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Editorial 08/2016

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der August-Ausgabe des kreuzer. Interims-Chefredakteur Tobias Prüwer berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Dabei sein ist alles? Das olympische Motto fixt nicht mehr jeden an in der Europäischen Union. Nachdem die Briten knapp, aber mehrheitlich für den Brexit, den EU-Austritt, abstimmten, stehen so ziemlich alle bedröppelt da. Chauvinisten aller Länder schwenken freudig ihre Nationalfahnen. Betroffene Sachsenbürger latschen in Unterzahl, aber moralisch gestärkt für den Sexit um den Ring. Und jenen, die an der Idee einer europäischen Republik aus vereinten Staaten festhalten, macht es Brüssel auch nicht gerade leicht. Es gibt Vieles zu kritisieren an der EU, von der unmenschlichen Flüchtlingspolitik in der Festung Europa bis zum Umstand, dass sie keine zusammengewachsene, sondern durch Wirtschaftsbande verzurrte Gemeinschaft ist. Nichts gegen Ökonomie an sich: Über die ollen Handelswege Reichsstraße und Königliche Straße war Leipzig immer schon handelstüchtig mit allen Enden des Kontinents eingebunden. Auch heute profitiert Leipzig von Europa. Statt aber aufzurechnen, welche Projekte nur dank EU-Förderung – der ganze Hipster-Westen etwa wäre ohne diese undenkbar – entstehen konnten, haben wir lieber Menschen nichtdeutscher Herkunft befragt. Wie leben und lieben sie in Leipzig – und warum ausgerechnet hier? Dass quasi als Prolog der Kurzzeitleipziger Friedrich Nietzsche zu Wort kommt, hat nichts mit der Nietzsche-Mode einer Leipziger Zeitung zu tun, sondern ist dem frühen Bekenntnis des Philosophen zur europäischen Idee geschuldet. Und als solches Bekenntnis verstehen wir – bei aller Kritik, die dort auch zu lesen ist – unsere Titelgeschichte über Europa in Leipzig. PS: Falls Sie noch nicht wussten, dass Schiller seine »Ode an die Freude« – genau, die mit dem Götterfunken – in Gohlis zusammenreimte, dann wissen Sie es jetzt.

Gut zu wissen ist auch, dass es in Leipzig endlich einen Buchladen für fremdsprachige Literatur gibt. Die nach wie vor empfehlenswerte Englisch-Etage der Connewitzer Verlagsbuchhandlung hat mit dem Lindenauer Laden Polylogue somit eine stimmige Ergänzung erfahren. Unser Literaturredakteur Olaf Schmidt hat sich dort begeistert umgesehen und sich von der Betreiberin Laure Le Cloarec ein paar Leseempfehlungen für Sie, liebe Leserinnen und Leser, mitgeben lassen.Wo Sie am besten bei schönem Wetter Ihr Buch – oder Ihre Zelte – aufschlagen können, lässt Sie unsere Redakteurin Franziska Reif im neuen Ausflug-&-Reise-Ressort wissen. Und noch eine frohe Botschaft ist zu verkünden: Das Schlechte Versteck hat einen würdig-kaschemmigen Nachfolger, der die Kunst, sich als Stehlampe zu tarnen, weiterführt.

Richten Sie sich bequem ein im Europahaus Leipzig und viel Spaß beim Lesen!

TOBIAS PRÜWER (als Vertretungs-Raabe, äh: Urlaubsüberbrückung)

chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

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Dein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Wolfgang Hunold | 28. Juli 2016 | um 12:49 Uhr

    Im Kreuzer 07 hat jemand einen Artikel über Neil Young geschrieben.
    Leider muss der Autor kein Fan gewesen sein, sonst hätte er nicht das falsche Alter angegeben. Neil Youn ist 70 Jahtre und nicht 65!!!!