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Ballerburg (1987)

Ballerburg (1987)

Das wahre Ballerspiel

Zwei Könige sitzen in ihren Burgen, geschützt von dickem Gemäuer. Doch in den gewaltigen Bauwerken bröckelt der Putz gewaltig, sind die feudalen Würdenträger doch dabei, sich gegenseitig mit Kanonen zu beschießen. Als Abiturient schrieb der heutige Informatik-Professor Eckhard Kruse dieses Spiel im Frühjahr 1987 in wenigen Wochen. Zum Laufen brachte man die kostenlose Public Domain Software auf einem Atari ST. Die Idee klingt recht einfach, entpuppt sich jedoch als eine knifflig-spaßige Mischung aus Artillerie- und Rundenstrategie-Mix, spielbar sowohl gegen den Rechner als auch einen menschlichen Mitspieler. So muss man erstens mit dem Geld haushalten, Steuern erheben und die Infrastruktur verbessern. Fördertürme, Windfahnen, Kanonenkugeln und Pulver anschaffen. Und zweitens dann die richtige Schusstechnik herausfinden. Dabei spielen Windstärke, Pulvermenge und Schusswinkel eine wichtige Rolle. Ganz kostenlos war das Spiel übrigens nicht. Wie damals oft üblich, bat Kruse die Spieler, ihm 20 DM zu schicken, wenn ihnen das Spiel gefällt. Im Jahr 1999 erhielt er den letzen Brief mit der Banknote. Immerhin 159 Stück trudelten beim Autor mit den Jahren ein. Ascaron, ein Gütersloher Entwickler- und Publisher-Unternehmen, hielt nichts von derlei Respektsbezeugungen. Im Gegenteil. Sie kupferten 2001 gleich das ganze Spiel samt Titel ab, ohne Kruse auch nur mit Namen zu erwähen. Rechtlich leider wasserdicht, aber moralisch schon sehr fragwürdig.Das Original lässt sich mit einem Atari-Emulator (z. B. WinSTon) auch unter Windows spielen. Den Downloadlink zum Spiel gibt es beim Autor persönlich: eckhardkruse.net. Dirk Lorenz


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