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Heavy Mett

Hackepeter Heidegger: Das muss auch mal gesagt werden

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Martin Heideggers »Schwarze Hefte« sind nicht nur voll Nazischrott. Der Philosoph outet sich auch bluttriefend als Fleischesser: »Das Hackende des Hackbaren ist der Braten. Er hackt, indem er überbrät. So gehackt, überbrät das Hack im Bräter. Sein Wesen hat das Gehackte im Braten, es ist sein Gebrät. Was brät, was hackt?

Dasein ist Gehacktsein im Braten, es brät gehackt. Überbraten west es in der Zerhackung durch den Braten, so zwar, dass das Hackbare im gut Durch-Gebraten-Werden durch die Hacke das Anwesen des Bratens hütet. Der Mensch west als Braten in der Gehacktheit des Seins. Als geworfener Entwurf ist sein Charakter Hackbraten. Bratenlos, bedeutet seine Existenz das Zulaufen auf den Bräter. Leben ist Fortkommen im Bratschlauch. Im Tode hinterlässt der Mensch Wurst im Gedärm. Der Bräter ist die Wohnung im Gigantenschlachthaus des Seins.

Mett ist ein altes Wort für Hack. Wo falscher Hase und Igel ums Mett wettlaufen, gewinnt immer der Mettigel. Der Mensch ist der Hüter und Entberger des Hacks. Man nennt ihn das Gehöck. Das Gehöck bewahrt die Hackordnung, wacht am Schwein – und über die Schwarzwälder Hirschhorde. Schabefleisch bedeutet des Menschen Existenz, Dasein ist Formfleisch, das sich im Formen des durchgebratenen Hacks selbst versteht. Hacke, hacke, Braten, den Sinn von Sein muss man erraten. Warte nur ein Weilchen, dann kommt der Martin mit dem Hackebeilchen.

Hacken nichtet, Hackepeter ist ein Schlachtmeister aus Deutschland. Das Wesen des Hackens zeigt sich, wenn es hackt. Entborgen zeigt es sich als Verwesung, als unterbrochene Kühlkette der Ereignisse auf der Kreuzung des Seins. Hacken knallend zusammenschlagen, an dieser Gabelung der Schicksalswege. Aufgepflanzt sind Bratenmesser und Broilergestell zum gehackten Gruß ans Hackenkreuz.«

Und was hat das jetzt mit Metal in Leipzig zu tun? Keine Ahnung, aber irgendwer musste das ja mal aufschreiben. Die nächsten Konzerte mit und ohne Mett stehen auch schon an und der Hackepeter-Plumpsack wird wieder im Circle Pit umgehen. Wärmstens empfohlen ist der Gig von Humiliation aus Malaysia am 23.10. im Kulturcafé Manfreds. Die räumten mit spielfreudigem Death im vergangenen Jahr beim In Flammen ordentlich auf. Mit dabei haben sie den punkigen Death-Grind von Phalluskult (LE) und Hochgeschwindigkeits-Todesmelodeien von Orphan Execution (Falkenstein). Einen Tag später heißt es dann »Death over Plagwitz«. Das ist auch musikalisches Programm, denn spielen werden: »Slowly Rotten« (Husum), Goreputation (Duisburg), Incinerated Flesh (Ravensburg) und Grimnord (LE). Das Helheim – Glückwunsch zum Neunjährigen! – schickt Verkleidungswillige auf den Zombiewalk in Plagwitz. Weil in Leipzig derzeit mal wieder das Angebot die Nachfrage bestimmt, brummt am gleichen Tag auch im 4Rooms bei der »Foresaken-Tour« der Metal-Schädel. Thrashflegel haben einen Abriss im Osten geplant und läuten mit Décembre Noir den Nebelmonat ein. Ihre Doom-Death-Waschküche wird flankiert vom Bolzenschussgerät namens Panzerkreuzer (Dresden) – darauf müssen wir hier natürlich extra hinweisen – und den Sumpf-Metallern Dimeless (Gießen). Bandhaus oder 4Rooms – schwierch. Und am 14.11. steht das Bandhaus mit Ophis (Hamburg) & Co. allen Doom-Sinnigen offen. Reservieren kann man sich auch schon mal den 28.11., wenn Manos auf Metalheadz-Einladung aufdrehen werden. Irgendwo in Engelsdorf sollen noch die Wölfe heulen, aber da gehen eh nur Typen wie der DrachenLord hin.

Humiliation, Phalluskult, Orphan Execution, 23.10., Kulturcafé Manfreds
»Foresaken-Tour«, 24.10., 20 Uhr, 4Rooms
»Death over Plagwitz«, 24.10., 20 Uhr, Bandhaus
»The Ultimate MonsterMash«, 31.10., 19 Uhr, Helheim
»Risen From The Depths Of Doom IV«, 14.11., 20 Uhr, Bandhaus
Manos, B*C*M, Black Mood, 28.11., 21 Uhr, UT Connewitz

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