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»Wir befriedigen die Bedürfnisse von Menschen mit Appetit auf einen Whopper«

Die Filialleiterin des neuen Burger Kings auf der Karli über ihre Pläne

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Die Fastfoodkette Burger King hat auf der Karl-Liebknecht-Straße ihr größtes Restaurant in Leipzig eröffnet. Der kreuzer sprach mit Martina Hamelow, der Leiterin der Filiale, über Standortfaktoren, gastronomische Vielfalt und den Hunger junger Menschen.

kreuzer: Wieso ist die Entscheidung für diesen Standort gefallen?

MARTINA HAMELOW: Aus unternehmerischer Sicht ist dies für uns ein folgerichtiger Schritt. Die Innenstadt von Leipzig verfügt bereits über ein großes Angebot an Schnellrestaurants, so dass der Bedarf dort größtenteils gedeckt ist. Die Südvorstadt bietet hingegen noch viel Potenzial für unser gastronomisches Angebot. Dort leben viele Singles, Studenten und junge Familien, also genau die Menschen, die gern zu verschiedenen Tageszeiten in unseren Restaurants essen gehen. Aber auch viele unserer Mitarbeiter leben seit Jahren in der Südvorstadt. Zudem bot sich für uns durch den Neubau an der Ecke Karl-Liebknecht-/Paul-Gruner-Straße die Möglichkeit, ein attraktives und modernes Gebäude zu beziehen, das gut zu unserem Unternehmen passt.

kreuzer: Wer auf der Karl-Liebknecht-Straße unterwegs ist, wird kaum Probleme haben, Fastfood und, vor allem, auch sehr abwechslungsreiche Burgerkreationen zu bekommen. Weshalb reihen Sie sich in dieses Angebot ein?

HAMELOW: Wir sehen diese gastronomische Vielfalt als durchaus positiv an und denken, dass ein weiteres Angebot nicht schaden kann. Wir setzen in diesem Punkt auf die Offenheit der Menschen. Wer beispielsweise abends zum Feiern auf der Karli unterwegs und hungrig ist, der hat die freie Wahl; dazu gehören bald auch die Produkte von Burger King. So gesehen entwickelt sich die Gastronomie vor Ort weiter und befriedigt somit auch die Bedürfnisse von Menschen, die Appetit auf einen Whopper oder frischen Salat haben.

kreuzer: Wie passt Ihrer Meinung nach eine weltweit agierende Kette in das gastronomische Angebot auf der Karli, das stark alternativ und kleinteilig geprägt ist? Wie passt Burger King zum Flair auf der Karli?

HAMELOW: Wir wissen natürlich, dass die Karli ihr ganz eigenes Flair hat. Allerdings konnte man über die Jahre beobachten, dass die Südvorstadt sich mit der Zeit auch weiterentwickelt. Das merkt man zum Beispiel an der Situation auf dem Wohnungsmarkt, die sich mittlerweile geändert hat, oder an neu entstandenen Geschäften. Heute gibt es dort auch eine Filiale von Subway oder Bagel Brothers und die Menschen können entlang der Karli sowohl im Bio-Supermarkt als auch im Aldi einkaufen gehen. Das spricht in meinen Augen dafür, dass in der Südvorstadt vor allem Vielfalt und Offenheit geschätzt werden. Wir möchten mit unserem Restaurant Teil dieser dynamischen Entwicklung werden.

kreuzer: Manche Anwohner äußern sich skeptisch bis ablehnend gegenüber dem Burger King auf der Karli. Dies hat sicher einiges mit dem Selbstbild der Anwohner und dem Image der Karli zu tun. Wie wollen Sie diese Skepsis ausräumen?

HAMELOW: Restaurantketten wie Burger King werden immer ein geteiltes Echo hervorrufen, das ist nicht nur in unserem Fall so. Wir können nicht verhindern, dass es Skepsis gegenüber unserem neuen Restaurant auf der Karli gibt, wissen aber auch, dass unser Projekt und unsere Produkte durchaus auf Zustimmung stoßen. Aus diesem Grund begegnen wir Kritik und Skepsis mit der für uns üblichen Offenheit und können alle Anwohner nur dazu einladen, unsere Produkte und unseren Service zu testen. Wir freuen uns auf eine gute Nachbarschaft in einem der interessantesten Viertel Leipzigs.

kreuzer: Wie wollen Sie die Öffnungszeiten handhaben?

HAMELOW: Wir passen uns den üblichen Öffnungszeiten der örtlichen Gastronomie an. Unter der Woche wird unser Restaurant tagsüber geöffnet sein, an den Wochenenden bis in die frühen Morgenstunden.

kreuzer: Der LVZ gegenüber hieß es, dass Sie mit 25.000 bis 30.000 Kunden im Monat rechnen. Welchen Anteil daran kalkulieren Sie für die Schüler aus den nahe gelegenen Schulen ein?

HAMELOW: Ehrlich gesagt spielen Schülerinnen und Schüler in unseren Kalkulationen keine gesonderte Rolle, das heißt, wir planen nicht mit einer speziellen Zahl von Jugendlichen. Diese gehören ganz normal zum Kreis unserer Kunden wie Studenten oder auch Singles und Familien. Dass unser Restaurant in der Nähe einiger Schulen entsteht, ist für uns nicht von großer Bedeutung. Uns ging es bei der Auswahl in erster Linie um das Potenzial des Gebäudes.

kreuzer: Einige der Gastronomen im Süden fürchten angesichts der für fast zwei Jahre geplanten Umbaumaßnahmen auf der Karli um ihre Existenz. Mit welchen Gefühlen sehen Sie dem Umbau entgegen?

HAMELOW: Bei den Planungen für diesen Standort haben wir die Umbaumaßnahmen bereits einkalkuliert. Da unser Bauabschnitt erst ab 2015 an der Reihe ist, haben wir noch ein wenig Zeit. Zudem profitieren wir davon, dass unsere Kundschaft zu einem Großteil aus hungrigen Fußgängern und Radfahrern besteht. Das heißt, wir sind durch den fehlenden Autoverkehr zwar auch eingeschränkt, können dies aber gut kompensieren.

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Dein Kommentar

8 Kommentare

  1. Tom | 6. Januar 2014 | um 17:14 Uhr

    Naja, ich finde es eigentlich nicht schlecht, dass ein Burger King in diesem Standort aufmacht. Ich werde nicht hingehen, da es mir dort nicht schmeckt. Ich kann aber die Ablehnung nicht verstehen. Burger King gibt sich nach Außen hin wenigstens offen und ist damit den intellektuellen, liberalen und hippen Südvorstädtern schon mal in einem Punkt voraus. Die Ablehnung kommt ja auch nicht allein durch die Ablehnung einer globalisierten Fast-Food-Kette, sondern aus der Angst heraus, so ein Laden könnte in der ach so alternativen Südvorstadt auch noch angenommen werden. Das rüttelt an dem liebevoll aufgebauten Statussymbol, in der Südvorstadt zu wohnen.

    Niemand hat vor, einen Whopper zu essen! ;-)

  2. Nancy Kieckbusch | 9. Januar 2014 | um 15:43 Uhr

    Allein die Überschrift des Artikels ist reiner Hohn. Höhnischer geht es weiter mit dem Standort direkt gegenüber vom Biomare. Was soll das? Hätte man eine Bürgerabstimmung vorab gemacht, gäbe es diesen Laden in tausend Jahren nicht. Ich schließe mich meinem Mitkommentatoren an…Ich und viele andere wollen diesen Laden nicht. Er ist kontra zu dem, was von immer mehr Menschen hier gelebt wird…Wir müssen Nein sagen zum Töten nicht uns in der Mittagspause sämtliche Arterien mit Schweineäbfällen zukleistern…

  3. Tom | 10. Januar 2014 | um 12:06 Uhr

    @Nancy
    Und das ist ja das schöne! Wir können alle NEIN sagen. Ob der Laden nun da steht oder nicht. Es liegt an UNS nein zu sagen.

    Umso besser ist doch Standort, wenn jeder Burger-King-Kunde aus dem Fenster schaut und sieht, dass es auch eine Alternative (also BIOMARE) gibt. Vielleicht stößt das an, umzudenken. Vielleicht überlegt sich der bewusste Mensch ja schon vor dem Besuch der Fast-Food-Filiale, ob er nicht doch im gegenüberliegenden Laden was Essen möchte. Dahinsichtlich ist der Standort für die uns doch so angestrebte Entschiedungsfreiheit idealst. Besser noch, als in der Innenstadt, möchte ich meinen.

  4. Inch | 23. Januar 2014 | um 13:17 Uhr

    Mir gefällt der Laden an dem Standort auch nicht. Mir gefällt er an überhaupt keinem Standort.
    Trotzdem verstehe ich die Aufregung nicht. Wenn alle Südvorstadtbewohner gegen den Laden sind, wird er doch bald wieder verschwinden, oder?
    Es liegt also an den Bewohnern selber. Lippenbekenntnisse, großes Getöse, oder Abstimmung mit den Mäulern.
    Ich sah da allerdings letztens Leute drinnen sitzen und, was? Whopper? essen