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Kalkül schlägt Demut?

Der Trainerwechsel bei RBL mag nicht wirklich überraschen, der Zeitpunkt schon

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Erste Trainingseinheit des neuen RB-Trainers – Achim Beierlorzer (seit 2014 für die U-17 zuständig und beurlaubt als Gymnasiallehrer für Mathe und Sport) – am Mittwochnachmittag am Cottaweg. Wenige Zuschauer stehen am Zaun. Die Mehrzahl sind RB-Juniorenspieler. Für sie dürfte der Trainerwechsel einen wahren Motivationsschub darstellen, zumindest im Moment.

Bereits am letzten Samstag grummelte es gewaltig in den Reihen der RB-Fans an der Seitenlinie beim Sieg der A-Junioren gegen Hansa Rostock um Trainer Kroos. Das desaströse Spiel gegen Aue der ersten Mannschaft am Abend zuvor war ebenso Thema wie das Aue-Banner und die Trainerfrage. Da fiel nicht nur der Name Klopp, sondern Worte des Unmuts, dass die erste Mannschaft wohl das Spielen verlernt hätte. Was wiederum verwunderte, weil sich die Elf in den letzten Heimspielen alles andere als überragend in Taktik und Tempo – von Ästhetik ganz zu schweigen – präsentierte. Das da schon nicht eitel Sonnenschein herrschte, zeigte nicht nur die Debatte um Kapitän Frahn.

Nun nach dem rhetorischen Gerangel in der letzten Zeit zwischen Sportdirektor Rangnick und Cheftrainer Zorniger um die Deutungshoheit von Demut und dem Ausschöpfen eines Mehrwertes, wenn Millionen in der Winterpause investiert werden, um dann beim Tabellenletzten zu verlieren, musste nach den Gesetzen des Profifußballs gehandelt werden.

Wer jetzt also das »Prinzip Leipzig« anprangert, dem sei der Film »Trainer!« von Aljoscha Pause ins Gedächtnis gerufen. Er zeigt das schnelle Kommen und Gehen von Fußballlehrern innerhalb einer Saison akribisch auf. Und das Ausspielen, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt, beherrschen Vereine aus der Provinz ebenso vorzüglich wie politisch-korrekte Traditionsvereine aus dem Norden. Wer die Bundesliga als Ponyhof missversteht anstelle eines sinnfälligen Spiegelbildes vom Turbokapitalismus mit all seinen Untiefen, sollte zu Sportarten wechseln, die tatsächlich auf Amateurebene agieren.

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