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»Überhaupt nicht meine Musikrichtung«

MDR goes Freie Szene: Wie Kim Fisher in den Westflügel kam

Kim Fisher singt im Westwerk, Foto: MDR/Axel Berger Größeres Bild

»Kim kommt!« Also eigentlich war Kim Fisher schon da. Im Westflügel, um in der Bar Froelich & Herrlich ihre gleichnamige Show aufzunehmen. Die Ausstrahlung startet heute. Westflügel-Geschäftsführerin Maria Koch beschreibt, wie es denn so war, zwischen Stars und Sternchen eine mobile Bar zu spielen.

kreuzer: Wie kamen MDR und Kim Fisher in den Westflügel?

MARIA KOCH: Das ist gewachsen. Ein Teil unseres Stammpublikums arbeitet beim MDR oder ist mit ihm verbunden. In einer Quizshow tauchte die Bar auch schon einmal ganz kurz auf und so ist der Westflügel wohl auf der Liste interessanter Locations gelandet. Bei dieser Sendung hat es vom Format gut gepasst.

kreuzer: Schlager passen in den Westflügel?

KOCH: Naja, Kim Fisher meinte: »Mal was anderes«, und es ging darum, etwas anders Fernsehen zu machen, als es heute in großen Hallen passiert. Alles klein, alles selbstgemacht, die Live-Musik ist wirklich live usw. Und da hat der Westflügel atmosphärisch gepasst.

kreuzer: Was haben Sie gedacht, als der MDR sein Vorhaben ankündigte?

KOCH: Ich dachte: Wunderbar, toll – und dann: Wie kriegen wir das logistisch alles hin? Es ist ja doch ein kleiner Raum, das MDR-Team ist groß und zugleich liefen die Probearbeiten fürs Figurentheaterprojekt »Faza Rem Phase« mit neun Spielern, vielen Kindern, Nannys. Es war also zur gleichen Zeit ziemlich viel los. Es hat aber alles geklappt und das MDR-Team ist mit einem Grinsen auf dem Gesicht verschwunden: »Bis zum nächsten Mal.«

kreuzer: Wie gestaltete sich der Dreh?

KOCH: Ich habe so einen Dreh noch nie miterlebt. Was mich überrascht hat, ist, dass sie es   wirklich in einem Durchgang gefilmt haben. Klar, Kim Fisher ist ein Profi, das haben wir ganz klar erlebt. Aber das Spontane war mit drin, kleine Versprecher etwa wurden nicht rausgeschnitten. Vom Konzept her sollten Stars und Sternchen von alt bis ganz jung zusammenkommen und aufeinandertreffen und sich verständigen. Daher eben auch der Gesang ohne Konserve.

kreuzer: Und wie war es für Sie?

KOCH: Wir mussten schnell lernen, wie man sich während eines Drehs bewegt, ohne die Aufnahme zu stören. Die Kamera dreht sich weg und wir konnten dann Getränke servieren. Wir waren ja währenddessen eine laufende Bar. Es hat aber gut geklappt.

kreuzer: Was haben denn die Stars und Sternchen gesagt über den Ort?

KOCH: So viel hatten wir nicht mit ihnen zu tun, dass es zu längeren Gesprächen gekommen wäre. Beim Verabschieden aber und in den Gästebucheinträgen haben wir mitbekommen, dass es schon eine gute Stimmung in ungewöhnlicher Umgebung war: »Ey, wie geil war das denn?«

kreuzer: Hat Sie jemand überrascht?

KOCH: Ich bin nicht besonders bewandert in diesem musikalischen Bereich. Matthias Reim und Roland Kaiser sind nicht meine Generation, ich habe mir anlässlich des Drehs überhaupt erst einmal angehört, was die so gemacht haben. Das ist überhaupt nicht meine Musikrichtung, aber live ist das etwas ganz anderes, wenn die Freude daran haben zusammenzusingen, wie Matthias Reim und Maschine von den Puhdys. Das hat mich am meisten beeindruckt, Reim sieht ja aus, als ob er schon viel erlebt hat an Höhen und Tiefen, und dann sitzt so ein Typ entspannt bei uns am Tresen.

kreuzer: MDR goes Freie Szene: Sollte der MDR öfter so etwas machen?

KOCH: Es muss zusammenpassen. Wenn es hieße, dass wäre jetzt so eine unerschlossene Ader und man muss als Freier-Szene-Ort jetzt beim MDR unbedingt rein, weil sich das kommerziell lohnt, bringt das nichts. Das wirkt übergestülpt. Wenn es zusammenkommt und der MDR von sich aus Ideen und Wünsche hat und sich das in der Freien Szene erfüllen lässt, dann ist das prima.

kreuzer: Schauen Sie sich die Sendung an?

KOCH: Wir schauen heute Abend mit den Helfern in kleiner Runde die Sendung – mal sehen, wie der Westflügel im Fernsehen aussieht.

»Kim kommt!«, 1.8., 20.15, MDR, http://www.mdr.de/tv/programm/sendung420920.html

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