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Pfefferkuchen besuchen

Perle der Provinz: Ein Tag in Pulsnitz

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Echte Pulsnitzer kommen nur aus Pulsnitz. Gemeint sind freilich nicht die Bewohner des Städtchens am Rand der Oberlausitz, es geht um die Lebkuchen. Die heißen hier Pfefferkuchen, weil man früher zu allen exotischen Gewürzen Pfeffer sagte.

Die Pulsnitzer Bäcker bekamen Ende des 16. Jahrhunderts das Recht erteilt, Kuchen mit solcherlei Gewürz zu backen. Das machen sie hier bis heute in einem knappen Dutzend Pfefferküchlereien und in einer Lebkuchenfabrik. Die Pulsnitzer Pfefferkuchen unterscheiden sich von anderen vorrangig dadurch, dass ihr Teig länger reift. Außerdem sind Herstellung und Verkauf eine ganzjährige Angelegenheit, also nicht nur auf den Advent beschränkt.

In die Geschichte ein ging der zwei Jahre währende Pfefferkuchenstreit im 17. Jahrhundert. Pulsnitzer Pfefferküchlern hatte der Stadtrat des nahe gelegenen Kamenz verboten, auf dem dortigen Markt zu verkaufen. Der Streit wurde beigelegt und so konnten die Kamenzer zu jedem Markttag die Pulsnitzer Gebäcke erwerben. Keine 50 Jahre später war es wieder ein Kamenzer, der verlangte, die Pulsnitzer vom Dresdner Striezelmarkt auszuschließen. Auch er blieb erfolglos. Abgesehen vom Gebäck hat sich Pulsnitz in seiner Geschichte mit Lausitzer Keramik und Blaudruck einen Namen gemacht.

Draußen: Der Marktplatz steht unter Denkmalschutz. Unweit davon liegen der Ziegenbalgplatz, auch mit alten Gebäuden, und der Julius-Kühn-Platz mit einem steinernen Brunnen, der ältesten Töpferei und der einstmals ersten Pfefferküchlerei. Der Bildhauer Julius Rietschel ist ein Sohn der Stadt, dem auf dem Marktplatz ein Denkmal gewidmet ist. Aus der Zeit Anfang des 15. Jahrhunderts stammt die bäuerliche Zufluchtsstätte Perfert, in der heute bäuerliches Gerät ausgestellt ist. Das Schloss, einst eine Wasserburg, dient heute der Reha. Der Park im englisch-französischen Stil ist öffentlich zugänglich, ebenso der Schlossteich samt Gondeln und der Stadtpark gegenüber der Michaeliskirche. Auf dem Friedhof liegt unter anderem Max Schreyer, der Dichter des Liedes »Dar Vuglbärbaam«, der in der Stadt seine letzten Jahre verbrachte. Im Nordwesten, nur sechs Kilometer vom Marktplatz entfernt, liegt der Pulsnitzer Hausberg, der gut 400 Meter hohe Keulenberg.

Drinnen: Das Stadtmuseum in der Goethestraße erzählt aus der Stadtgeschichte. Am Markt befindet sich eine Pfefferkuchenschauwerkstatt.

Mit Kindern: In der Schauwerkstatt können (nicht nur) Kinder selbst Pfefferkuchen backen.

Abends: Der Ratskeller hat Pfefferkuchenschnitzel mit Pfefferkuchensauce, in der Bar Harlekin gibt es ab und an Livemusik. Auf dem Keulenberg ist man den Sternen näher als in der Stadt.

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