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Sommer im November

Die Filmstarts der Woche und was sonst noch Filmisches in der Stadt passiert

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Im November, wenn es draußen immer kälter und dunkler wird, finden in Leipzig alljährlich die Französischen Filmtage statt und holen auch in diesem Jahr ein wenig Lavendelduft, Sonne und viele spannende Filme nach Leipzig. Feierlich eröffnet werden die Filmtage in den Passage Kinos von Jérôme Salles Drama »L’Odysée«, das sich mit der Geschichte des berühmten Meeresforschers und Pioniers Jacques-Yves Cousteau auseinandersetzt und mit einer hochkarätigen Besetzung (Lambert Wilson, Audrey Tautou und Pierre Niney) aufwarten kann. Der Franzose Fabrice Luchini wird in diesem Jahr mit einer Hommage zu seinem 65. Geburtstag geehrt. Der Schauspieler begeisterte sowohl in Francois Ozons Psychodrama »In ihrem Haus« als auch als gutmütiger Hausherr in der Komödie »Nur für Personal!«. Bei den Französischen Filmtagen kann man nun auch seinen neusten Film »Ma Loute«, eine bitterböse Komödie von Bruno Dumont schon weit vor offiziellem deutschen Kinostart bestaunen. In der Retrospektive werden in diesem Jahr Filme der belgischen Regisseure Jean-Pierre und Luc Dardenne zu sehen sein, die bereits zweimal mit der goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurden. Auch in diesem Jahr lief mit »Das unbekannte Mädchen« ein Film der Brüder bei den großen französischen Filmfestspielen, der natürlich nun auch in Leipzig gezeigt wird. In der Schaubühne Lindenfels wird zu den Französischen Filmtagen zum ersten Mal eine Reihe zu sehen sein, die sich ganz dem frankophonen Animationsfilm widmet. Und diese Filme sind längst nicht nur für Kinder ein Erlebnis. Dazu gehört auch der Eröffnungsfilm des diesjährigen DOK Leipzig »Mein Leben als Zucchini«. Insbesondere ans junge Publikum wendet sich hingegen das mit den Französischen Filmtagen einhergehende Jugendfilmfestival »Cinéfête«, das Filme in der Originalsprache für Schulklassen aller Altersstufen im Programm hat.

Französische Filmtage: 16.–22.11., Passage Kinos,Schaubühne Lindenfels, www.franzoesische-filmtage.de

Film der Woche: Die Finnen und ihre Sauna sind untrennbar miteinander verbunden. Mehr als 1,5 Millionen Schwitzbuden gibt es in Finnland – eine für vier Finnen. In ihr kehren sich die Gefühle nach außen. Die Hitze öffnet Poren und Herzen. In der finnischen Gesellschaft wurde seit der Jahrtausendwende viel über die Gefühle der Frau gesprochen, es wurden Dokumentarfilme gedreht und in den Medien diskutiert. Aber wie steht es eigentlich mit den Männern? Das fragten sich die beiden Dokumentarfilmer Joonas Berghäll und Mika Hotakainen und gaben gestandenen Männern die Möglichkeit, ihr Herz vor der Kamera auszuschütten. Die Nacktheit schafft Intimität, die Hitze baut Barrieren ab. In der Sauna sieht dich niemand weinen, so lassen die unterschiedlichen Charaktere ihren Gefühlen freien Lauf. Es geht um Verlust und Schuld, Einsamkeit und Tod. Aber es gibt auch Momente der Hoffnung, ein neues Leben, eine neue Liebe. Mit ihrer Kamera reisten Berghäll und Hotakainen durch das Land und die Saunen, die mal in einem Wohnwagen, mal in einer Telefonzelle eingerichtet waren. Inmitten der malerischen, vielfältigen Landschaft werden so auch die unterschiedlichen Menschen, Schichten und Geschichten eingefangen. Da trifft ein Soldat auf Obdachlose, Knastbrüder auf Lokführer. Berührende Schicksalswege und gezeichnete Körper, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen. So entstand eine Bestandsaufnahme der männlichen finnischen Seele. Kein Wunder, dass sich der bewegende Dokumentarfilm zum Publikumshit in seiner Heimat entwickelte und sogar für den Oscar eingereicht wurde. In den vergangenen Jahren haben die beiden Regisseure nun erneut Hand angelegt und einen Director’s Cut erstellt, den der Filmverleih temperclay nun erstmals in die deutschen Kinos bringt. Mitsamt einer synchronisierten Fassung, um Barrieren niederzureißen, die den Weg zum Herz behindert könnten. Denn auf dieses emotionale Zentrum hat es »Was Männer sonst nicht zeigen« abgesehen – und trifft mitten ins Schwarze.

»Was Männer sonst nicht zeigen«: ab 10.11., Passage Kinos, ab 17.11., Kinobar Prager Frühling, ab 3.12., Schaubühne Lindenfels

William »Bill« Binney wuchs mit dem Schrecken der Kriege auf. Als Schatten in den Erinnerungen sei- nes Vaters, in den Nachrichtenbildern und Berichten von Freunden, die in den Vietnamkrieg zogen. Auch er wurde eingezogen, als er die Schule verließ. Doch man erkannte sein Potenzial und setzte ihn als Codebreaker ein. Hinter der dicken Brille und dem unscheinbaren Äußeren verbirgt sich ein geniales analytisches Hirn. Bill Binney gelingt es, Muster zu erkennen in Zeichenfolgen. So entschlüsselte er die Botschaften der Sowjets im Kalten Krieg und sagte ihre Feldzüge in Afghanistan auf den Tag genau voraus. Mit dem Bombenanschlag auf das World Trade Center 1993 begann eine neue Art der Bedrohung: der Terrorismus. Fortan setzte sich Binney, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, Fehler in der Kriegsführung zu verhindern und so Menschenleben zu retten, an die Programmierung von Thin Thread. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung digitaler Netzwerke realisierte sein Arbeitgeber, die National Security Agency, welches Gefahrenpotenzial im Internet lag. Binney entwickelte gemeinsam mit einem kleinen Team innerhalb der NSA einen Algorithmus, mit dem man in der Lage war, die gewaltige Menge an Daten zu analysieren und die Bewegungen potenzieller Attentäter zurückzuverfolgen. Machtspiele innerhalb der Agency und das fehlende Vertrauen gegenüber Binneys Projekt verhinderten den Einsatz der Software. 9/11 hätte so verhindert werden können, resümiert der hochspannende und gut recherchierte Dokumentarfilm des Österreichers Friedrich Moser. Sein Whistleblower deckt schockierende Einzelheiten aus dem Inneren einer verrufenen Behörde auf. Seine Analyse ist zwar einseitig – die Verantwortlichen waren nicht zu Stellungnahmen bereit –, aber schlüssig und sein Film unbedingt sehenswert.

»A Good American«: 10.–12., 15./16.11., Cineding, 15.11., 20./21., 30.11., Cinémathèque in der naTo

Der Preis der Jugendjury der diesjährigen Leipziger Filmkunstmesse ging in diesem Jahr an Jakob M. Erwas »Die Mitte der Welt«. Und welch schönere Auszeichnung kann es für einen Regisseur geben, als die Ehrung direkt von seiner Zielgruppe zu erhalten? Diese ist durchaus verdient: Den Romanstoff von Autor Andreas Steinhöfel, der auch schon die Vorlage für die Filme über Rico und Oskar lieferte, bringt Erwa mit großer Liebe zum Detail auf die Leinwand. Die Geschichte über das Erwachsenwerden erzählt der Regisseur in bunten Farben, poppiger Musik, schnellen Schnitten und kleinen Collagen, die sich wie selbstverständlich in den Filmverlauf fügen. Im Mittelpunkt steht der 17jährige Phil, der aus dem Sommercamp zurückkehrt und seine gewohnte Umgebung komplett verändert vorfindet: Seine Heimat wurde von einem heftigen Sturm erwischt, während seine Mutter und seine Zwillingsschwester plötzlich nicht mehr miteinander reden. Zu dritt leben sie in einer verwunschenen Villa in der Provinz, und Phil fällt es zunehmend schwer, das Schweigen der beiden Frauen zu akzeptieren. Aber erstmal hat er ein dringenderes Problem: Wie soll er bloß den hübschen neuen Mitschüler ansprechen, in den er sich in der ersten Sekunde verliebt hat? Zum Glück ist da noch seine beste Freundin Kat, ebenso unkonventionell wie Phil, und immer mit einem offenen Ohr für ihn. An die anfangs etwas gestelzt wirkende Jugendsprache gewöhnt man sich schnell, und bald kann sich kaum ein Zuschauer mehr dagegen wehren, mit Phil die erste große Liebe zu durchleben, mit der besten Freundin zu lachen und sich über Mutter und Schwester zu wundern.
Wo der Mittelpunkt der Welt ist, das muss jeder für sich entscheiden. Mittelpunkt des Films ist aber ganz klar Luis Hofmann (»Unter dem Sand«) als Phil, der mit seiner sehr authentisch wirkenden Darstellung gleichzeitig einen Rahmen für die liebenswert überzeichneten Nebencharaktere schafft.

»Die Mitte der Welt«: ab 10.11., Passage Kinos

Auch mit 80 wird Woody Allen nicht müde und so müssen wir auch in diesem Herbst nicht auf einen neuen Film von ihm verzichten. Zwischenzeitlich fühlt sich der New Yorker Neurotiker offensichtlich sogar unterfordert und entwickelte nebenher eine Fernsehserie für Amazon. Sein neuer Spielfilm hat derweil alles, was seine Fans und Verehrer lieben und schätzen: Witz, Charme, schwindelerregende Dialoge und einen Stoßseufzer Nostalgie. »Café Society« trägt uns zurück in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der junge Bobby (Jesse Eisenberg) zieht aus der Bronx nach Hollywood, weg von seinem kriminellen Bruder und der jüdischen Mischpoke, hinein in ein aufregendes Leben inmitten der Stars und Sternchen. Immerhin ist sein Onkel Phil Stern (Steve Carell) ein einflussreicher Agent. Der schiebt ihn jedoch seiner Assistentin Vonnie (Kristen Stewart) zu, damit sie ihm die Stadt zeigt. Zwischen den beiden funkt es und das Leben scheint gut für Bobby. Doch Vonnie hat eine Affäre mit seinem Onkel, von der am besten niemand etwas erfährt. Mit einem pointierten Drehbuch, das allerlei Seitenhiebe an die Traumfabrik bereit hält, und einer einnehmenden Ausstattung knüpft Woody Allen leichtfüßig an seine besten Filme an. Zwar plätschert »Café Society« hier und da etwas, Woodys 56. ist aber dennoch seine beste Komödie seit seinem bisher größten Publikumserfolg »Midnight in Paris«.

»Café Society«: ab 10.11., Passage Kinos (auch OmU)

Am Anfang ist die Wüste – ein Ödland, das den sozialen Brennpunkt Mexiko vom »gelobten Land«, den Vereinigten Staaten, trennt. Hier versucht der 19jährige Nero die Grenze zu überqueren. Er rennt um seine Freiheit, doch es ist vergeblich. Er wird gefasst und deportiert. Doch Nero gibt nicht auf und schließlich gelingt ihm die Flucht. Er kommt nach Los Angeles, Ziel unzähliger illegaler Einwanderer und neue Heimat seines Bruders Jesus. Der lebt in einer prunkvollen Villa mit der schönen Mercedes und heißt Nero willkommen im neuen Leben. Doch Jesus‘ Glück ist nur Schein. Für Nero bleibt nur ein Ausweg: er heuert als US-Soldat an, um sich seine »Green Card« zu verdienen.
Der iranische Filmemacher Rafi Pitts (»Zeit des Zorns«) bewies schon früher seine Gabe, Hochspannung vor dem Hintergrund sozialer Missstände zu inszenieren. Mit „Soy Nero“ war er zum dritten Mal im Wettbewerb der Berlinale vertreten. In kraftvollen Bilder schildert er das realistische Schicksal eines Jungen, der von einem besseren Leben träumt, vom Land seiner Träume aber gejagt und verheizt wird.

»Soy Nero«: ab 10.11., Kinobar Prager Frühling

Auch wenn der Kampf um ihre Rechte andauert und noch viel für die gesellschaftliche Akzeptanz von Transmenschen getan werden muss, sind geschlechtsangleichende Operationen doch in unseren Breiten bereits Alltag. Wie sieht es aber in einem repressiven Staat wie Kuba aus? Einmal im Jahr kommt eine Gruppe von niederländischen Ärzten in das einstmals isolierte Land, das sich allmählich dem Westen öffnet. Auf Initiative von Fidel Castros Nichte führen sie dort kostenlose Umwandlungen durch. Mariela Castro ist eine flammende Fürsprecherin der LGBT-Community. Ihr Motto: »Nein zur Homophobie, ja zum Sozialismus!« Die Operationen sind aber nur einem kleinen Teil der Frauen vergönnt. Die Bewerbung gleicht einem Lottospiel. Derweil schlagen sich die Frauen durchs entbehrungsreiche Alltagsleben. Daniel Abma (»Beyond Wriezen«) begleitete drei von ihnen auf dem Weg in ein würdiges Leben. Dabei gelingen ihm intime Einblicke in das Leben in der kubanischen Gesellschaft und den Kampf um Toleranz. Fern von Klischees entstand so ein etwas anderes Bild von Kuba, mehr als 50 Jahre nach der Revolution.

»Transit Havana«: 13.11., Luru Kino in der Spinnerei, ab 8.12. im Cineding

Am Anfang wähnt man sich im falschen Film: »Die Tänzerin« beginnt im Wilden Westen. Die staubige Prärie ist das Zuhause von Loïe Fuller, die mit ihrem Vater, einem Rodeoreiter, im amerikanischen Westen lebt. Doch ihr Traum ist es, einmal in der Pariser Oper zu tanzen und als ihr Vater stirbt, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Mutter, die in einem Konvent lebt. Hier macht sie die ersten Tanzschritte auf einer Bühne und lernt den gönnerhaften Adligen Louis Dorsay kennen. Die strickten Regeln der Glaubensgemeinschaft werden Loïe aber schon bald zu eng und sie flieht nach Paris, um endlich ihrem Traum nachgehen zu können. Die junge Frau blüht auf, findet Menschen, die an sie glauben und verliebt sich in die exzentrische Tänzerin Isadora Duncan, die Teil ihrer Compagnie wird. Doch Loïes Gesundheit ist schwach und der revolutionäre Tanzstil, den sie entwickelt, fordert ihren Tribut.
Wer hätte gedacht, dass sich in einem Pferdestall irgendwann am Ende des 19. Jahrhunderts eines der revolutionärsten Tanzgenies der Moderne versteckt? Wohl niemand und wem der Name Loïe Fuller bislang nichts sagte, der kann die faszinierende Persönlichkeit mit Stéphanie Di Giustos Biopic nun kennenlernen. Was als recht konventionelle Nacherzählung beginnt, entwickelt einen faszinierenden Sog, wenn sich der Schauplatz nach Paris verlagert und Loïes betörende Tanzschritte und die von ihr entwickelten schmetterlingshaften Kostüme zum ersten Mal die Leinwand füllen. Einen großen Teil seiner Faszination hat »Die Tänzerin« seiner beeindruckenden Hauptdarstellerin zu verdanken: Stéphanie Sokolinski ist als SOKO in ihrer französischen Heimat vor allem als Sängerin bekannt. Sie verkörpert Loïe Fuller mit energischer Präsenz, ihr burschikoses Auftreten, die Selbstzweifel und die grenzenlose Hingabe zu ihrer Kunst hinterlassen tiefe Eindrücke.

»Die Tänzerin«: ab 3.11., Passage Kinos

Flimmerzeit_Oktober_2016

 

Weitere Filmtermine der Woche

Kurz & Gut
Kurzfilme von Studenten der Universität Leipzig
10.11., um 20 Uhr, Passage Kinos

Oasis: Supersonic
Die britische Band Oasis der Brüder Noel und Liam Gallagher hat Musikgeschichte geschrieben. Regisseur Mat Whitecross dringt mit der Dokumentation tief in die Geschichte und die Archive der Band ein.
10.11., 21 Uhr, Kinobar Prager Frühling
13., 16.11., 17.15 Uhr, Schauburg

Anima – Marionettenleben
Puppenspieler aus Belgien, Frankreich, Japan, Deutschland, Georgien und Großbritannien werden filmisch porträtiert. – euro-scene Leipzig
11.11., 16.30 Uhr, Passage Kinos

Filmvorführung Leidenschaft
Ein Filmprojekt zwischen Dokumentation und Spiel
11.11., 19.30 Uhr, Villa

Bent Bemeet Bent
Neun Frauen an ihrem Lieblingsplätzen Kairos. Im Film sprechen sie über Geschlechterrollen, sexuelle Belästigung und ihren Umgang damit.
12.11., 18 Uhr, Galerie KUB (OmeU)

Mythos Freiheit: Körper (2)
Mythos Freiheit // KÖRPER (2) führt die im Jahr 2015 begonnene Reihe im Rahmen der Hirschfeld-Tage 2016 fort, zeigt Zusammenhänge und Widersprüche im Geschlechter- und Körperverständnis auf und bringt sie sexpositiv durcheinander. Die Filme werden durch Vorträge bzw. Diskussionen mit Experten begleitet.
12.–15.11., Cinémathèque in der naTo

Fucking Mystic
Eine Transfrau zieht vom Land in die kalifornische Bay Area, wo sie beinahe magische erotische Anziehungskraft entwickelt. Ein queerfeministischer, body-positiver und emanzipatorischer Pornofilm der »Queen of Queer Porn«, Courtney Trouble.
12.11., 22 Uhr

Yes, we fuck
In der Doku kommen queerfeministische Aktivistinnen und Aktivisten zu Wort, die sich dagegen wehren, dass die Gesellschaft Menschen mit Behinderungen das Bedürfnis und Recht auf Sexualität in weiten Teilen abspricht. Anschl. Diskussion mit Christian Bayerlein und Josephine Thom über das Thema »Handicap und Sexualität«.
12.11., 19.30 Uhr

Yeah, maybe no
Ein junger schwuler Student setzt sich damit auseinander, wie er einst mehrfach sexuell missbraucht wurde, und auch andere Vergewaltigungsopfer, darunter die Regisseurin selbst, kommen zu Wort. Anschl. Gespräch mit Mithu Sanyal, Autorin des Buches »Vergewaltigung«.
13.11., 19 Uhr

Pay it no Mind: The Life and Times of Marsha P. Johnson
»I got my civil rights!« schrie am 28. Juni 1969 die schwarze Transfrau Marsha P. Johnson im New Yorker Stonewall Inn, als einmal wieder Polizisten die homo- und transsexuelle Gemeinde drangsalierten, warf ein Glas in einen Spiegel und löste so den ersten LGBTIQ-Riot mit aus. Die Doku widmet sich dieser starken Persönlichkeit, die 1992 unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Zum Film gibt es den Vortrag »Queer und (Anti-)Kapitalismus« von Heinz-Jürgen Voß.
15.11., 19.30 Uhr

Best-of Kurzsuechtig 2016
Die frisch geformte Filmachse präsentiert ein Werkstattgespräch mit den Filmemachern Thomas Stuber und Alina Cyranek in Kombination mit einer Auswahl aus dem Programm des diesjährigen Kurzsuechtig-Kurzfilmfestivals. Die Regisseure stellen ihre Werke, die Arbeitsweisen und Hintergründe anhand von Arbeitsproben und Filmbeispielen vor und geben einen Einblick in die hohe Kunst des kurzen Films.
13.11., 14 Uhr (Werkstattgespräche), 17 Uhr (Best of), Luru-Kino in der Spinnerei

Der schwarze Nazi
Die Deutschwerdung von Sikumoya auf der großen Leinwand, basierend auf dem Kurzfilm von 2006. Eine gelungene Groteske, mit winzigem Budget gedreht vom Leipziger Filmkollektiv Cinemabstruso. – Film und Feier zum DVD Release.
13.11., 19 Uhr, Neues Schauspiel Leipzig

Was wurde aus der SED?
Der Titel dieser Doku ist Programm. Filmvorführung und Gespräch, u. a. mit Regisseur Jan N. Lorenzen
15.11., 19 Uhr, Zeitgeschichtliches Forum

Horror-Doppel mit Donis
Horror-Papst Donis entführt diesen Monat mit dem »Dead Snow«-Doppel in die wunderbare Welt einer norwegischen Horror-Komödie, in der untote SS-Soldaten ihr Unwesen treiben.
16.11., 20 Uhr, Luru-Kino in der Spinnerei

Human – Die Menschheit
Der preisgekrönte Fotograf und Filmemacher Yann Arthus-Bertrand lässt Menschen mit unterschiedlichem Background rund um die Welt über das Menschsein nachdenken. Ausdrucksstarke Bilder und berührende Geschichten faszinieren über die mehr als zweistündige Laufzeit.
16.11., 11 Uhr, Passage Kinos

Tim Burton’s Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche
Animations-Adaption einer russischen Kurzgeschichte: Bei der Probe für seine Hochzeit erweckt der Bräutigam versehentlich eine Leiche zum Leben, die ihn ins Reich der Toten zerrt. Dort geht es allerdings alles andere als traurig zu und die Geisterbraut entpuppt sich als liebenswerte Frau mit tragischem Schicksal.
17.11., 20 Uhr, Moritzbastei

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