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Sommer in der Stadt

Am Wasser, in Parks und Gärten: Ein paar Biergärten-Empfehlungen

Biergarten am Felsenkeller, Foto: Nick Putzmann Größeres Bild

Was zeichnet einen guten Biergarten aus? Biere vom Fass und aus der Flasche, offene Weine, Fassbrause, dazu gibts meist Würstchen und Steaks vom Grill oder Haxen, manchmal Frischbrötchen oder Flammkuchen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit liefert kreuzer-Autorin Sabine Näher einen aktuellen Überblick und verrät, was sonst noch auf Karten und Tafeln steht.

 

Am Wasser

Mit »Genuss am Fluss« lockt Kanal 28 in Neulindenau, eine kleine Oase inmitten von Industriearchitektur. Direkt gegenüber ist ein Bootsverleih. Die große Karte mit Kuchen, Kaffee und Tee ergänzen Tagesangebote mit Suppe, Salat und Pasta. Am Stadthafen beim Schreberbad kommt in Liegestühlen und Strandkörben des Stadtstrand Leipzig Urlaubsfeeling auf. Die Füße im Sand, kann man Cocktails, Kuchen, Eis und Currywurst genießen. Noch mehr Strand für eine Auszeit bietet der Biergarten Pier 1 am Cospudener See. Bei Fischbrötchen, Bratfisch, Flammkuchen, Schnitzel und herrlichen Brezeln lässt sich der Blick auf den Hafen genießen. Eine historische Gaststätte am Elstermühlgraben ist das Mückenschlösschen in der Waldstraße. Der Kioskbetrieb hinten im idyllischen Garten unter Bäumen wurde leider eingestellt. Dafür bietet die Restaurantkarte auch Klassiker wie Flammkuchen und Burger.

 

Im Park

Am Wasser und im Park liegt die neue Gastronomie der schön renovierten Rennbahn im Scheibenholz: Auf der Terrasse gilt die große Restaurantkarte, fünf Stufen tiefer im Garten mit Spielplatz gibt es zusätzlich Kuchen, Brezeln und Würstchen. Nicht weit entfernt lockt der traditionelle Biergarten Glashaus im Clara-Park mit seiner Restaurantkarte sowie Gegrilltem vom Kiosk. Ein Hasengehege zieht vor allem kleine Gäste an. Gleich nebenan hat sich am Musikpavillon Konkurrenz etabliert. Der Alljahres- und Allwetter-Biergarten für die ganze Familie bietet wechselnde Kuchen, dazu Pizza, Flammkuchen, Pasta und Salate. Hier herrscht immer Trubel samt Live-Musik am Wochenende.

 

Im Garten

Unter alten Bäumen sitzt man im Garten des Heinrich-Budde-Hauses beim Ginkgobaum nahe der S-Bahn-Station Gohlis. Kleine Speisen wie Wurstsalat, Weißwurst, Riesenbrezeln und Pasta gibt es täglich; der Grill wird nur manchmal angeheizt. Auch hier erfreut ein Hasengehege am Spielplatz die Kinder. Das hat nun ausgerechnet die Villa Hasenholz am alten Leutzscher Bahnhof nicht zu bieten, dafür aber einen lauschigen alten Garten. Am Wochenende wird gegrillt, Sandwiches, Salat und Kuchen gibt es immer. Schrebergarten-Idylle findet man im Kastaniengrün in Eutritzsch mit seiner umfangreichen Speisekarte, die auch Vegetarisches wie Gnocchi-Auflauf offeriert, sowie im Schreber’s nahe der Arena, der ebenfalls einen Spielplatz hat. Die Küche hat verschiedene Schnitzelvarianten im Programm. Seit 1899 existiert in Gohlis die Gosenschenke Ohne Bedenken. Im riesigen Garten am Poetenweg gibt es 16 trinkbare Gose-Variationen, die sich auch im Essen bei Schmorbraten, Sülze und ausgebackenem Camembert wiederfinden. Gegrillt wird ab 17 Uhr. Gleich um die Ecke hat das Viertel eine Garten-Edel-Variante zu bieten: Am Gohliser Schlösschen sitzt man in historischem Ambiente nebst Springbrunnen. Die gut bestückte Restaurantkarte ergänzen Kleinigkeiten wie Quiche.

 

Urbaner Charme

Auch mitten in der Stadt lässt sich einiges entdecken. Besondere Atmosphäre bietet die Brauhaus-Gastronomie am Bayerischen Bahnhof. Der Biergarten gibt sich klassisch: Die Holztische stehen auf Kies unter alten Bäumen. Am Kiosk kann man alle Menüs der Restaurantkarte ordern, Brezeln und Bier sofort mitnehmen. Nicht weit entfernt am Südplatz lockt der Piratengarten. Unter Fischernetzen isst man Fischsuppe, Fischbrötchen, Lasagne mit Seelachs oder Husumer Glück, also Bratkartoffeln mit Krabben. Auf dem Weg in den Süden ist nach 1,5 Kilometern der Biergarten an der Kinobar Prager Frühling erreicht, eine kleine Oase. Unter alten Bäumen schmeckt vor allem Gegrilltes: Würstchen, Steak oder Halloumi. In Reudnitz verbirgt sich im Hinterhof der Substanz am Täubchenweg ein erstaunlich großer, gemütlicher Biergarten. Die Renner sind hier verschiedene Burger vom Holzkohlegrill. An der Ecke Platnerstraße/Poetenweg in Südgohlis befand sich lange eine Ruine; daraus erstanden ist Münsters Restaurant: Strikt getrennt von der Terrasse findet sich ein echter Biergarten mit klassischem Kioskangebot wie Leberkäse, Obazda, Brezeln oder Eis. Für die Kleinen gibt es einen Sandkasten; die Großen können sich mit Bier oder Wein im Liegestuhl niederlassen.

Tipp zum Schluss: Seit Mai hat der Biergarten am Felsenkeller in Plagwitz wiedereröffnet – mit stylischer Holz-Stahl-Architektur sowie modernen Hollywoodschaukeln unter alten Bäumen. Neben dem Bier vom Fass locken (teils vegane) Kuchen sowie verschiedene Brotspezialitäten und Flammkuchen.

Auf einen schönen Sommer in der Stadt!

Dieser Text erschien in der Juni-Ausgabe des kreuzer.