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Burkhard, bitte helfen!

Ein offener Brief fordert den OB auf, eine denkmalgerechte Sanierung der Hauptpost zu unterstützen

Geht hier die Post ab? Foto: Tobias Prüwer. Größeres Bild

Was haben Britta Taddiken, Pfarrerin der Thomaskirche, Zoodirektor Jörg Junhold und Wolfram Günther, Sprecher des Stadtforums, gemeinsam? Sie gehören zu »28 namhaften Persönlichkeiten« der Stadt, die einen offenen Brief der Kulturstiftung Leipzig an den Oberbürgermeister Burkhard Jung unterzeichnet haben. Darin geht es um die geplante Sanierung der Hauptpost am Augustusplatz durch die Leipziger Projektentwicklungsgesellschaft KSW. Sanierung trifft es aber nicht ganz, denn das denkmalgeschützte Gebäude soll radikal umgebaut werden und als hippes Sahnehäubchen obendrauf ein neues Dachgeschoss bekommen. Vom alten Haus und seiner Bausubstanz bleibt da nicht mehr viel übrig.

Dagegen wendet sich nun der Brief, weil die Hauptpost zu den bedeutendsten Bauten der Nachkriegsmoderne gehört. Es sei »als Architekturdenkmal denkmalpflegerisch ebenso ernst zu nehmen wie die baulichen Zeugnisse älterer Geschichtsepochen«. Das heißt übersetzt, bei der Nikolaikirche oder dem Alten Rathaus würde auch niemand auf die Idee kommen, ein weiteres Geschoss draufzupacken. OB Jung solle sich dafür einsetzen, dass die gebaute Einmaligkeit der Hauptpost bei der Sanierung nicht unter die Räder kommt.

Die Kulturstiftung hatte sich in den letzten Jahren nicht gerade oft vor den Bagger geworfen, wenn der Abbruch wichtiger denkmalgeschützter Bauten auf der Tagesordnung stand – siehe Messehallen 1 bis 3 an der Prager Straße, wo heute ein Möbelhaus den provinziellen Charme des Umlandes verströmt. Das Stadtforum zum Beispiel war da viel aktiver.

Doch sei’s drum: Wenn sich heute Architekturexperten und eine von wem auch immer so gesehene Stadtprominenz für den Erhalt der Post einsetzen, dann spricht das erstens für sie, zweitens wird es der Bedeutung des Hauses für die Stadt und die Nachkriegsarchitektur gerecht und drittens kann es hoffentlich nur helfen.

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