DOK LEIPZIG 29. OKTOBER – 4. NOVEMBER 2018
61. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Tipp: A Baptism of Fire

Die moderne Infrastruktur der Medien ermöglicht heute einen nahezu ungebrochenen Fluss an Informationen und Nachrichten. Der Ursprung der Bilder und die Umstände ihres Entstehens können in dieser Geschwindigkeit kaum mehr einzeln wahrgenommen werden. »A Baptism of Fire« des 1984 geborenen Regisseurs Jérôme Clément-Wilz wirft den Zuschauer mitten hinein in das prekäre Geschäft mit den Bildern – hautnah am Alltag junger Journalistinnen und Journalisten, die sich in die Kriegs- und Krisengebiete dieser Welt wagen, um authentische Eindrücke aus erster Hand zu liefern.

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Versicherung gegen Nagelbomben

Der »Der Kuaför aus der Keupstraße« erinnert an den Nagelbombenanschlag von Köln – und erzählt endlich auch die Geschichte der Opfer, die lange als Täter galten

kuafoer»Viele haben vergessen, was uns passiert ist«, sagt Abdulla Özkan unter Applaus. Vor elf Jahren wurde Özkan von einem Nagel im Hals getroffen. 2004 in Köln war das, in der Keupstraße, also dort, wo viel Türken ihre Geschäfte haben. Sieben Jahre lang haben die Ermittler versucht, die Täter hinter dem Nagelbombenattentat zu finden – unter den Türken, unter den Opfern. Bis sich herausstellte, dass hier die rechtsextreme Terrororganisation NSU ihren Fremdenhass mit Gewalt herausgelassen hat.

Der Dokumentarfilm »Der Kuaför aus der Keupstraße«, der am Dienstag beim DOK in Leipzig Weltpremiere feierte, rekonstruiert weniger das Attentat selbst, sondern vielmehr das Hinterher. Spricht mit den Friseurinhabern, dessen Laden zerstört wurde, und mit ihren Nachbarn. Zeigt den Skandal der Ermittlungen, die den Opfern nicht glauben wollten. Weiterlesen

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Tipp: John Wayne und Witold Giersz

Eine unterhaltsame Werkschau mit Cowboys und Pferden

Witold Giersz

Der Meister des polnischen Animationsfilms Witold Giersz hat eine ganz klare Vorliebe für den Wilden Westen, Cowboys und Western. Was wohl auch der mangelnden Reisefreiheit zu Zeiten des eisernen Vorhangs geschuldet ist. Im Programm »Farben im Galopp – Der Animationskünstler Witold Giersz« läuft u.a. der Kurzfilm »Horses« aus dem Jahr 1967, den Giersz damals nicht in die DDR begleiten konnte. Doch auch diesmal hat der Animator mit diesem Film kein Glück. »Horses« müsste in Cinemascope projiziert werden, wurde jedoch versehentlich im falschen Format an das Festival geschickt. Giersz, ein Mann des trockenen Humors, bittet daher die durch den Formatwechsel von titelgebenden Pferden zu Giraffen mutierten Wesen zu entschuldigen. Weiterlesen

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Utopie und Zuversicht

»Als wir die Zukunft waren« erzählt vom Aufwachsen in den frühen Jahren der DDR

alswirdiezukunftwaren»Ihr jungen Menschen, frisch und aufstrebend, seid das erblühende Leben […]. Unsere Hoffnungen ruhen auf euch«, soll Mao 1957 gesagt haben. Im Sommer 1968 ist der jugendliche Thomas Knauf, der später Drehbuchautor und Regisseur werden sollte, in Warschau und bekommt dort die »Bibel« des aus DDR-Perspektive als Renegaten einzustufenden Mao in die Hand. Zu dieser Zeit war es mit den geradezu naiven Hoffnungen in die Jugend im besseren Deutschland nicht mehr ganz so weit her. Davon erzählt nicht nur die Episode des gebürtigen Hallensers Knauf. Weiterlesen

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Als es dunkel wurde im Saal

Eindrücke vom ersten Tag

Der erste Tag mit prallem Filmprogramm auf dem diesjährigen 58. DOK Leipzig ist zu Ende – die Kinos waren voll, die Sonne schien, aber ich sah sie nur flüchtig auf dem Weg von Kino zu Kino. Viele Menschen drängen sich vormittags im Cinestar vor den Sälen, aber die Schlangen schrumpfen rasch – alles scheint reibungslos zu laufen. Weiterlesen

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Tipp »Reach for the SKY«

Polizeisirenen heulen, ganze Straßenzüge sind abgesperrt, Menschen applaudieren, während Schüler hastig an ihnen vorbeieilen – was klingt wie ein Marathon, ist in Südkorea der Tag der großen Schul-Abschlussprüfungen. Alle müssen rechtzeitig erscheinen, wer zu spät zu kommen droht, bekommt auch schon mal eine Polizeieskorte. Der Test ist die alles entscheidende Antwort auf die Frage, welche Uni die Schüler besuchen dürfen. Das Ziel: SKY – die drei besten Unis im Land. Dort angenommen zu werden, garantiert den Studenten hohes Ansehen innerhalb der Familie und die besten Aussichten auf einen Job. Und so nehmen die Schüler im ganzen Land oft die völlige Isolation von ihren Freunden und jeglichen Freizeitaktivitäten in Kauf, während die Familien sich für Lernmaterial und Nachhilfe hoch verschulden. »Reach for the SKY« begleitet einige dieser Schüler während ihrer Vorbereitung auf ihre große Prüfung. Der Lerneifer und die bedingungslose Hingabe an das System ist nüchtern dargestellt, die Schüler reden wie selbstverständlich von all den Opfern, die sie bringen müssen. Damit wirkt die Dokumentation teilweise regelrecht beängstigend und stellt die Anforderungen in Frage, die heutzutage auf die Schüler einprasseln. Weiterlesen

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Tipp »Pervert Park«

Behutsam erzählt »Pervert Park« die Geschichte von verurteilten Sexualstraftätern, die nach ihrer Entlassung aus der Haft in einem Trailerpark unter ihresgleichen leben. In klaren Bildern und auf einfühlsame Weise lässt der Film seine Hauptfiguren erzählen: Von häuslicher Gewalt und großen Tragödien, die wiederum zu mehr häuslicher Gewalt und größeren Tragödien führten. Es gibt keine Schuldzuweisungen oder Erklärungsversuche – alle Beteiligten sind sich ihrer Schuld mehr als bewusst. Und doch verurteilt der Film nicht radikal, sondern lässt einen Platz für Würde und Menschlichkeit. Weiterlesen

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Tipp: »Snails«

snailsDas große Geld machen – das wäre schön! Auf die Idee, dieses mit Schneckenzucht zu verdienen, kommen allerdings die Wenigsten. Zwei polnische Brüder nehmen sich der schleimigen Tierchen an, doch die machen es den beiden Neu-Züchtern nicht so leicht wie gedacht. Denn auch wenn Schnecken seeehr langsam sind – weglaufen können sie trotzdem. »Snails« überzeugt mit viel Humor und einer für Schnecken völlig unerwarteten Ästhetik. Weiterlesen

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Körper von Gewicht

Reihe außer der Reihe: »Bodycheck« widmet sich den Leib-Seele-Problemen Heranwachsender

thischairisnotmeAlan ist einsam. Mit gelähmter Motorik sitzt er im Rollstuhl isoliert zu Hause. Dass er einmal tanzen wird, glaubt er selbst sicherlich zuletzt. Immerhin kann er via Funk Kontakt mit der außerhäuslichen Außenwelt halten. Doch als ihm sein Vater das Funken verbietet, nimmt Alan kurzerhand Reißaus und flieht nach London. Nachdem Schritt der Befreiung ist nichts mehr, wie es mal war. Bekannte sammeln für einen Sprachcomputer, der einst Unglückliche nimmt sich neue Freiheiten, lernt das selbstbestimmte Leben kennen und lebt heute als Tanzlehrer. In nur zehn Minuten findet sich der Akt der Selbstermächtigung im Film »This Chair is not Me« (R: Andy Taylor Smith, UK 2013) eingefangen, der zur besonders für Jugendliche ausgerichteten Reihe »Bodycheck« gehört. Weiterlesen

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Transitzone als neue Mauer

Die Retrospektive »Grenzen ziehen … Europa seit 1990« thematisiert erschreckend aktuelle Fragen

jorgeLars Meyer ist entsetzt. Dass die Retrospektive »Grenzen ziehen … Europa seit 1990« so aktuell sein würde, hat er dann auch nicht gedacht. »Jetzt wird wieder über die Schaffung von Grenzen nachgedacht – jede Woche deutlicher«, sagt er zu Einführung. »Transitzone – das ist ein Unwort, das nur eine neue Mauer bezeichnet.« Weiterlesen

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Legida anschreien

Die neue Festivaldirektorin hält eine politische Rede auf der Eröffnungsfeier, die etwas chaotisch wirkt und immer noch zu lange dauert

Leena Pasanen, Foto: DOK Leipzig/ Susann Jehnichen

Leena Pasanen, Foto: DOK/ S. Jehnichen

Plötzlich steht sie da. Leena Pasanen, die neue Festivaldirektorin. Es herrscht noch ein bisschen Unruhe von Leuten, die ihre Plätze im großen Cinestar-8-Kinosaal einnehmen, als sie die Bühne betritt und zu reden anfängt. Nach warmen Worten der Begrüßung dauert es nicht lange, bis sie auf Legida zu sprechen kommt, die zeitgleich in der Innenstadt demonstrieren und fremdenfeindliche Parolen brüllen. Sie habe sich das lange angesehen, »aber ich sollte wohl besser zurückschreien«, sagt die Finnin, die drei Jahre in Budapest gelebt und die Veränderungen unter der Orbán-Regierung persönlich miterlebt hat. Dokumentarfilme seien ein hervorragendes Mittel, um Ignoranz und Engstirnigkeit zu bekämpfen. Deswegen empfehle sie jedem Legida-Sympathisanten, jetzt lieber in den Hauptbahnhof zu gehen, wo zur gleichen Zeit der Eröffnungsfilm »Alles andere zeigt die Zeit« zu sehen ist.

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Leena Pasanen im Interview

Ein gutes Jahr wohnt die neue Festivaldirektorin Leena Pasanen nun in Leipzig. Bevor das DOK richtig losging, hatten die DOK Spotters die Möglichkeit sie zu treffen und ihr ein paar exklusive Fragen zu stellen – zum Festival, aber natürlich auch zu ihrer Person.

http://dok-spotters.de/de/2015/10/26/die-festivaldirektorin-und-ihr-kleines-fettes-pony/

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Tagestipp »Floating Life«

Fast wirkt die Leere auf den endlosen Weiten des Loktak im Norden Indiens wie ein direkter Gegensatz zu den überfüllten Großstädten. Doch die Zivilisation zeigt sich von ihrer schmutzigsten Seite in Bergen von Müll, die an die Küsten geschwemmt werden. floatinglife

Verantwortlich macht die Regierung die Menschen, die auf künstlichen Inseln aus Schwemmland seit Generationen ihre Hütten bauen – absurd, sind die Fischer doch angewiesen auf das fragile ökologische Gleichgewicht des Sees. Die Gründe, warum ihre Siedlungen ein Dorn im Auge der Regierung sind, liegen woanders und die kommerzielle Nutzung des Sees für Wasserkraftwerke ist da ein nicht unwesentlicher Faktor. Weit draußen leben die Siedler heute, möglichst weit von der Küste und dem Arm des Gesetzes entfernt und außerhalb der Gesellschaft. Immer wieder zerstören die staatlichen Organe die Hütten, immer wieder bauen die Fischer sie auf. Sie haben nichts anderes. In beeindruckenden Aufnahmen der Natur und der Menschen, die im Einklang mit ihr überleben, zeigt Haobam Paban Kumar das bedrohte Leben einer im Untergang befindlichen Zivilisation. Die Hintergründe sind schwer zu erfassen und werden in den Büros der Städte geschmiedet. Die Auswirkungen treffen die Menschen, die Kumar über Jahre hinweg begleitete, direkt und unerbittlich. Mit dem Mut der Verzweiflung haben die Menschen begonnen, sich zur Wehr zu setzen. Doch wie lange reicht ihre Energie?

Lars Tunçay

27.10.2015, 17:30, Cinémathèque Leipzig

30.10.2015, 22:30, Passage Kinos Filmeck

 

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Kaffee und Mate – es geht los

Als DOK Spotters berichten 13 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 20 Jahren von ihren Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen im Kino und mit den Filmemachern. Bevor es heute richtig los geht, haben sie sich selbst als Filmemacher versucht, und geben hier einen kurzen, aber detaillierten Einblick in das, »was wir den ganzen Tag über so machen.«

http://dok-spotters.de

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Auferstanden aus Ruinen

Der Filmemacher Andreas Voigt eröffnet das Dokfestival mit einem Beitrag zur Chronik der Menschen dieser Stadt

allesanderezeigtdiezeitDie Bilder könnten auch von 1945 sein: überall Trümmer und Schutt, dazwischen ragen Abrisshäuser auf, aus denen Jugendliche mit Kippe und Bier in der Hand die Füße baumeln lassen. Es ist 1990, das Jahr des Beitritts, und das Land, das hier in Trümmern liegt, ist die DDR, Stadt Leipzig. Vor dem besetzten Haus in der Stockartstraße steht Isabel. Selbstbewusst und offen spricht die 12-Jährige mit der wilden Mähne in die Kamera. Über Wünsche, Träume und ganz unmittelbare Dinge wie den Alltag mit den Glatzen. Eine Lehre als Frisörin könnte sie sich vorstellen. Darüber, ihr Viertel zu verlassen, denkt sie nicht nach.

Isabel ist eine der Protagonistinnen von Andreas Voigts Leipzig-Zyklus. 1986 nahm dieser seinen Anfang. Protagonist damals war Alfred, ein alter Arbeiter, gezeichnet vom Leben. Kennengelernt hatte der Filmemacher ihn durch ein Porträt eines befreundeten Malers. Als er Alfred traf, war für Voigt, der damals noch an der Filmhochschule studierte, auf Anhieb klar, dass er einen Film über ihn drehen wollte. »Der saß da in einem riesigen Berg von Büchern, las Heidegger und Nietzsche, Stalin und Rosa Luxemburg und erzählte aus seinem Leben. Daraus sind dann in zwei Tagen hochspannende Tonaufnahmen entstanden und zwei Tage später ist Alfred gestorben«, erinnert sich Voigt. »Da standen wir dann mit diesem Vermächtnis in der Hand, das wir jemandem mitteilen wollten, und daraus haben wir eine sehr subjektive Rekonstruktion eines deutschen Arbeiterlebens gemacht, das durch alle Höhen und Tiefen, alle Konflikte des letzten Jahrhunderts gegangen ist. Dieser Zufall führte mich nach Leipzig.« Weiterlesen

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Zum Anfassen

DOK Neuland ist der augenzwinkernde Titel einer interaktiven Ausstellung im Herzen des Festivals

dok-neulandAlles ist neu: Nach dem Wechsel an der Festivalspitze wird die Frischzellenkur mit dem Herannahen der DOK-Woche immer deutlicher. Die wird sich in diesem Jahrgang nicht nur in der Fusion der beiden Säulen Dokumentar- und Animationsfilm bemerkbar machen. Das DOK Leipzig betritt Neuland. So nennt sich auch eine Ausstellung, die das Festival hinein ins Herz der Stadt trägt. Mitten auf dem Marktplatz baut das DOK seine Zelte auf und präsentiert vom 27. bis 31. Oktober interaktive Arbeiten, die neue Formen des non-fiktionalen Geschichtenerzählens abseits der Kinoleinwand aufzeigen. Virtual Reality, Webdokus, Games und Apps setzen sich mit dem Genre des Dokumentarfilms auseinander und loten neue Möglichkeiten aus. Entwickelt wurden sie in Experimentierlaboren wie dem Net Lab, die seit einigen Jahren das Festival begleiten. Weiterlesen

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Das DOK Leipzig wird groß

DOK-Leipzig-zuschauer_2013Das Programm des 58. Internationalen Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm ist so umfangreich, dass an dieser Stelle nur ein erster, kleiner Blick auf einige der Highlights geworfen sei. Die ausführliche Betrachtung der einzelnen Programme und Sektionen gibt es in den folgenden Tagen auf den Seiten des kreuzer-DOK-Blogs.

Die prominentesten Nebensektionen sind auch in diesem Jahr klar definiert: Die Retrospektive »Grenzen ziehen« setzt sich mit unserem Europa seit 1990 auseinander; der Länderfokus »Himmelsstürmer« blickt nach Südkorea; zwei Hommagen widmen sich zum einen dem Werk des englischen Filmemachers und Videokünstlers John Smith, zum anderen dem polnischen Animationskünstler Witold Giersz. Das Animationsfilmfestival richtet den Blick nach Afrika und bringt seltene »Subsaharische Trickfilme« auf die Leinwände. Das Programm »Collagen aus dem Untergrund« wagt den Spagat mit animierten Dokumentarfilmen aus Ungarn. Daneben setzt Andreas Voigt seinen Filmzyklus

»Leipzig 1986 bis 2015« fort, im Hauptbahnhof flimmern historische Filme in einem Zeitkino und zwei DEFA-Programme beschreiben die künstlerische Arbeit von Animationsfilmern und die Faszination für Zukunftswelten in der DDR.

Für die Festivalbesucher ist es also auch in diesem Jahr essenziell, sich vorher zu informieren und zu planen. Das Kartenvorverkaufssystem hat sich im letzten Jahr bewährt, ist aber sicherlich noch verbesserungsfähig. Hinter den Kulissen wird fleißig geschraubt, gesichtet, geplant, und dann kann es am Montag losgehen mit dem 58. DOK Leipzig (26.10.–1.11.) und dem kreuzer-DOK-Blog. Glück auf!

LARS TUNÇAY

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Esquire von Matthew Buchanan