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Für die Depperten ohne Plan

Der virtuelle Stammtisch – die Netzkolumne tut was gegen Langeweile

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Laaaaaangweilig. Wenn man nichts mehr zu Legida lesen will, hat das Netz nicht viel zu bieten. Zum Glück gibts noch Til Schweiger und nachtaktive Halbaffen mit supersüßen Augen.

Langeweile macht sich breit. Also richtig. So pure, dass ich gerade zehn Minuten lang den Sprudel meines Mineralwassers beobachtet habe. Man solle ja gar kein Mineralwasser mit Sprudel mehr trinken, hört man immer wieder. Wegen Säure oder so. Die sei ungesund. Wobei man sich da mal fragen kann, in was für einer Welt man eigentlich lebt, in der Mineralwasser schon ungesund ist. Was kommt als nächstes? Tomatensaft? Gelangweilt also der Blick weg vom Wasser, direkt ins Internet. Wenn man Legidapegida mal außen vorlässt (was ich jetzt mache, aber wir sehen uns am Montag wieder), passiert auch hier nicht mehr viel. Jemand hat beobachtet, dass es weniger Katzenvideos gibt als früher. Ist das so? Kann das jemand beweisen? Gibts da Statistiken? Oder irgendeine App? Vielleicht ist Youtube auch einfach aus dem Alter raus. Happy Birthday übrigens! Zehn Jahre Filmchen im Internet. Kommt einem ja länger vor. Besitzt noch jemand Videokassetten? Apropos. Hat jemand das Dschungelcamp vom letzten Jahr aufgenommen? Denn auch hier herrschte dieses Jahr solche Langweile, dass Boulevardmedien öffentlich bekannt gaben, nicht mehr darüber zu berichten. Dabei gab es letztes Jahr noch völlig lesenswerte philosophische Abhandlungen über den Kampf der »Erloschenen« gegen die »Lebenden«, die mit dem durchgeplanten, vorhersehbaren Leben gegen die Depperten ohne Plan: Melanie gegen Larissa. Am Ende hat – wie soll es anders sein – die Langweiligere von beiden gewonnen, was man aber nicht mehr schauen kann, denn man findet nichts mehr von der Staffel: keine ganzen Sendungen, keine Ausschnitte, nichts. Youtube wurde nach zehn Jahren besiegt. Von der Staffel aus diesem Jahr wollen wir wirklich nichts mehr lesen, geschweige denn schreiben. Da halten wir es wie die Boulevardzeitungen.

Wenn man »Langeweile« googelt, kommt nach nur wenigen Treffern ein Verweis zum Leipziger Tatort. Also bei meinem Google. Da hat ja inzwischen jeder sein eigenes dank all der Algorithmen. Dabei hätte Google wissen können, dass ich den Tatort diesmal gar nicht gesehen habe, weil ich bei der Lesung von T.C. Boyle war (die leider nur eine ganz kurze Lesung war und eine sehr lange Selbstbeweihräucherung eines Deutschlandradiomoderators, bei dessen Fragen man froh war, dass T.C. Boyle überhaupt antwortete). Da hatte ich zumindest Facebook Bescheid gesagt. Boyle betreibt übrigens keine eigene Facebook-Seite. Dafür aber Til Schweiger und auf der hat er sich jetzt aufgeregt, dass Spiegel Online »irgendwelche spackos, die sich hinter irgendwelchen phantasieprofilbildern verstecken« (er meint Menschen, die twittern) zitiert. Worauf SpOn glatt antwortet und darauf verweist, dass Til Schweiger seine Filme vorher nicht der Presse zeigt, weil nur das einfache Publikum zählt. Ich als Teil des Publikums (von dieser kleinen Auseinandersetzung, nicht von Schweiger-Filmen) bin zumindest kurz amüsiert und doch kurz versucht, mir Wuttke und Thomalla noch mal anzuschauen, wo sie doch bald weg sind. Um dann auch zu meckern, wie blöd diese Leipzig-Tatorte immer (wirklich jedes Mal!) waren. Außer Wuttke – aber was soll der da noch retten?

So. Genug gelangweilt, genug genörgelt. Alta, kannste nicht mal was Konstruktives schreiben?, sieht man schon die Kommentare, die eh keiner schreibt. Na klar. Zum Beispiel zur Katzenvideoproblematik: Plumploris! Macht mehr Plumplorivideos! Beste Tiere ever. Nachtaktiven Halbaffen mit supersüßen Augen, die zu den chronischen Trinkern des Tierreichs zählen, weil sie gerne den Nektar der Bertam-Palme trinken. Ein vierprozentiges Gesöff. Prost!

 

Top 5 der Lieblingslinks

1. Was sind das für Leute, die sagen, dass sie ironisch Fernseh gucken? Du guckst das nicht ironisch. Du guckst das genauso, wie RTL will, dass du das guckst.

(und weitere sehr gute Statements zur Menschheit und zum Internet)

 

2. Niedliches Plumplori-Video

 

3. Warum niedliche Plumplori-Videos die Plumploris zerstören

http://www.sueddeutsche.de/wissen/filme-von-niedlichen-geschoepfen-youtube-videos-gefaehrden-tiere-1.1779046

 

4. Heinz Strunks drei gute Sätze:

1) Töte die Idee, oder die Idee wird dich töten

2) Die Reichen haben Eis im Sommer, die Armen haben Eis im Winter

3) Der Tod reitet schnell, aber noch schneller reitet das Leben über die Toten dahin

Noch mehr gute Sätze hier (und am Sonntag, 20 Uhr, im Täubchenthal):

 

5. Legida sollte natürlich nicht ignoriert werden. Hier gibts die Infos zur nächsten Gegendemo am Montag

https://www.facebook.com/nolegida

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