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Leipziger Katholiken feiern Homo-Ehe

Neue katholische Gemeinde lädt Homosexuelle zur kirchlichen Trauung ein

Weltoffener Kirchenneubau, Foto: Propstei St. Trinitatis Leipzig Größeres Bild

Die katholische Trinitatis-Gemeinde in Leipzig macht es vor: Wie ihr Pfarrer jetzt mitteilte, will die Gemeinde am kommenden Samstag erstmals homosexuelle Paare kirchlich trauen. Für diesen Tag war bisher nur die Einweihung des Kreuzes am neu gebauten Kirchturm geplant. »Unsere Gemeinde will mit dem Kirchenneubau auch ein menschliches Zeichen setzen. Wir laden alle schwulen und lesbischen Paare ein, am Samstag den Segen Gottes für ihre Partnerschaft zu empfangen«, sagt Lothar Vierhock, Pfarrer der Propstpfarrei St. Trinitatis.

Damit betritt die Gemeinde religiöses Neuland: Bisher war in der katholischen Kirche keine Trauung oder Segnung homosexueller Paare möglich. Bereits im September letzten Jahres hatte Papst Franziskus jedoch tolerante Signale geäußert: »Wenn eine homosexuelle Person guten Willen hat und Gott sucht, dann bin ich keiner, der sie verurteilt«, sagte das Kirchenoberhaupt damals. Jetzt bekräftigt Bischof Heiner Koch des Bistums Dresden-Meißen, welchem die Gemeinde in Leipzig untersteht, diese Tendenz und will in seinem Bistum mit gutem Beispiel vorangehen. »Der Kirchenneubau ist unsere Gelegenheit, ein Zeichen für eine weltoffene katholische Kirche in Leipzig zu setzen«, sagt der Bischof.

Hartmut Rus vom Lesben- und Schwulenverband Sachsen (LSVD) begrüßt die Toleranz-Offensive: »Ich freue mich, dass die Leipziger Gemeinde homosexuelle Paare traut und damit die Ankündigungen des Papstes in die Tat umsetzt.«

Noch bis Freitag können die Trauungen bei Pfarrer Vierhock angemeldet werden. Der für Samstag geplante »Kreuzeinhub«, bei dem ein sieben Meter hohes Kreuz am Kirchturm angebracht werden soll, wird damit gleichzeitig zur großen Hochzeitsfeier. »Alle Menschen sind in unserer neuen Kirche willkommen, auch homosexuelle Paare«, verspricht Pfarrer Vierhock.

Katholische Propsteipfarrei St. Trinitatis: 9 80 06 35, pfarramt@propstei-leipzig.de

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Dein Kommentar

5 Kommentare

  1. Elisabeth | 4. April 2014 | um 11:30 Uhr

    Auch am 1. April sollte ein gewisses Niveau erhalten bleiben. Im Namen einer Kirchgemeinde die Trauung homosexueller Paare anzukündigen ist geschmacklos und ihr Artikel, der ja ein Aprilscherz sein soll, weist für Außenstehende verwirrende Überschneidungen zur Realität auf, denn in der katholischen Kirche sind zwar keine Trauungen, wohl aber Segnungen homosexueller Paare möglich. Dass dies nun Leute für einen Scherz halten ist traurig. Sie zerstören mit solchen Aktionen die Bemühungen der katholischen Kirche, Offenheit zu demonstrieren und schüren den Unmut von Homosexuellen gegen die Kirche, wenn diese denken, dass die neue Offenheit leider nur ein April-Scherz ist!

  2. antje | 4. April 2014 | um 12:50 Uhr

    Schade, wirklich schade, dass es nur ein Aprilscherz ist!

    Ich schließe mich Elisabeth an: nicht wirklich gelungen, das Thema ist zu wichtig – und wenn es bereits Öffnungen der Kirche gibt, wurde diese nun leider konterkariert.

    Ich hoffe, eine Meldung dieser Art macht es bald als echte Meldung durch die Medien.

  3. Markus Kowalski | 5. April 2014 | um 15:05 Uhr

    Liebe Elisabeth und Antje,

    dieses in der Tat wichtige Thema haben wir als Aprilscherz benutzt, um eine Meldung zu produzieren, wie wir sie selbst gerne lesen würden, sozusagen eine Utopie. Dazu ein Augenzwinkern zum 1. April an die Katholiken. Meiner Meinung nach sollte dieses Thema in Bezug auf den religiösen Umgang damit nicht nur biernernst behandelt werden.

    Viele Grüße
    Markus Kowalski (Redaktion)