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Märchen-Artistik

Das zauberhafte Duo Nicole & Martin schlägt sein Zelt auf

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Und plötzlich stand da ein Zelt im Clara-Park. Nahe von Glashaus und Standardwiese, gleich beim Stern ward ein weißes Stoffgehäuse aufgeschlagen. Passanten rieben sich die Augen. Wer das Zelt betrat, konnte Märchenhaftes erleben, nämlich ungewöhnlich poetische Märchendarbietungen.

Vor drei Jahren war es, als Nicole & Martin mit Zirkuswagen und -hülle nach Leipzig kamen. Seit mehr als 15 Jahren bereist das Ehepaar, das mit bürgerlichem Namen nicht ganz so flockig Gubler-Schranz heißt, die Welt und beseelt sie. Ihre höchst originelle Erzählweise begeistert alle Alter. Schauspiel trifft auf Musik und Artistik. Schillernde Kostüme, Gesang, kleine Gesten und große Spielfreude gehören zum Repertoire der beiden. Die Schweizer lernten sich auf einer Artistenschule kennen. Als eine befreundete Kindergärterin sie bat, doch mal für ihre Gruppe zu spielen, entdeckten sie ihre Leidenschaft, den Kleinen Geschichten zu erzählen. So innig sind ihre Zeltvorführungen, dass auch Ältere tief berührt werden von quasireligiösen Gefühlen.

Zwischen den Melodeien aus Harfe, Cello, Flöte, Handorgel und Dudelsack tauchen spektakuläre Nummern aus Partnerakrobatik auf, humorige Perlen und sympathisches Sprechtheater. Mitreißend ist wohl das beste Wort für den Zauber, den Nicole & Martin entfesseln.

Nun ist das Duo zurück, und zwar mit zwei archaischen Stoffen. »Das Mädchen ohne Hände« trickst den Teufel aus, jagt den Trickster zum Teufel und findet dabei zu sich selbst. Im »Eisenhans« finden Ritter im Wald einen Wilden Mann. Diese uralte Figur – sie taucht als Enkidu schon im Gilgamesch-Epos auf – beschreibt die Schwelle zwischen Kultur und Natur, auf welcher der Mensch als Bewohner zweier Welten immer wandelt. Wie Nicole & Martin auf dem Seil übe der Mensch den Balanceakt auf dieser Grenze. Vom Wilden Mann wird ein Prinz zusammen mit dem Publikum ins Geheimnis des Lebens eingeweiht; unter anderem in die Kunst des Tellerdrehens. Er gewinnt damit eine Prinzessin, der Zeltbesucher eine Stunde Entrückung und Verzückung. Und dann, nach drei Tagen, werden Nicole & Martin wieder verschwunden sein.

»Der Eisenhans«: 26./27.8., 17 Uhr, »Das Mädchen ohne Hände«: 28.8., 11 Uhr, Weißes Zelt, Anton-Bruckner-Allee, beim BSV AOK

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