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Kein Karnevalsumzug

Die GSO heißt Flüchtlinge willkommen – und feiert dabei

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Das Thema ist klar. »Refugees Welcome« lautet das Motto der diesjährigen Global Space Odyssey (GSO), die sich damit so politisch eindeutig gibt wie schon lange nicht mehr. Die Demonstration der unabhängigen Kulturszene solidarisiert sich nicht nur während des zehn Kilometer langen Feier-Umzugs mit Flüchtlingen in Leipzig.

»Wir hatten den Eindruck, dass viele Besucher in den letzten Jahren nur noch zum Feiern kamen«, sagt Frank Ulrich von der Demoleitung. Doch die GSO will mehr sein als einfach nur eine Parade mit lustig geschmückten Wagen, hinter denen etwa 4.000 Menschen zu basslastiger Musik abgehen. Als kulturpolitische Demonstration wird sie stets angekündigt, in den letzten Jahren verwies sie mit den Themen wie »Mein Leipzig koof ick mir« auf Probleme mit bezahlbarem Wohnraum, der GEMA oder Freiflächen.

»Diesmal wollten wir das Thema transparenter machen«, sagt Ulrich. »Die GSO ist ja kein Karnevalsumzug«, fügt Frank Treptee hinzu, der für die thematische Planung zuständig ist. In Workshops mit den Crews haben sich die Veranstalter im letzten Jahr die Frage gestellt: Was bewegt uns? Dabei stießen sie schnell auf die Proteste von Leipziger Bürgern gegen den geplanten Moscheebau in Gohlis oder eine Flüchtlingsunterkunft in Schönefeld. »Das widersprach unserem Verständnis einer offenen Stadt«, sagt Trepte. Schließlich sei Musik global, viele der Partycrews und -veranstalter arbeiten ständig mit ausländischen Künstlern zusammen. Ohne den Beitrag Zugewanderter wäre Leipzigs Kulturszene von provinzieller Armut, heißt es im Demo-Aufruf: Schützenfest statt Afterhour. »Und es passt natürlich auch zum Namen der Global Space Odyssey«, erklärt Trepte. »Die meisten Flüchtlinge, die es bis nach Deutschland schaffen, haben wirklich eine Odyssee hinter sich.«

So wird nicht nur auf der Zwischen- und Abschlusskundgebung zur Solidarität mit Geflüchteten aufgerufen, auch gibt es ein Filmprogramm, Info-Broschüren und Artikel auf der GSO-Website, die sich mit Themen wie diskriminierenden Einlasskontrollen, Opferrollen oder der aktuellen Situation von Flüchtlingen auseinandersetzen.

Demo, 12.7.:
Start 12 Uhr, Markranstädter Straße in Plagwitz. Über die Zschochersche Straße in Richtung Felsenkeller, via Innenstadt mit Zwischenkundgebung am Rabet (Eisenbahnstraße), Abschlusskundgebung im Wilhelm-Külz-Park (Ankunft ca. 17 Uhr).

After-Shows, 12.7., je 23 Uhr:
4 Rooms: Vibes Ambassadors (Dubwize, Ragga-Jungle), Caribbean Nice Up! (Dancehall, Reggae)
Elipamanoke: Ostprodukte (Tech-House, Techno), Traumfahrergilde (Goa)
Distillery: Saturday Rave (House/Techno), BreakOut! Crew (Drum’n’Bass)
Lola Bar: La Ola Crew (Soul/Funk/Rap/Disco/Trash)

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