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Trocken oder irrwitzig

Die Kinostarts im Überblick und was sonst Filmisches in der Stadt geschieht

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Ein Schatz, der nach dem Vorbild von Robin Hood verteilt werden soll – und erstmal gefunden werden muss –, und ein Kifferwitz, der es lustigerweise auf die große Leinwand geschafft hat, kann ma diese Woche im Kino sehen.

Film der Woche: Costi lebt mit Frau und Sohn eine bescheidene Beamtenexistenz in Bukarest. Abends erzählt er dem Sohn von den heldenhaften Taten des Robin Hood, der den Armen und Entrechteten half, indem er das erbeutete Gold der Reichen unter sie verteilte. Eines Tages klingelt Adrian, Nachbar aus dem vierten Stock und erzählt Costi von einem vergrabenen Schatz auf dem Grundstück seiner Familie. Ob er ihm helfen wolle, den Schatz zu finden, fragt Adrian, es fehle an Geld für den Fachmann für das im Boden verborgene Metall. Was immer die beiden finden, es werde am Ende gerecht geteilt.
In seinem neuen Film verwebt Regisseur Corneliu Porumboiu (»Police, Adjective«) auf originelle Weise das sozialrealistische Erzählen, für welches das rumänische Kino der letzten Jahre zurecht gefeiert wird, mit Versatzstücken des Abenteuer- und Märchenfilms. Eine kluge und dabei herrlich trockene Komödie. Ausführliche Kritik von Johannes Schade im aktuellen kreuzer.

»Der Schatz«: 6./7., 9.–12., 17.10., Cinémathèque in der naTo

Am 11. Oktober mit einer Einführung von Johannes Schade zum Einsatz schnittloser Montagen im Film.

Allmonatlich finden sich zahlreiche Animationsfilme für Kids in den Kinos ein. Die US-Produktionen von Pixar und Co. sind meist mit namhaften Sprechern versehen, zu denen auch Seth Rogen gehört. Bei den Aufnahmen zum dritten »Monsters vs. Aliens« kam ihm die Idee einen Animationsfilm zu machen, der ausschließlich für ein erwachsenes Publikum gedacht ist. Er holte sich zwei erfahrene Trickfilm-Regisseure, den Iren Greg Tiernan, der bis dahin ausschließlich die Abenteuer von »Thomas, die kleine Lokomotive« animiert hatte, und »Shrek 2«-Regisseur Conrad Vernon, und schrieb eine irrwitzige Story. Im Mittelpunkt des Abenteuers steht Frank, die Bockwurst. Er führt ein geregeltes Leben in einem Supermarkt mit den anderen Lebensmitteln. Das höchste Glück für ihn ist es, irgendwann von den Göttern aus dem Regal genommen zu werden und in einem heißen Brötchen zu landen. Was danach passiert, darüber schweigt die Legende allerdings. Als Frank eines Tages erfährt, dass die Allmächtigen eigentlich Massenmörder sind, sie häuten, kochen und bei lebendigem Leibe verspeisen wollen, macht er sich mit einer Handvoll Freunde daran, die Bewohner der Kaufhalle aufzuklären.
Wie schon bei seinen Drehbüchern zu »Das ist das Ende« oder »The Interview« wird dabei nicht an pubertären Witzchen gespart. Rogen und Co. nutzen die Freiheit des Mediums und treiben den Wahnwitz sogar noch ein paar Level höher. »Sausage Party« ist eigentlich ein Kifferwitz, der sich verselbständigt hat. Dass er jetzt tatsächlich mit einem großen Verleih in die Kinos kommt, ist irre. Manchmal wünscht man sich humortechnisch jedoch ein wenig mehr Hirn als Hose.

»Sausage Party«: ab 6.10., CineStar, Cineplex

Flimmerzeit August 2016

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