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Editorial 07/2016

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Juli-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Es gibt so ein paar ungeschriebene Regeln im Journalismus und eine davon lautet, dass man eigentlich lieber nicht übers Wetter schreiben soll. Denn es kommt immer anders, als man denkt, und selbst im Rhythmus einer Tageszeitung kann die Meldung: »Superhitze: Ab ins Freibad!« – erdacht und aufgeschrieben an einem heißen Sommernachmittag – böse baden gehen, wenn es am nächsten Tag nämlich wie aus Eimern schüttet (was mit nahezu hundert Prozent Wahrscheinlichkeit auch eintritt).

Dasselbe nun mit einem Monatsmagazin wie dem kreuzer zu machen, grenzt schon an Wahnsinn. Und wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich unser Titelblatt angesehen haben und diese Zeilen lesen, während draußen gerade der Winter hereinbricht, mit Schnee im Juli (hats alles schon gegeben), dann wissen Sie, was ich meine.

Aber wir haben es natürlich clever angestellt – und beziehen uns mit der Eröffnungsthese »In Leipzig wirds wärmer« nicht auf die aktuelle, sondern auf die langfristige Entwicklung. Ja, es stimmt wirklich, in den letzten Jahrzehnten hat die Temperatur in der Stadt stetig zugenommen – das gilt übrigens für ganz Mitteleuropa. In Leipzig wird dieser Effekt aber durch bestimmte Umstände und Gegebenheit noch verstärkt. Besonders eindrücklich ist die Zunahme der Spitzenwerte im Sommer, zum Beispiel die sogenannten Tropennächte in Leipzig – die gibt es nämlich überhaupt erst seit etwa 30 Jahren in der Stadt. Das hat neben den offensichtlichen schönen leider auch ein paar unschöne Seiten. Unter anderem darauf gehen wir in unserer Titelgeschichte ab Seite 18 ein. Wir erklären aber auch die Gesamtgroßwetterlage der Stadt, erinnern an den großen Hagel vor genau zehn Jahren, besuchen eine millionenteure Wolkenküche, wundern uns über Voodoo-Puppen in Forscherkellern und räumen mit ein paar Wettermythen auf. So haben Sie beim nächsten Smalltalk ordentlich Stoff, wenn Ihnen mal wieder nichts Besseres einfällt, als übers Wetter zu reden.

Währenddessen war unsere Kunst-, Sport- und Stadtgeschichtsexpertin Britt Schlehahn mal wieder auf Recherchetour durch die Archive der Stadt. Und wie sie da so rumforschte, rief hier in der kreuzer-Redaktion eine 91-jährige Dame an, die in Leipzig aufgewachsen ist und heute in Darmstadt lebt. Sie wollte ihre Erinnerungen an den jüdischen Tennisclub Rot-Weiß erzählen – und bezog sich auf Schlehahns Beitrag »Verborgen und fast vergessen. Spuren vergangener jüdischer Sportvereine sind in der Stadt kaum noch zu finden« im Mai-kreuzer. Leider hinterließ die Frau eine falsche Telefonnummer, vermutlich haben wir sie auch nur falsch notiert. Tragischer Fakt jedenfalls: Der Kontakt zu der Dame konnte nicht wieder hergestellt werden. Es gibt aber jemanden in Leipzig, der sie kennt – und wenn dieser jemand das hier liest: Bitte melden Sie sich bei uns! Eine Mailadresse steht unter diesem Text oder rufen Sie an: 0341/2 69 80 80.

Und last but not least: Ab dieser Ausgabe erscheint der kreuzer auf einem neuen Papier, nämlich jenem der Sorte »Ultra Lux Silk« Recyclingpapier. Das wird in Schwedt hergestellt und besteht zu hundert Prozent aus Altstoff (sortierte Haushaltssammelware), bleibt ohne Chlorbleiche im Produktionsprozess und ist unter anderem mit dem Blauen Engel zertifiziert. Ziemlich bio, dieser kreuzer, würde ich sagen.

Viel Spaß beim Lesen!

Andreas Raabe

chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

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