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Bis zum bitteren Ende

Das Schlechte Versteck ist nun wieder geöffnet

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Man kann wieder Biertrinken gehen in der Schleußiger Kneipe Schlechtes Versteck – und zwar »bis zum bitteren Ende«. So drückt es wenigstens Barbetreiber Philipp Singer aus, der im Mai noch wegen einer Räumungsklage schließen musste.

Anfang des Jahres hatte ein Buttersäureanschlag auf die Schleußiger Raucherkneipe Schäden von über 10.000 Euro verursacht, so Singer. In deren Folge blieb er der Hausverwaltung Plagwitzer Wirtschaftsdienst (PWD) zwei Monatsmieten schuldig. Er besserte nach eigenen Angaben aber auch durch den Anschlag verursachte Schäden aus, die eigentlich Sache der Hausverwaltung waren.

Doch die ließ sich nicht auf den Deal ein. Und reichte, so der Barbetreiber weiter, umgehend eine Räumungsklage ein. »Die wollten auch nicht mit sich reden lassen«, so Singer, der in Rage auf Facebook erklärte: »Nach Meinung der Hausverwaltung passt das Schlechte Versteck wohl nicht mehr in das Schleußiger Stadtbild« – und sich damit eine Strafanzeige der Hausverwaltung einhandelte. Der PWD sah sich falsch dargestellt. »Wir haben keinerlei Interesse an Gentrifizierung«, gab er gegenüber dem kreuzer an.

»Das war too much«, räumt auch Singer heute ein. Die Türen vom Versteck blieben also verschlossen — bis vor zwei Wochen. Seither stehen sie wieder offen. Die beiden Monatsmieten hat Singer mittlerweile beglichen, die Räumungsklage handelt inzwischen sein Anwalt mit der Hausverwaltung aus. Singer geht aber davon aus, dass das Schlechte Versteck »früher oder später von der Könneritzstraße verschwinden wird«. Doch erst mal gehe alles weiter, »bis zum bitteren Ende«.

Und dann? Singer hat sich schon in Kleinzschocher am Adler umgesehen. Aus dem durch-gentrifizierten Schleußig ins abgelegene Kleinzschocher? Das Image vom Fels in der Brandung möchte das Versteck wohl beibehalten.

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