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Freilichtmuseum Innenstadt

»Irre Kunst«: In Schaufenstern in der City steht DDR-Buchkunst

DDR-Buchumschläge bei Kaufhof Größeres Bild

Nicht jedes Buch ist allein wegen seines Inhalts interessant. Manches begeistert schon äußerlich, durch Farbgebung, Muster, Motiv oder Material. Das gab es auch in der DDR – und wie! Die Buchwissenschaft Leipzig hat nun eine Ausstellung konzipiert, die längst vergessene Kostbarkeiten der DDR-Verlagslandschaft zeigt.

Grund für das Projekt war nicht etwa Ostalgie, sondern die »irre Kunst«, die diese Umschläge darstellen, so Siegfried Lokatis. »Es wäre ein Jammer, wenn das niemand zu sehen bekäme.« Der Professor der Buchwissenschaft und Initiator der Ausstellung meint: »Das Grundproblem ist ja, dass die Verlage kaputt gemacht wurden. Wir wollen darauf aufmerksam machen.«

Als Ausstellungsflächen dienen die Schaufenster von Kaufhäusern und Läden: Bei Breuninger am Markt sind Bücher vom Verlag Volk & Welt zu sehen, die Schaufenster von Galeria Kaufhof präsentieren Science-Fiction von Das Neue Berlin, der Concept-Store Måat zeigt Buchkunst von Reclam. In der prunkvollen Commerzbank-Filliale neben der Thomaskirche werden Inselplakate ausgestellt, und im Flughafen Halle Leipzig kann man sich die Ausstellung »Abheben – Fliegen« mit der Insel-Bücherei anschauen. Nicht nur betrachten, sondern auch anfassen und lesen darf man einige Exemplare in der Theatergastronomie Pilot und auch bei Breuninger. »Die Studenten haben gemeint, die Gestalter müssten doch alle bekifft gewesen sein«, frohlockt Lokatis.

Wie dem auch sei, wer während der Messe mit wachen Augen durch die Innenstadt schlendert, kann Leipzig als ein Freilichtmuseum der Buchkunst erleben.

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