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Leipzig Tag & Nacht 2016/17 – das Heft – die Party

Gastro Party 2016_Fotonachweis Paul Wilke (7) Größeres Bild

Die Nacht war lau, die Gäste gut aufgelegt, das Büffet bot für alle etwas, und das in bester Qualität. Am 28. Juni trafen sich Gäste, Redaktion und Verlag in der Tagungslounge, um über den Dächern der Stadt die 21. Ausgabe von Leipzig Tag & Nacht zu feiern.

Dank Enk Catering musste keiner hungrig bleiben, dank Thilo Egenbergers Schnapsbar und David Amanns Bieren auch nicht durstig. Der fränkische Bierbotschafter stand meist dicht umlagert am Zapfhahn. Uwe Brückner von »Tante Manfred« setzte noch ein drauf und goss Kloster Korn ein.

Die Gäste schauten sich derweil die 21. Ausgabe von LEIPZIG TAG & NACHT an. Der Restaurant-Guide des Stadtmagazins kreuzer knüpft nahtlos an seine 20 Vorgänger an, denn das Prinzip hat sich bewährt: Unabhängige Autoren schwärmen im Frühjahr aus, um im Auftrag der Redaktion anonym die besten Leipziger Cafés, Eisdielen, Pubs, Restaurants und Nachtadressen zu testen. Anhand von vorgegebenen, konkreten Bewertungskriterien nehmen sie Küche und Service, die Getränke, das Ambiente und die Gesamtatmosphäre unter die Lupe. Am Ende ihres Besuches bezahlen sie wie alle Gäste ganz normal ihre Rechnung, schreiben einen Text dazu und vergeben bis zu je fünf Schiffchen für Speisen, Getränke, Service und das Preis-Leistungsverhältnis. Maximal 20 sind also erreichbar. Insgesamt zwei Lokale haben das geschafft. Es sind die Gourmettempel dieser Stadt: Der klassisch geprägte Stadtpfeiffer im Gewandhaus vom Petra und Detlef Schlegel sowie das Restaurant Falco, dessen Anziehungskraft vor allem durch die ehrgeizige, unkonventionelle »cuisine passion légère« von Patrone Peter Maria Schnurr geprägt ist.

Zum ersten Mal haben unsere Tester auch gefragt, wie behindertenfreundlich ein Lokal ist. Es geht der Redaktion dabei nicht um Zertifikate für nach DIN-Norm gerechte Lifts oder sanitäre Anlagen. Rolli-Fahrer und -Fahrerinnen, die gern ausgehen, freuen sich meist schon, wenn sie über eine geneigte Ebene in ein Lokal hinein- und dort aufs WC kommen, auch wenn dabei nicht immer zentimetergenau die gesetzlichen Kriterien erfüllt sind. Hauptsache, sie können dabei sein wie alle anderen. Ein eigenes Piktogramm signalisiert ihnen, in welchen der getesteten 250 Lokalen man ihnen unkompliziert den Weg bereitet.

Positiv sei zudem vermerkt, dass seit dem vergangenen Jahr das Angebot an veganen und vegetarischen Speisen in dieser Stadt weiter an Gewicht gewonnen hat. Doch insgesamt gesehen haben die Tester bei ihren Restaurantbesuchen sehr unterschiedliche Erlebnisse dokumentieren dürfen: Die Bandbreite reicht von großer Euphorie bis zur bitteren Entscheidung, wenn wir ein Lokal von unserer Bestenliste der Leipziger Gastronomie streichen mussten. Das passiert, wenn die Küche versagt, der Service nur verpeilt ist und nicht einmal weiß, wie er die Wünsche der Gäste oder gar eine Reklamation aufzunehmen hat. Auch wenn die Preise völlig aus dem Ruder laufen, senken wir den Daumen. In diesen Fällen ist ein Lokal keine Empfehlung wert. Einen Anspruch auf Aufnahme in die »Hall of Fame« der besten 250 Leipziger haben nur jene, die ihre eignen, oft hoch gesteckten Ziele auch erfüllen. Die Redaktion ist schließlich den Lesern verpflichtet, um ihnen einen zuverlässigen Weg durch die Gastro-Szene dieser Stadt zu weisen. LEIPZIG TAG & NACHT ist kein PR-Blatt. So wie sein Träger, das Leipziger Stadtmagazin kreuzer, steht es seit seiner ersten Auflage für ehrlichen, unabhängigen Journalismus. Mit genau diesem Anspruch bereichern Verlag und Redaktion seit der Gründung der Kreuzer Medien GmbH 1991 die Presselandschaft dieser Stadt.

Wie in jeder Ausgabe ergänzt die 250 Tests ein umfangreicher Magazinteil. Er soll nicht nur unterhaltsam sein, sondern auch Blicke hinter die Kulissen erlauben. Es geht uns bei aller Affinität für das Thema Essen, Trinken und Genießen auch um die Menschen dahinter: Wer ist bereit, für oftmals wenig Geld in der Landwirtschaft zu schuften, hinter dem Herd zu stehen und am Tresen? Das sind in der Regel keine »nine to five-Jobs«, die sich von montags bis freitags erledigen lassen. Artgerecht gehaltene Tiere wollen auch am Wochenende und an Feiertagen gefüttert werden. Köche und Kellner arbeiten auch spät, wenn andere ihren Feierabend genießen. Wir haben aber nicht nur Landwirte und Fleischermeister, sondern auch Winzer, Bierbrauer und einen Whisky-Brenner in der Region besucht, dazu eine Kochschule, die in einem ihrer Kurse lehrt, wie sich aus Zutaten, die im Umkreis von 100 Kilometern wachsen oder verarbeitet werden, ein zauberhaftes Menü zubereiten lässt. Und was unsere Autoren auf ihrem Zug durch das Leipziger Nachtleben so passierte, steht in der Geschichte »L.E. all night long«. Zudem hat die Redaktion zum Rundtischgespräch geladen. Eltern und Gastronomen tauschten sich darüber aus, wie ein Lokal sein sollte, damit sich Familien vom jüngsten Spross bis zu den Großeltern wohlfühlen und gern wiederkommen.

Sollten Sie Ihr Lieblingslokal vermissen, dann sagen Sie es uns. Wir sind zwölf Monate im Jahr on tour und freuen uns immer über Tipps zu interessanten, kulinarischen Zielen.
Übrigens, LEIPZIG TAG & NACHT wurde zum ersten Mal auf FSC-zertifiziertem Recyling-Papier gedruckt.

Fotos © Paul Wilke

Leipzig Tag & Nacht 2016/17, 154 Seiten, ist im Bahnhofbuchhandel, im gut sortierten Fachhandel und hier (zzgl Porto) zum Preis von 8,80 € erhältlich.

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