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Gesichter des Krieges jenseits der Nachrichten

»Free Syrian Angst« dokumentiert Flüchtlingsschicksale als szenische Collage

Samer Assaf (hat die Bilder gerettet) und Tareq (r.) Größeres Bild

Diese Menschen haben sichtbar Schmerzen. In Agonie ragt ein Torso aus einer bläulich-tödlichen Umgebung heraus. Auf eine Personengruppe prasselt rotglühender Feuerregen herunter. Es sind nur Bilder, Gemälde, die den syrischen Bürgerkrieg überlebten – aber sie zeigen reales Leid. Ihr Maler Zakwan Khellow ist immer noch in Aleppo. Sein Bruder Tareq hat sich retten können, lebt in einem Leipziger Flüchtlingsheim.

Über einen Dritten – eine spannende Geschichte für sich, die zu erzählen aber vom Eigentlichen ablenken würde – hat er die künstlerischen Zeugnisse hierher holen können. Nun sind sie Teil eines Theaterprojekts mit Leipziger Flüchtlingen.

»Free Syrian Angst« ist der Abschluss einer Initiative von Ost-Passage und Die Villa, in der seit dem Sommer Flüchtlinge zusammenarbeiten. »Mein Bruder will, dass die Gesichter Syriens jenseits der Nachrichtenlage bei uns gezeigt werden«, sagt Tareq Khellow. Daraus hat sich der Ansatz für die Aufführung ergeben und der syrische Fokus herausgeschält. In einer Collage szenischer Bilder berichten zehn Menschen aus ihrem Leben in der Heimat, der Flucht und ihrem Sein in der Fremde. Es entsteht ein dokumentarischer Abend über persönliche Schicksale als Amateurtheater mit Musik, das die Menschen in diesem Krieg in den Blick rückt. Und natürlich eine politische Dimension, die mehr als nur berührt in einer Zeit, in der halb Deutschland meint, sein Recht aufs »Nein zum Heim« über das Recht auf Asyl stellen zu können.

»Free Syrian Angst«, Premiere: 14.11., 20 Uhr, Tangomanie,
20. uns 23.11., 20 Uhr, Villa-Keller, 20.12., 15.30 Uhr, naTo,
http://www.ost-passage-theater.de

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