Auf brennender Erde
Puzzlespiel
USA/ARG 2008, 107 min, R: Guillermo Arriaga; D: Charlize Theron, Kim Basinger, John Corbett, Joaquim de Almeida, Jennifer Lawrence
Auf die erste Regiearbeit von Guillermo Arriaga durfte man gespannt sein. Schließlich hat der Mann die Drehbücher zu »Amores Perros«, »21 Gramm« und »Babel« geschrieben, die mit ihrer verschlungenen, multiperspektivischen Erzählweise das Gegenwartskino stark beeinflusst haben. Auch in seinem Regiedebüt »Auf brennender Erde« bleibt Arriaga seiner dramaturgischen Herangehensweise treu. Am Anfang steht mitten in der Wüste ein Wohnwagen in Flammen, und dieses Bild ist das dramatische Epizentrum des Filmes, zu dem die einzelnen Erzählebenen hinstreben, um sich miteinander zu verbinden. Aus der flirrend heißen Wüste katapultiert sich der Film ins kühle, verregnete Seattle, wo Sylvia (Charlize Theron) als Geschäftsführerin eines Restaurants ein glückloses Leben mit leidenschaftsfreien One-Night-Stands führt. Derweil stürzt in Mexiko ein Flugzeug ab und die Tochter des schwer verletzten Piloten macht sich gemeinsam mit dem Freund des Vaters auf die Suche nach ihrer Mutter. In einem weiteren Erzählstrang beginnt die amerikanische Hausfrau Gina (Kim Basinger) eine außereheliche Affäre mit dem Mexikaner Nick (Joaquim de Almeida) und auf einer anderen Zeitebene an gleicher Stelle fühlen sich die junge Mariana (Jennifer Lawrence) und Santiago (JD Pardo) zueinander hingezogen.
Die Bilder des Kameramannes Robert Elswit (»There Will Be Blood«) sind von erlesener Eindringlichkeit und auch das erstklassige Ensemble gibt sein Bestes. Doch das engmaschige Netz des Schicksals, das auf recht katholische Weise Reue, Vergebung und Erlösung folgerichtig miteinander verbindet, lässt den Charakteren und der Geschichte zu wenig Raum zum Atmen. Scheibchenweise werden die Zusammenhänge hergestellt, was allerdings weniger in eine kunstvoll elliptische Erzählweise mündet als in eine angestrengte Verschachtelungsdramaturgie, der man den übertriebenen Stolz des Plotkonstrukteurs anmerkt.
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