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Frech, agil, erfinderisch

Mit dem Affen durchs Jahr

Nin Hao-Koch Zheng Zong Sheng, Foto: MEW Größeres Bild

Wenn die Chinesen Neujahr feiern, reisen hundert Millionen durch das Land zu ihren Familien, um mit Getöse das neue Jahr zu begrüßen. Im Jahr des Affen, das am 8. Februar begann, soll es besonders hoch hergehen. Wer in Leipzig bleiben muss, spürt beim Neujahrsfest im Restaurant Nin Hao wie das ist, wenn Weihnachten und Silvester auf einen Tag fallen.

Im chinesischen Tierkreis folgt der Affe dem Schaf, und alle scheinen aufzuatmen. Denn während es im vergangenen Jahr der chinesischen Mythologie zufolge »ruhig, glücklos und eher langweilig« zuging, brechen nun turbulentere Zeiten an. Schließlich leiten gläubige Chinesen von den Charakterzügen des jeweils angesagten Tieres ab, wie die kommenden zwölf Monate werden sollen. Das Künstlerpaar Lu Jian Guo und Li Ya Jun, das gemeinsam das Restaurant Nin Hao führt, stimmte die Gäste am vorangehenden Sonntagabend schon mal ein. »Der Affe symbolisiert die Schlauheit des Geistes. Im Jahr des Affen Geborene gelten als vielseitig und erfinderisch. Sie sprechen mehrere Sprachen, aber eigentlich keine richtig gut«, verkündetet Li Ya Jun. Und da Affen auch als frech und aufmüpfig gelten, rechnen die Chinesen nun mit unruhigen Zeiten in Politik und Wirtschaft. Wer die Sache nüchterner betrachtet, wird das Auf und Ab vermutlich positiv sehen. Schließlich weiß der Affe auch Unangenehmes kreativ zu lösen. Doch was heißt schon nüchtern. Neben Böllern, Drachentanz und Schellenklängen gehört zu den mehrtägigen Feierlichkeiten eine üppig gedeckte Tafel. Eine Woche lang hatten die Nin Hao-Köche um Zheng Zong Sheng Platten und Teller vorbereitet: Gemüse geschnitzt, Lotus gegart, Enten knusprig gegrillt, mit Schwung chinesische Nudeln in dünne Formen gebracht und Karpfen gebraten. Fische stehen generell für Überfluss, damit im kommenden Jahr niemand hungern muss, gebackene Bällchen aus Klebreismehl sollen das Leben versüßen.

Wer jemals Gast dieses Hauses war weiß, dass das Lu Jian Guo auch selbst für Unterhaltung sorgt. Der Musiker ist ein Meister auf der chinesischen Geige, der Erhu. Das Instrument mit zwei Saiten, einer Membran aus Schlangenhaut und einem Bogen aus Bambus, gehört zu den wichtigsten Instrumenten chinesischer Orchester. Lu spielte traditionelle Lieder und trug dann auch gemeinsam mit der Pianistin Simone Zimmermann als Premiere von Erhu und Piano die Träumerei von Robert Schumann vor. Im Trio mit Mezzosopranistin Alexandra Röseler zeigten die Musiker dann fast rührend die Verbundenheit der chinesischen mit der deutschen Kultur.

Tipps aus der chinesischen Heilkunde steuerte die Medizinerin Liren Lu bei, zum Beispiel diesen: »Morgens gleich nach dem Aufstehen die Ohrläppchen massieren und drehen und seitlich ziehen, dann anschließend das ganze Ohr reiben. Schon wird der Körper schön warm!« Mehr davon verrät sie beim chinesischen Gesundheitsabend im Mai.

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