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Filmkunstfinale

Die Kinostarts im Überblick und was sonst Filmisches in der Stadt geschieht

everest Größeres Bild

Die Filmkunstmesse steuert auf ihr Finale zu: am Freitagabend wird der Publikumspreisträger, die starbesetzte französische Komödie »Unter Freunden« (ab 31.12., Weltkino Verleih) und der Lieblingsfilm der Jugendjury »Hip Hop-Eration« (ab 1.10., Rise And Shine Cinema) noch einmal auf der Leinwand des Astoria in den Passage Kinos bzw. im Sommerkino auf der Feinkost zu sehen sein. Außerdem gibt es ein Best of der Festivalwoche in der Schauburg und der Kinobar Prager Frühling. Wir sehen uns im Kino!

Film der Woche: Das Abenteuer am höchsten Berg der Welt ist längst zum Geschäft geworden. Jahr für Jahr schleifen mehr oder weniger professionelle Bergführer jeden, der es sich leisten kann auf den Everest. Am 10. Mai 1996 kam es zur Katastrophe. Die Bergsteiger wurden von einem mörderischen Schneesturm überrascht und kämpften um ihr Leben. Diese Stunden schildert der Isländer Baltasar Kormákur (»101 Rejkjavik«) nun in einem packenden Gipfelthriller. Mit einem starken Ensemble und wahrhaft atemberaubenden 3D-Bildern kommt man der Katastrophe beängstigend nahe. Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Keira Knightley und Sam Worthington leiden vor seiner Kamera in einem Drehbuch von Simon Beaufoy, der bereits die packenden »127 Hours« für Danny Boyle schrieb. Bergsteiger-Dramen waren am Box-Office bislang selten von Erfolg gekrönt. Dem großen Sommerkinoabenteuer im Himalaya wäre ein Sturm auf den Gipfel zu wünschen.

»Everest«: ab 17.9. Cineplex, CineStar, Regina Palast (3D)

Deutschland kurz vor der Jahrtausendwende. Sebastian Zöllner, Kunstjournalist und Meister der Selbstüberschätzung, plant seinen großen Coup: ein Enthüllungsbuch über den legendären aber fast vergessenen Maler Manuel Kaminski, Schüler von Matisse und Freund von Picasso, der einst als »blinder Maler« Berühmtheit erlangte. Der skrupellose und ehrgeizige Karrierist macht sich auf den Weg zu dem entlegenen Chalet hoch oben in den Alpen, wo der greise Künstler zurückgezogen und von Vertrauten abgeschirmt lebt. Er dringt in Kaminskis Haus, Leben und Vergangenheit ein und nimmt ihn kurzerhand mit auf eine halsbrecherische und irrwitzige Reise zu dessen tot geglaubter Jugendliebe. Unterwegs will er ihm mit List und Dreistigkeit seine Geheimnisse entlocken. Aber bald muss er feststellen, dass er dem Alten, ob blind oder nicht, in keiner Weise gewachsen ist. Nach »Goodbye Lenin« inszeniert Wolfgang Becker erneut mit Daniel Brühl in der Hauptrolle. Ihm gegenüber der Däne Jesper Christensen (»Casino Royal«). Ein komödiantisch-satirischer Einblick in die Kunstwelt nach dem Roman von Daniel Kehlmann. Ein Roadmovie, das durch halb Europa führt, gesäumt von peinlichen Situationen und schmutzigen Tricks. Ein Duell zweier unterschiedlich begabter Hochstapler, deren Geschichten sich ineinander spiegeln.

»Ich und Kaminski«: ab 17.9., Passage Kinos, Schauburg

Die Flimmerzeit im August

mit FRANK, DATING QUEEN, SOUTHPAW und ein DVD-Tipp zum Gewinnen

 

Weitere Filmtermine der Woche

Sideways
Die Mischung aus Tragik, Intelligenz und Witz ist perfekt getroffen. Die Geschichte berührt auf mehreren Ebenen und »Sideways« ist ganz nebenbei das skurrilste Buddy-Movie der letzten Zeit. Dafür gabs sieben Nominierungen für den Golden Globe (Auszeichnungen für »Beste Komödie« und »Bestes Drehbuch«) und fünf für den Oscar.
18.9., 17.30 Uhr, Schaubühne Lindenfels (OmU)

Voll auf Droge
Film und Drogen gehen seit jeher gut zusammen. Das Kurzfilmprogramm »Voll auf Droge« bietet zehn Drogenfilme in 86 Minuten. Von Israel bis Dänemark, von 4 Minuten Länge bis 17. Mal dokumentarisch, mal animiert oder in der Form eines Kurzspielfilms. Abwechslung garantiert. Eher für Upper, nichts für Downer. Das wird bunt und wild!
18.9., 21 Uhr, UT Connewitz

Als wir träumten
Leipzig, Anfang der Neunziger – die Erwachsenen versuchen, sich ins neue Leben einzufinden, die Jugendlichen sind auf sich gestellt. Alte Regeln gelten nicht mehr. Dani und seine Kumpels testen Grenzen aus, driften ziellos umher und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Was zählt, ist Freundschaft.Andreas Dresen verfilmte Clemens Meyers Leipzig-Roman als melancholische Chronik einer Zeit des Aufbruchs und der unendlichen Möglichkeiten. Abschluss der OpenAir–Kinosaison auf dem Spinnereigelände.
19.9, 20 Uhr, Luru Open Air auf der Spinnerei

10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?
Dokumentarfilm des Regisseurs von »Taste the Waste«, der die industrielle, globale und die ökologische, regionale, traditionelle Landwirtschaft gegenüberstellt. – Flimmergarten – globaLE
19.9., 20 Uhr, Propsteikirche

Code: Unbekannt
Fragmentarische Geschichten aus Paris: Intellektuelle, pessimistisch-episodische Gesellschaftsbetrachtung. – Un-cut: Die Ästhetik der schnittlosen Montage – mit einer Einführung von Florian Galbarz
19.9., 19.30 Uhr, Cinémathèque in der naTo (OmU)

Kauboji  Cowboy
Verfilmung eines Zagreber Erfolgstheaterstückes. Eine Theatergruppe sucht Mitstreiter. Zum Casting findet ein seltsamer, aber auch illustrer Kreis zusammen. – Off Europa
18.9., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Nije ti zivot Pjesma Havaja  Family Meals
Eine Geburtstagsfeier bringt eine vierköpfige Familie zusammen. Die Familienmitglieder bfragen sich, was sie voneinander entfernt hat. Wird ein missratender Geburtstagskuchen helfen, die Vergangenheit zu überwinden? – vorab: Vorfilme – Off Europa
19.9., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Vis-à-vis
Selbstreflexive Dramödie, die Fragen zur Produktion von Filmen und zur Erschaffung von Kunstwerken im Allgemeinen aufwirft: Muss eine künstlerische Idee merkantil umsetzbar sein? Ist der Inhalt eines Films wichtiger als seine Form? Imitiert das Leben die Kunst? Gilt zu Recht als der innovativste Film, der in der letzten Dekade in Kroatien entstanden ist – Off Europa
20.9., 21.15 Uhr, Cinémathèque in der naTo (OmeU)

Zagreb Stories Vol. 2
Von schwierigen Beziehungen, überbehütenden Eltern, Eifersüchteleien, aber auch der vertrauten Komplizenschaft zwischen Paaren, von Abschieden und Neuanfängen handelt dieser Omnibusfilm. – mit einer Einführung von Claudia Cornelius – Off Europa
20.9., 19 Uhr, Cinémathèque in der naTo (OmeU)

Kurzfilmabend Kroatien
Kurzfilme aus Kroatien im Rahmen von Off Europa.
23.9., 21 Uhr, Kinobar Prager Frühling

Karla
Porträt einer eigenwilligen jungen Frau. Perfekt ausbalanciert zwischen leichter Ironie und stillem Ernst, bietet er allen voran natürlich der bezaubernden Jutta Hoffmann eine Rolle, die sie grandios meistert. –Vorfilm: Pünktchen (DDR 1965) – Filmreihe: »Dekadent, Jugendgefährdend, Staatsfeindlich« – DEFA-Verbotsfilme 1965
21.9., 20 Uhr, UT Connewitz

Herr Lehmann
»Die unwägbare Seichtigkeit des Seins«: Kreuzberg vor der Wende. Bestseller-Verfilmung nach Sven Regener.
22.9., 19 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum

Unsere Partnerstadt Houston: Immigration, Religion & Citizenship
Dokumentarfilm (in englischer Sprache) und anschließendes Gespräch in Deutsch und Englisch
22.9., 18.30 Uhr

Filmriss Filmquiz
Anhand von Hörbeispielen und Filmclips quizzen André Thätz und Lars Tunçay quer durch die Filmgeschichte und streifen dabei alle Genres von Action bis Schnulze, widmen sich Popcornfilmen ebenso wie dem Arthaus und präsentieren Bekanntes, Überraschendes und Amüsantes. Abzugreifen gibt es wie üblich jede Menge Filmstoff aktueller Kinoproduktionen.
22.9., 20 Uhr, Conne Island (großer Saal)

Am Ende ein Fest
Yehezkel ist 72 und hilft mit seinen Freunden anderen beim Sterben. Der israelische Kinohit zielt mit charmanten Figuren und einer Thematik, die viel Stoff für Diskussionen bietet, mitten ins Herz des Publikums . Premiere mit den Regisseuren Sharon Maymon und Tal Granit.
23.9., 20.30 Uhr, Passage Kinos

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit
Mr. May ist ein gewissenhafter Bestatter für all jene, die keine Angehörigen haben. Als er seinen Job verliert, will er einen letzten Fall zu Ende bringen und verliebt sich. Wundervoll leiser Film mit einem überragenden Hauptdarsteller.  Filme vom Abschied
23.9., 19.30 Uhr, Passage Kinos

Arab Shorts
Arabische Kurzfilme und Gespräch mit dem syrischen Filmemacher Jalal Maghout
Das Grassi-Museum zeigt arabische Kurzfilme. Begleitend dazu gibt es ein Gespräch mit dem syrischen Filmemacher Jalal Maghout.
24.9., 20 Uhr, Grassi-Museum für Völkerkunde

Dog Star Man (1961-64)
Serie von experimentellen Kurzfilmen von Stan Brakhage. Filmabend im Rahmen der Ausstellung »dis-Appearance (*3) – Als ob Wolken nach und nach Gestalt annähmen«.
24.9., 20 Uhr, Westpol A.I.R.Space

Verboten, Verfolgt, Vergessen – Kalter Krieg in Deutschland
Bereits kurz nach Ende des 2. Weltkriegs begann der Kalte Krieg. Vor diesem Hintergrund plante die Bundesregierung unter Kanzler Adenauer schon 1950 den Aufbau einer Armee. Gegen dieses Vorhaben gab es in der Bevölkerung große Proteste. Alle Bürgerinnen und Bürger, die gegen die Wiederbewaffnung oder für die Wiedervereinigung waren, galten nun als Staatsfeinde. – anschließend Gespräch mit dem Bürgerrechtsaktivisten Rolf Gössner – globaLE
24.9., 20 Uhr, Cinémathèque in der naTo

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