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Editorial 08/2015

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der August-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Eine Seefahrt, die ist lustig – eine Landpartie aber auch. Denn schön ist die Natur da draußen, vor der Stadt. Wer allerdings nicht nur ausfliegen will, sondern so richtig abhauen möchte vor Straßenbahngebimmel, verstellten Blicken und diesen schrecklichen Autos, der und die geht aufs Land, und da vielleicht in eine Landkommune. So wird es nicht nur mit der Finanzierung leichter, man hat auch Gemeinschaft – und kann im besten Falle politischen und gesellschaftlichen Utopien ein wenig näherkommen. In der allgemeinen Bevölkerung gibt es einen starken Trend zur Landflucht, gerade im Osten, doch unter den Städtern wiederum wird das Bedürfnis nach ländlicher Ruhe größer. So wächst die Sehnsucht nach dem Landleben – doch was passiert, wenn man tatsächlich den Schritt gehen und es sich beispielsweise in einer alternativen Landkommune gemütlich machen will? Über Wunsch und Wirklichkeit des kommunardischen Dorflebens berichten Franziska Reif und Clemens Haug.

Es gibt Geschichten, die macht man als Journalist oder als journalistisches Medium ungern, weil man selbst irgendwie eine Rolle spielt darin, wenn auch nur entfernt. Das ist einer der Gründe dafür, dass es guter Medienjournalismus so schwer hat – erst recht im lokalen Bereich. Denn kritisiert man beispielsweise einen Marktteilnehmer, so könnte das in der Öffentlichkeit schnell als ein Angriff missverstanden werden. Darum waren wir vorsichtig bei der Story über das neue Wochenblatt Leipziger Zeitung, haben beobachtet und abgewartet, wie das Projekt sich entwickelt – und uns dann entschieden, das Thema wie jedes andere anzugehen: kritisch und mit aller gebotenen Sorgfalt. Der Traum von einer Wochenzeitung für Leipzig ist alt – seine Umsetzung bisher immer an viel zu hohen ökonomischen Risiken gescheitert. Ohne reiche Sponsoren oder Kapital im siebenstelligen Bereich ist da kaum etwas zu machen. Die Leipziger Zeitung versuchte es mit dem Vorabverkauf von Abonnements, ihr Start zeigt zumindest, dass der Bedarf für ein solches neues Medium da ist.

Leider nur sind die Gründer inzwischen untereinander zerstritten, derzeit haben die Anwälte das Wort. Und es gibt noch ein paar andere Probleme. Auch der kreuzer bekam das zu spüren, schon im Vorfeld kündigte ein von der Leipziger Zeitung engagierter Anwalt an, unsere Berichterstattung auf ihren »Wahrheitsgehalt und ihre sonstige Rechtmäßigkeit hin (…) sehr genau prüfen« zu wollen. So ein Schritt im Vorfeld der Berichterstattung ist ungewöhnlich. Journalisten verstehen das schnell als Einschüchterungsversuch. Genau prüfen kann man ja auch, wenn der Bericht erschienen ist. Bemerkenswert ist, dass dieser Weg ausgerechnet von einer Zeitung beschritten wird, die für guten und ehrlichen Journalismus und vermutlich auch für kritische Öffentlichkeit stehen will. Unser Bericht überspannt einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr – bitte prüfen Sie selbst »sehr genau«.

Viel Spaß beim Schmökern!

ANDREAS RAABE

chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

Was sonst noch im Heft steht:  Inhaltsverzeichnis, Monatstipps und Einblicke zeigt die Leseprobe unseres ePapers.

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