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Benda Bilili! Größeres Bild

Benda Bilili!

Kongo Social Club

F 2010, 85 min, Dok, OmU, R: Renaud Barret, Florent de la Tullaye

Bewertung: 3 Kreuzer

Es war einmal … Der Dokumentarfilm ist das wahre Märchen von Menschen, die ausgestoßen und vergessen Musik machen, um zu überleben. Und die mit ihren Rhythmen bis nach Europa gehört werden und damit sich und ihren Kindern eine Stimme geben.
Fern von musikalischem Sozialkitsch nehmen die französischen Filmemacher Renaud Barret und Florent de La Tullaye kein Blatt vor die Linse. Mitten aus dem Getriebe Kinshasas, Kongos vermüllter Megametropole, senden sie unversöhnliche Bilder, die einen erschauern lassen, weil es an Vorstellungskraft für die Dimensionen des Elends fehlt. Im gleichen Moment senden sie Melodien, die wie Blumen aus den Trümmern auch ohne Verständnis der Worte von Hoffnung und Würde künden. Die Band Staff Benda Bilili, was so viel wie »Jenseits des Scheins« heißt, mischt ihre afrikanische Seele in Rumba, Reggae, Blues und Beats. Sie erschafft tanzbare Oden an das Leben, das ihnen selbst so übel mitspielte: Denn nicht nur die Straßen der Stadt um sie herum sind von Bürgerkriegen zerstört und unendlich verdreckt, sondern auch ihre Körper gelähmt von Polio und die von der Band beschützten Straßenkinder ohne Zukunft. Als sich die Gruppe in alle Winde zerstreut, wird sie von den Franzosen, die unbedingt an die Kraft dieser Musik glauben, wieder zusammengeführt. Nach vielen Jahren der Schinderei kann 2009 das Album »Très très fort« wirklich produziert werden und es hat eine Strahlkraft bis auf europäische Festivals.
Der Film selbst zehrt vom Humor und der Leidenschaft seiner Protagonisten. Ehre gebührt den Machern dafür, dass sie den Traum von Ricky, Coco oder Roger, dem Blechgitarren-Spieler, mitträumten. Denn zumindest für einige von ihnen gibt es heute dank des Erfolgs ein würdevolleres Leben.

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