DOK LEIPZIG 29. OKTOBER – 4. NOVEMBER 2018
61. INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Versteckspiel

»Ayan and the White Balloon« ist Konfrontation zwischen Weggegangenen und Dagebliebenen

ayanFilme drehen kann anstrengen: Wieder und wieder müssen die Szenen gedreht werden, werden Dinge und Schauspieler von Neuem arrangiert. Anfängliche Fröhlichkeit und ausgelassenes Feiern miteinander verwandeln sich, wenn die Nerven blank liegen, schnell in Vorwürfe, statt gemeinsamen Gesängen hört man grundsätzliche Fragen. Die Filmemacherin Vida Dena hat, weil sie nicht mehr arbeiten konnte, den Iran Richtung Europa verlassen. Als sie nach fünf Jahren wiederkommt, um mit Freunden einen Film zu drehen, wird ihr erklärt, dass auch für die Dagebliebenen das Leben weitergegangen ist. Das heißt auch, dass die Rückkehrer nicht einfach an das anknüpfen können, was sie bei ihrer Ausreise hinter sich gelassen haben. So wird es grundsätzlich: Die Dinge sind nicht mehr wie früher. Wer gegangen ist, ist ein Verräter. Bänder sind auf immer zerschnitten. Die verfremdende Stilistik, mit denen die Filmaufnahmen arbeiten, bilden Entfremdung und Misstrauen ab. Beide liefern den Boden für die Konfrontation, deren zerstörerische Macht nicht mit Metaphern und Verrätselung verschleiert werden kann.

FRANZISKA REIF

»Ayan and the White Balloon«:

29.10.2015, 16:30, CineStar 6 und 31.10.2015, 22:30, CineStar 6

Der Film ist Teil der Vorstellung Ayan and the White Balloon + Wedding: A Film.

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