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A House in California

Poesie und Nostalgie

Bewertung: 4 Kreuzer

Hier haben wir es mit einem waschechten Vertreter des Indie-Spiel-Genres zu tun. Das merkt man daran, dass der Autor – ein Spieldesigner aus Chicago namens Jake Elliott – versucht hat, dem Spiel eine besondere Bedeutung zu geben, es mit ganz persönlichen Motiven anzureichern.

Das erste Motiv ist eines, das in der Indie-Szene gern gepflegt wird: Nostalgie, vor allem die nostalgische Liebe zu den Point&Click-Grafikadventures aus der Anfangszeit der Computerspiele. »A House in California« basiert äußerlich auf dem ersten Grafikadventurespiel, »Mystery House« von 1980. Doch Elliott erweitert dieses Motiv von der reinen Formgebung auf den Inhalt des Spiels. Die Geschichte dreht sich um Familienerinnerungen, die vier Spielcharaktere sind inspiriert von Großmüttern und Urgroßmüttern des Autors. »›A House in California‹ ist eigentlich eine imaginistische Dichtung über Familie und Erinnerung«, schreibt Elliott auf seiner Website.

Womit wir beim zweiten Motiv wären: Poesie. Klassische Grafikadventures werden mithilfe von Verben wie »benutze«, »gehe« oder »sprich« gelenkt. Die Wörter werden mit den Objekten des Spiels kombiniert, zum Beispiel einer Tür oder einer Spielfigur. Auf diese Art wird auch »A House in California« gesteuert. Allerdings nutzt Elliott hier Verben, die eher poetisch als funktional sind. So kombiniert der Spieler die Verben »look«, »remember«, »forget«, »play« und »catch« mit den Objekten der Spielwelt und löst so die Rätsel um das Haus und seine vier Bewohner.

Finanziert wurde die Entwicklung übrigens über Kickstarter.com, eine Internet-Plattform, auf der man um Geld für ein kreatives Projekt werben und sammeln beziehungsweise selbst für solche Projekte spenden kann. Für Jake Elliotts Spiel kamen so 1.130 Dollar zusammen. Das Spiel gibt es darum als kostenlosen Download unter anderem auf Elliotts eigener Website www.cardboardcomputer.com.

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