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Riesenechsen und kleine Perlen

Die Kinostarts im Überblick und was sonst noch Filmisches in der Stadt geschieht

godzilla_2014 Größeres Bild

Ein übermächtiger Schatten legt sich in dieser Woche über die Kinostarts, wolkenkratzergroß und millionenschwer. In diesem Schatten tummeln sich aber dennoch zwei mutige Filme für Echsenverächter. Unsere Empfehlungen in der kreuzer-Filmwoche.

Gareth Edwards muss sich fühlen wie der Steppke im Süßwarenladen. Mit dem außergewöhnlichen Genrefilm »Monsters« hatte er aber auch die bestmögliche Visitenkarte vorgelegt und bewiesen, dass er ein Herz für Riesenviecher hat. Eigentlich ist seine Interpretation der radioaktiv verstrahlten Echse dann auch fast der gleiche Film wie sein Erstling mit einem sichtbar größeren Budget. Erneut beweist er sein Gespür für die Gefühlswelt derer, denen vollkommen egal ist, was unter ihnen über den Boden kreucht. Wenn Godzilla und Muto, ein gigantisches geflügeltes Insekt, aufeinandertreffen geht es um das Gleichgewicht der Natur. Da sind ein paar zerbröselte Hochhausblocks Nebensache. Gut so, denn wer die Kinokarte für den 3D-Blockbuster löst, tut dies wegen des Spektakels. Und da liefert Gareth Edwards 120%ig ab. Man könnte ihm bzw. Drehbuchautor Max Borenstein vorwerfen, dass bei all dem Lärm die Figurenzeichnung der unbedeutenden Menschlein auf der Strecke bleibt. Aber hey, wir reden hier von »Godzilla«, der seinen Ruhm nicht zuletzt einem selbstbewussten Hang zum Trash verdankt. Gareth Edwards ist sich der Tradition höchst bewusst und streut liebevoll zahlreiche Verweise zum japanischen Original. Edwards ist Fan und alle, denen der Spaß an der Zerstörungswut wolkenkratzergroßer Urviecher bislang vorenthalten blieb, werden es spätestens jetzt ebenso sein.

»Godzilla«: ab 15.5., CineStar, Regina, Cineplex, Autokino

Pater Adam übernimmt eine kleine Gemeinde in der polnischen Provinz und baut dort ein Zentrum für Jugendliche auf. Die Begegnung mit einem exzentrischen jungen Mann, der im Ort als Außenseiter gilt, lässt unterdrückte Sehnsüchten in ihm wach werden. Der Teddy-Gewinner der Berlinale 2013 erzählt eindrucksvoll vom inneren Kampf eines katholischen Priesters. Die vollständige Kritik finden Sie im aktuellen kreuzer.

»Im Namen des…«: ab 15.5., Cinémathèque in der naTo, ab 29.5., Cineding

Vereinfacht ausgedrückt sind das Prinzip der Stereofonie zwei Soundkanäle, die einen räumlichen Eindruck erzeugen. Regisseur Maximilian Erlenwein erhebt diese Binarität zum Grundgedanken für seinen zweiten Langspielfilm, in dem er zwei Schauspielgrößen des deutschen Kinos gegenüberstellt: Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu. Auf der einen Seite, Kanal eins sozusagen, ist Rocker Erik (Vogel), der sich gerade mit seiner Freundin und deren Tochter auf dem Lande niedergelassen hat und dort eine Werkstatt betreibt. Alles läuft bestens. Bis Henry (Bleibtreu), der zweite Kanal, urplötzlich in Eriks Leben auftaucht und sich in dessen Angelegenheiten einmischt. Das Problem daran: Nur Erik kann Henry sehen. Als Erik kurz darauf von den Handlangern des Gangsterbosses Keitel heimgesucht wird, ohne dass er wüsste, warum, droht das Chaos. Denn seine kleine, heile Welt droht sich mit einem Mal in Luft aufzulösen. Die vollständige Kritik finden Sie im aktuellen kreuzer.

»Stereo«: ab 15.5., CineStar, Regina

Kurz und gut

Ein Kurzfilmprogramm von Studenten der Universität Leipzig. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften zeigen die Passage Kinos künftig studentische Kurzfilmstreifen, die an der Uni Leipzig entstanden sind.

17.5. 16 Uhr, Passage Kinos

KlangKino: The Getaway (USA 1972) – Musik: Live from Las Vegas

Die fünfte Ausgabe des KlangKinos wird heiß! Zunächst entfachen die vier Vegas Boys die Gluthitze der Wüste Nevadas im Saal, danach folgt mit »Getaway« ein Klassiker, der das Blut zum Kochen bringen wird. Eine Veranstaltung des Landesfilmdienst Sachsen e.V. Der Eintritt ist wie immer frei, um eine Spende wird gebeten.

17.5., 19 Uhr, Cineding

Lichtspiele – Kinotournee Deutscher Kurzfilmpreis 2013

Eine Auswahl von fünf Filmen der diesjährigen Preisträger und Nominierten des Deutschen Kurzfilmpreises. Der Regisseur Olaf Held wird seinen Beitrag »Short Film« vorstellen. Außerdem im Programm: »Sonntag 3«, »Sunny«, »Grünes Gold«, »Father« und »Nashorn im Galopp«.

17.5., 22 Uhr, Baustelle/Schauspielhaus

Buscando la plata

Die Cinémathèque in der naTo und das Cineding zeigen ab Sonntag den Chilenischen Dokumentarfilm »Buscando la plata« über Menschen in Santiago de Chile, die nichts besitzen außer ihrem Einfallsreichtum, um ihr tägliches Brot zu verdienen. Am Dienstag (Cinémathèque ) bzw. Mittwoch (Cineding) ist die Regisseurin zu Gast. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Ab 18.5., 20 Uhr, Cinémathèque in der naTo, Cineding

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