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Schotten Dok

Die Kinostarts im Überblick und was sonst Filmisches in der Stadt geschieht

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Es DOKt gewaltig und es scheint fast, als hätten sich die Verleiher darauf ein- und Herbst-Highlights wie den in der nächsten Woche startenden neuen Bond hinten angestellt. So ist die Zahl der lohnenswerten Starts in dieser Woche überschaubar. Aber zwei absolut empfehlenswerte Programmkinoperlen gibt es doch. Allerdings solltet ihr euch auf eingeschränkte Startzeiten gefasst machen.

Was sich beim DOK Leipzig so alles lohnt, das erfahrt ihr auf unserem Dokblog.

Film der Woche: Ein Kostümepos aus rotem Blut und schwarzem Matsch wirft Regisseur Justin Kurzel (»Die Morde von Snowtown«) auf die Leinwand und inszeniert seine Interpretation von Shakespeares berühmtesten Stück »Macbeth« gleichermaßen klassisch und neu. Die hypnotische Mär aus Macht und Wahn hat auch 2015 nichts von seiner Sprengkraft verloren. Dafür sorgt auch die handverlesene Besetzung: Michael Fassbender verkörpert den aufstrebenden Feldherrn auf dem Weg zur schottischen Krone als geblendeten Getriebenen. Im Hintergrund zieht Marion Cotillard als seine ehrgeizige Frau die teuflischen Strippen. In weiteren Rollen glänzen David Thewlis als König und Paddy Considine als Waffenbruder Macbeths, Baquo. Eine berauschende, versierte Variante des vielfach verfilmten Stoffs, kompromisslos, konsequent und kongenial.
»Macbeth«: ab 29.10., Schauburg, ab 1.11., Passage Kinos, Schauburg (auch OmU)
kreuzer verlost Pakete aus 1x Shakespeare-Zitate, 2 Freikarten und 1 Plakat. Email an film@kreuzer-leipzig.de (Betreff: »Blut und Boden«)

Janusz ist ein Mensch, den so leicht nichts erschüttern kann. Als Untersuchungsrichter recherchiert er präzise, am Tatort analysiert er jedes Detail. Trotz der extremen Situationen, mit denen er konfrontiert ist, arbeitet er viel. Vielleicht zu viel. Seiner magersüchtigen Tochter Olga, die noch immer ihrer verstorbenen Mutter nachtrauert, steht er indessen hilflos gegenüber. Aus Sorge, sie könne sich umbringen, lässt er sie in eine Klinik einweisen, in der die Psychologin Anna … ihren Dienst versieht. Diese hat vor Jahren ihr Baby durch plötzlichen Kindstod verloren, verschanzt sich mit ihrem großen Hund in einer streng abgeriegelten Wohnung und beschwört Geister, die aus dem Jenseits zu den Lebenden sprechen. Małgorzata Szumowska arbeitet mit Elementen der schwarzen Komödie, um von der Schwierigkeit zu erzählen, den Verlust geliebter Menschen zu verarbeiten. Es geht um die Angst vor Nähe und die Sehnsucht danach, um die Bestrafung des eigenen Körpers aus Seelennot und um die Flucht in die Esoterik. Eine komplexe Reflexion über die Einsamkeit des Herzens und den Konflikt zwischen Rationalität und dem Glauben an ein Universum des Übersinnlichen. Silberner Bär für die beste Regiearbeit auf der Berlinale 2015.
»Body«: ab 3.11., Schaubühne Lindenfels, ab 10.11., Cinémathèque in der naTo

China 1967. Der Student Chen Zhen wird in die innere Mongolei geschickt. Hier, im majestätisch sich erhebenden, grenzenlosen Grasland, soll er den Schäfern Lesen und Schreiben beibringen. Doch seine Leidenschaft gilt vom ersten Tag der archaischen Wildnis und dem von den Nomaden am meisten gefürchteten und am meisten verehrten Tier: dem Wolf. Allen Warnungen zum Trotz beobachtet Chen Zhen heimlich die stürmischen Raubzüge der Wolfsrudel. So wird er Zeuge von urgewaltigen Jagdszenen und ist tief bewegt von der Erhabenheit, die von dem erschreckend schönen und ebenso tödlichen Tier ausgeht. Als aus Peking der Befehl eintrifft, die Wölfe als Gefahr für Vieh und Mensch auszuschalten und alle Wolfsjungen zu töten, rettet Chen Zhen einen jungen Wolf und zieht ihn auf. Es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen dem jungen Mann und dem kleinen Tier, doch das Wolfsrudel vergisst nicht, was ihm genommen wurde. Während immer mehr Bauern in die Steppe drängen, haben sich die Wölfe ein neues Ziel gewählt: die Siedlungen der Menschen. In dem tiefen Abgrund zwischen Mensch und Natur steht bald nicht nur die Freundschaft zwischen Chen Zhen und dem wilden Tier, sondern auch das Leben des letzten Wolfs auf dem Spiel. Jean-Jacques Annaud verfilmte den chinesischen Bestseller als bildgewaltigen Abenteuerfilm in beeindruckendem 3D.

»Der letzte Wolf«: ab 29.10., Regina Palast

kreuzer verlost drei mal ein Bio Gewürzset Thailand. eMail an film@kreuzer–leipzig.de (Betreff: »Chinawolf«)

 

Die Flimmerzeit im Oktober

 

Weitere Filmtermine der Woche
58. Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilm

Hintergrundberichte, Interviews, Rezensionen im kreuzer Dokblog. kreuzer-leipzig.de/dokblog
bis 1.11., Passage Kinos, CineStar, Cinémathèque, Schaubühne Lindenfels, Polnisches Institut

 

A Nightmare on Elm Street
Freddy Kruegers Fingernägeln aus blankem Stahl kennen kein Erbarmen. Wer nach dem Albtraum wieder einschläft, wird gnadenlos aufgeschlitzt. Wes Cravens Kultfilm gibt es heute zu Halloween.
31.10., 22.30 Uhr, CineStar

 

Birds and People – Ganz verrückt auf Vögel Für seine Dokumentation hat Naturfilmer Hans-Jürgen Zimmermann mehrere Menschen in ganz Deutschland begleitet, die sich auf unterschiedlichste Weise im privaten, beruflichen oder ehrenamtlichen Kontext mit den wilden Vögeln des Landes beschäftigen.

01., 07., 15.11., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling 
Spur der Steine 
Die exzellente Gesellschafts-Satire von Frank Beyer, die bürokratische Schlamperei und Unfähigkeit von Parteigenossen kritisierte, wurde 1966 nach organisierten Unruhen mit Stoßtrupps nach nur drei Tagen wieder aus den Kinos genommen und verschwand daraufhin für 23 Jahre in den DEFA-Archiven. – Vorfilm: Komposition – Glasperlenspiel – Filmreihe: »Dekadent. Jugendgefährdend. Staatsfeindlich« – DEFA-Verbotsfilme 1965

2.11., 20 Uhr, UT Connewitz
Turkish Passport 
Zur Nazizeit wurden türkische Diplomaten in ganz Europa positioniert und retteten zahlreiche Juden.

3.11., 19 Uhr, Ariowitsch Haus Leipzig
Open Gates 
Elf Positionen junger syrischer Filmemacher – Kurzfilmabend von Initiative Adopt a Revolution

3.11., 19 Uhr, naTo
The True cost 
Moderne Textilproduktion und ihre Opfer. Dokumentation von 2015.
4.11., 17 Uhr, Kinobar Prager Frühling
Tristia – A Black Sea Odyssey 
Stanislaw Mucha reist entlang der Schwarzmeerküste zu Orten, die von der Zeit vergessen wurden.
Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Stanisław Mucha. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Mittel- und Osteuropa Leipzig e. V. (KOMOEL) und der Filiale Leipzig des Polnischen Instituts Berlin. Der Eintritt ist frei.4.11.,  19.30 Uhr, Cinémathèque in der naTo

Filmriss Filmquiz

Ihr steht auf leinwandsprengende Action und große Gefühle? Ein Kinosaal ist für euch erst ab 500 Sitze & 200 Quadratmeter Leinwand, 3D & Dolby so richtig gemütlich? Dann seid ihr hier richtig: das nächste Filmriss Filmquiz wird groß! André Thaetz und Lars Tunçay fragen quer durch die die Geschichte des Popcornfilms und es gibt haufenweise feine Preise abzuräumen.

5.11., 20.30 Uhr, Conne Island

 

Märkische Trilogie 

Dokumentarfilmreihe von Volker Koepp (1988-91). In der märkischen Kleinstadt Zehdenick an der Havel bestimmen seit 1888 Ziegeleien den Lebensrhythmus der Bewohner. Im Frühjahr 1988 besucht Volker Koepp mit seinem Kameramann Thomas Plenert zum ersten Mal die Zehdenicker. Die kommende politische Veränderung ist noch fern.

5.11., 20 Uhr, Pöge-Haus

 

On/Off the Record – Featuring The Notwist & An Ton Kaun 

Als Vorbereitung für die Konzerte im Dezember gibt es die Notwist-Doku »On/Off the Record« zu sehen, die die Band bei den Arbeiten zu ihrer Platte »Neon Golden« begleitet. – Vorfilm: An Ton Kaun (D 2014)

5.11., 21 Uhr, UT Connewitz

 

Voll Paula 

Das Leben von Paula, Louise, Max, Randolf und Donnie gerät aus den Fugen. Liebes- und Karriereaussichten eröffnen sich. Doch es kommt anders als erwartet und das Ende könnte auch wieder der Anfang sein. – Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Malte Wirtz

5.11., 20 Uhr,  LURU-Kino in der Spinnerei

 

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