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Haltet bloß den Fluss zurück!

A La La La La Long: Die Top 99 der Sex-Songs (von Ihrem Nachbarn)

Foto: Jean Koulev Größeres Bild

Was man sich überhaupt nicht vorstellen möchte, sind andere Menschen beim Geschlechtsverkehr. Daher quälen wir Sie jetzt, liebe Leserinnen und Leser. Es ist Sommer und nicht nur die Gefühle müssen raus. In Zeiten der Datentransparenz und wo jeder jeden abhört (ja, sogar unsere Freunde, liebe Bundeskanzlerin), reicht eine kurze Mail an Spotify, um herauszufinden, zu welcher Musik es Ihr Nachbar treibt (Sie natürlich nicht, liebe Leserin, denn Sie haben Geschmack, hören nur Vinyl-Platten und keine datensammelnden Streamingdienste).

kreuzer proudly presents:

Die Sexcharts der Stadt*

(parental advisory: Es ist noch härter als befürchtet)

 

Platz 10: Puff Daddy & Faith Evans Feat. 112 – I’ll Be Missing You

Passt ja gleich wie Arsch auf Eimer in unsere kleine dreckige Hitparade: Einst von Sting als Warnung vor Kontrollwahn, Stalking und Überwachung geschrieben, benutzen Puff Daddy und Faith Evans, Witwe von The Notorious B.I.G., die Melodie, um an den getöteten Rapper zu erinnern. 18 Jahre später machen Leipziger dazu Liebe.

Platz 9: Deep Blue Something – Breakfast at Tiffany’s

Ein Song darüber, dass man nichts gemeinsam hat, außer eine gewisse Sympathie für den Film »Breakfast At Tiffany’s«.Was natürlich völlig ausreicht, um miteinander in die Kiste zu springen. Schlimmer wäre, wenn beide denselben grässlichen Musikgeschmack und eine Vorliebe für Popsongs der Neunziger hätten.

Platz 8: John Legend – All Of Me

Endlich eine richtige Schnulze. Wären wir eine Frauenzeitschrift oder einer von den Experten, die sich im Elitepartner-Forum über passende Sex-Musik austauschen, wir wären begeistert von Textzeilen wie »Give your all to me, I’ll give my all to you / You’re my end and my beginning / Even when I lose, I’m winning«. So wundern wir uns einfach nur.

Platz 7: Charles & Eddie – Would I Lie To You?

Würde ich dich jemals anlügen? Natürlich nicht. Ich mach mich hier völlig nackig.

Platz 6: Inner Circle – Sweat (A La La La La Long)

Wir sollten aufhören, uns über den Leipziger und seine Musikvorlieben für den Beischlaf lustig zu machen. Hier hat er sich sichtlich Gedanken gemacht, um das passende Lied für die Gelegenheit zu finden. »Girl, I wanna make you sweat / sweat till you can’t sweat no more / and if you cry out / I’m gonna push it some more, more.« Klarer kann die Message nicht sein. Oder geht es in diesem Song etwa um Vergewaltigung?

Platz 5: Fools Garden – Lemon Tree

Wenn man nicht wüsste, dass Anfang der Neunziger das Internet von Spotify ungefähr so weit entfernt war wie das ZDF von Markus Lanz, dann würde man denken, der Streamingdienst sei bei seiner Datenaufzeichnung aus Versehen in der Jahrzehntespalte verrutscht. Noch ein Neunziger-Hit. Allerdings wohl eher für die Beschallung des einsamen Sex geeignet. Oder wie Farin Urlaub in einem anderen Song dieser Zeit das Problem des »I’m sitting here in the boring room«-Problems kurz und treffender zusammenfasst: »Ich hab schon viermal onaniert, weil hier einfach nichts passiert.«

Platz 4: Hozier – Take Me To Church

Ups, wirklich mal ein guter Song. Denn Sex ist nicht immer nur Spaß. Im Video zum Song setzt sich der Ire Hovier mit Homophobie in Russland und in der katholischen Kirche auseinander. Ist nur zu hoffen, dass der Playlistzusammensteller das Video auch gesehen hat.

Platz 3: Ellie Goulding – Love Me Like You Do (Fifty Shades Of Grey)

So, endlich mal was Modernes. Was Erotisches, Durchtriebenes, Perverses. Der Soundtrack zu »Fifty Shades Of Grey«! Lieblingsskandalbuchfilm der Bild-Leser! Aber ach, das Lied klingt weder nach Kloppe noch nach Flachlegen oder Fesseln und Ficken. Höchstens ein bisschen nach Baumarkt.

Platz 2: Natalie Imbruglia – Torn

Verdammt, »torn« heißt ja gar nicht angeturnt. Sondern so was wie hin- und hergerissen und verbraucht. Guter Schlussmach-Song. Aber egal, sollte irgendein Mensch ernsthaft alle diese Lieder gespielt haben und der andere noch nicht schreiend weggelaufen sein, scheint Schlussmachen keine Option darzustellen.

Platz 1: James Bay – Hold Back The River

Die einzige Erklärung für den großen Erfolg dieses Liedes (nicht nur in den Leipziger Sexcharts) dürfte darin bestehen, dass James Bay ein bisschen so aussieht wie der junge Johnny Depp. Und mit dem will jeder schlafen (sogar mit dem alten). Ja, genau, jeder. Aber nicht weinen, Jungs. Ihr hört doch: Haltet den Fluss zurück!

Und hier die Top 99 zum Nachhören …


… und zum Nachlesen:

1 Hold Back The River – James Bay
2 Torn – Natalie Imbruglia
3 Love Me Like You Do – From „Fifty Shades Of Grey“ – Ellie Goulding
4 Take Me To Church – Hozier
5 Lemon Tree – Album Edit – Fools Garden
6 Sweat (A La La La La Long) – Inner Circle
7 Would I Lie To You? – Charles & Eddie
8 All of Me – John Legend
9 Breakfast At Tiffany’s – Deep Blue Something
10 I’ll Be Missing You (feat. 112) – Diddy, Faith Evans
11 I’m Not The Only One – Sam Smith
12 Narcotic – Radio Edit – Liquido
13 Stay With Me – Live From Spotify Berlin – Angus & Julia Stone
14 MMMBop – Hanson
15 Bitch – Meredith Brooks
16 When You’re Gone – Bryan Adams
17 All That She Wants – Ace of Base
18 Ordinary World – Duran Duran
19 To Be With You – Mr. Big
20 Don’t Let Go (Love) – En Vogue
21 Genie in a Bottle – Christina Aguilera
22 Sunday Morning – Maroon 5
23 I See Fire – Ed Sheeran
24 Thinking Out Loud – Ed Sheeran
25 Gangsta’s Paradise (feat. L.V.) – Coolio
26 Waterfalls – TLC
27 I’m Yours – Jason Mraz
28 …Baby One More Time – Britney Spears
29 You Get What You Give – New Radicals
30 Shake It Off – Us The Duo
31 Runaway – AURORA
32 Ready or Not – Fugees
33 I Can’t Dance – 2007 Digital Remaster – Genesis
34 Auf anderen Wegen – Radio Version – Andreas Bourani
35 You & Me Song – The Wannadies
36 England Skies – Shake Shake Go
37 Mambo No. 5 (A Little Bit of…) – Lou Bega
38 Stay With Me – Sam Smith
39 Let Her Go – Passenger
40 Coco Jamboo – Radio Version – Mr. President
41 Rollercoaster Girl – L’Aupaire
42 Butterfly (Re-Recorded / Remastered ) – Crazy Town
43 When I Come Around – Green Day
44 Love Me Like You Do – From The „Fifty Shades Of Grey“ Soundtrack – Ellie Goulding
45 Out of the Dark – Falco
46 Eternal Flame – The Bangles
47 Fall – Radio Edit – Dotan
48 Frozen – Madonna
49 Brown Eyed Girl – Van Morrison
50 I Forget Where We Were – Ben Howard
51 Firestone – Live Acoustic Version – Kygo
52 Hush – Kula Shaker
53 Runaway Train – Soul Asylum
54 Rescue Me – Radio Edit – Bell Book & Candle
55 Wonderwall – Remastered – Oasis
56 Nothing Compares 2 U – Sinead O’Connor
57 Say You Love Me – Simply Red
58 Blue (Da Ba Dee) – Eiffel 65
59 What’s Up? – 4 Non Blondes
60 Black Velvet – Alannah Myles
61 The Keys – Radio Version – Talisco
62 I’ll Be There For You (Theme From Friends) – Single Version – The Rembrandts
63 You’re Beautiful – James Blunt
64 Again – Lenny Kravitz
65 Scars – James Bay
66 Too Much – Spice Girls
67 Wild Fire – Jonathan Jeremiah
68 Angels – Robbie Williams
69 Jungle – Emma Louise
70 I’m Still Standing – Elton John
71 Push – Matchbox Twenty
72 Summer Son – Texas
73 Tainted Love – Soft Cell
74 Quit Playing Games (With My Heart) – Backstreet Boys
75 Wait For Life – Emile Haynie
76 Chandelier – Piano Version – Sia
77 Alane – Radio Version – Wes
78 Black Sun – Death Cab for Cutie
79 Where Do You Go – Radio Mix – No Mercy
80 Love Me Harder – Ariana Grande, The Weekend
81 Brimful Of Asha – Cornershop
82 You Are So Beautiful – Joe Cocker
83 You – Ten Sharp
84 Wings – Birdy
85 How Deep Is Your Love – Take That
86 Diamonds – Josef Salvat
87 OM – Bilderbuch
88 Your Song – Elton John
89 Open – Rhye
90 After Now – Melodeyes
91 I’m with You – Avril Lavigne
92 Möwen – Georg Auf Lieder
93 Un-Break My Heart – Toni Braxton
94 Killing Me Softly with His Song – Fugees
95 Back To You – Mighty Oaks
96 Come Away With Me – Norah Jones
97 Against The Tide – Milow
98 Get Up – Amel Larrieux
99 Virtual Insanity – Remastered – Jamiroquai

*zusammengezählt wurden die ersten drei Monate des Jahres 2015 und alle Lieder, die sich in Leipzig befindende Menschen bei Spotify unter »Sex« abgespeichert bzw. in Playlists mit diesem Begriff geladen haben

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Ein Kommentar

  1. Micha | 4. Juni 2015 | um 17:07 Uhr

    Vieleicht hätte man erst die mit Sternchen gekennzeichnete Erläuterung bringen sollen, damit der Leser auch weiß worum es hier eigentlich und woher die Daten dafür stammen.
    Das war alles sehr verwirrend bis ich endlich ans Ende des Textes kam.