Startseite / Stadtleben / Editorial 10/2015

Editorial 10/2015

Das neue Heft ist da!

1015_U1 Größeres Bild

An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Oktober-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Dumdideldum, das Hype-Monster geht um und es frisst, frisst, frisst. Als wir letztens hier im kreuzer so rumsaßen, nichts weiter zu tun hatten und überlegten, was denn nun die Stadt so umtreibt, da dachten wir gar nicht daran, eine Hype-Geschichte zu machen. Eigentlich haben wir uns die letzten Jahre ja ganz gut vorbeigeschmuggelt an all den Leipzig-Hypzig-Schreibereien. Auf jeden Fall gab es da eine Beobachtung, die jeder bestätigen konnte: Es entstehen unglaublich viele kleine, illegale oder halblegale Partyläden, deren Adressen oft geheim gehalten werden, die über kurz oder lang doch jeder kennt und die dann schnell wieder verschwinden. Klar, illegale, geheime Partys gab es schon immer – aber doch ist jetzt gerade irgendwas neu. Etwas ist anders als beispielsweise in den neunziger Jahren, als überall illegale Technopartys gefeiert wurden. Ist es der Hipsterfaktor? Sind es die neuen Kommunikationsmöglichkeiten, Facebook und so weiter, die von der Szene zunehmend negiert werden? Ist es das Gefühl, dass viele dieser Läden so was wie Jungunternehmertum sind, ein Sichausprobieren, bevor man es auf dem real existierenden Jungmenschenarbeitsmarkt versucht? Oder liegt es vielleicht daran, dass kaum noch jemand in dieser Szene der temporären Partyorte ordentliche Drogen nimmt? Fakt ist jedenfalls: So viel los wie gerade jetzt war nie in der Stadt. Und es gibt da diesen paradoxen Effekt: Sobald so eine Party oder ein Club funktioniert, ist es eigentlich schon wieder vorbei. Jeder hat das Gefühl: Ich muss da schnell hin, bevor es tot ist oder vereinnahmt wird. Der Hype macht den Hype fertig und frisst seine Kinder – ja, so kam das alles. »Coolness ist ein seidener Faden«, schreiben Josa Mania-Schlegel und Juliane Streich in unserer Titelgeschichte ab, die sich mit eben diesem Phänomen der temporären Partyorte beschäftigt. Die beiden beschreiben auch die Spießigkeit dieser Szene, die sich verzweifelt daran klammert, ihre Exklusivität und Coolness zu bewahren.

Time to say gooooodbyeeeeee, heißt es mal wieder beim kreuzer. Wir sind ja – mittelfristig gesehen – ein Durchlauferhitzer, in den junge Talente gefüllt werden, die dann ein paar Jahre später als glorreiche, am harten Leipziger Zeitungsmarkt gestählte Vollprofis die Redaktion verlassen, um die Welt zu erobern. Diesmal gehen E-Musik-Redakteur Martin Wohlgetan, Kinder & Familien-Redakteurin Dr. Miriam Schultze und Werft-Chefin Sina Marx (ehemals: Fischer) von Bord, um in richtigen Jobs richtiges Geld zu verdienen. Ich will gar nicht viele Worte machen, außer diese: Ich heule, wir heulen und wir werden euch vermissen, ihr coolen Schwibbögen! Ja, Sina Fischers Art, wer hat deine bunten Bildchen nicht mit leuchtenden Augen ausgemalt? Und Miriam-Schultze-»Überflüssig«, wer hat sich bei der Lektüre deiner verrückten Kindersachen-Rubrik nicht vor Lachen in die Hose gemacht (fast)? Und Herr Wohlgetan, wo konnten wir unser Mütchen nach klassischer Klassik und jazzigem Jazz besser kühlen als bei deinen Konzerttipps des Monats? Nirgends!

Neu an Bord gekrabbelt ist derweil Theresa Eisele. Nachdem sie einige Jahre als Autorin, meist für das Ressort Kinder & Familie, schrieb, übernimmt sie es nun ganz und führt das Ding ins 22. Jahrhundert. Zu erreichen ist sie unter der Mailadresse familie@kreuzer-leipzig.de. Herzlich Willkommen, liebe Theresa, Mast und Schotbruch!

Und nun: Bitte umblättern, äh, weiterklicken!

ANDREAS RAABE

▶ chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

Was sonst noch im Heft steht:  Inhaltsverzeichnis, Monatstipps und Einblicke zeigt die Leseprobe unseres ePapers.

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.