Undergrounds. Stolz?

METALHEADZ: Ein klein wenig, aber im Grunde realistisch und glücklich über die Situation.

kreuzer online: Wie würdet ihr die Leipziger Metal-Szene beschreiben?

METALHEADZ: Völlig durchgeknallt! Die Hochburg in Ostdeutschland. Die alternative Szene wurde letztens auch von Chaple of Disease gelobt. Die Band war einen Tag eher angereist, um Leipziger Kultur zu genießen.

kreuzer online: Zum Zehnjährigen lasst Ihr es mehr als ordentlich krachen: Habt Ihr Euch mit den Bands selbst ein Geschenk gemacht?

METALHEADZ: Absolut! Wir finden die Bands selber knorke! Schlafen: Schon seit Tagen unmöglich.

kreuzer online: Wen würdet ihr gern mal nach Leipzig holen – und wann macht ihr das wahr?

METALHEADZ: Zwei unserer absoluten Lieblingsbands: Totenmond und Warhammer endlich am 7. Dezember im UT Connewitz. Wir lassen uns von unseren Gästen gern Tipps geben. Leider sind die Empfehlungen meistens ihre eigene Band oder Kumpels. Gute Geheimtipps sind rar. Eigene Träume und Wünsche haben wir, aber das verraten wir keinem …

Fleisch-Festival: 12.10., Halle 5
Party: 17 Uhr, Konzertbeginn: 19 Uhr
http://www.metalheadz.pytalhost.de

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