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Call Of Duty 4

Call Of Duty 4

Fastfood-Krieg

Im von der Fachpresse gefeierten vierten Teil der »Call of Duty«-Serie darf sich der Spieler in einem halbfiktiven Jetztzeitszenario ins Pixel-Inferno stürzen, um böse arabische und russische Terroristen in Heeresstärke umzulegen. Das ist zwar eine willkommene Abwechslung zum Weltkrieg-2-Geballer, aber ungemütlich nah an der Realität. Die beklemmende Authentizität reicht vom Häuserkampf bis zum nächtlichen Luftschlag, genau wie in den TV-Bildern vom Golfkrieg. Dabei involviert die filmartig erzählte Handlung so stark, dass der Spieler kaum merkt, wie ihm stereotype Feindbilder und die kritiklose Selbstverständlichkeit derartiger Weltpolizeieinsätze untergeschoben werden. Der interaktive Vorspann verursacht schon ein mildes Schaudern. Aber vor allem die Atombombenszene im späteren Spielverlauf lässt auch abgebrühte Zeitgenossen mit Entsetzen zurück und gehört sicher zu den denkwürdigsten Gänsehaut-Momenten in der Geschichte des Genres. Die dramatisch inszenierten Levels funktionieren allerdings nur dank zahlloser Scripte. Das anfängliche Gefühl, noch nie ein so intensives Spielerlebnis erfahren zu haben, verfliegt, wenn man bemerkt, dass sich unter blendendem Effektrausch nur enge Levelschläuche verbergen. Hat man das durchschaut, wird es öde. Taktische Tiefe ist ausgeschlossen. Die gesamte Rettung der Welt dauert zudem nur etwa sieben Stunden. Auch für Multiplayer ist Fastfood angesagt. Die ersten drei Ränge lassen sich in einer Stunde freispielen. »Battlefield 2«-Veteranen lachen außerdem über dünne Statistiken und ärgern sich über ständig hüpfende Gegner. Als Snack für zwischendurch ist »Call of Duty 4 - Modern Warfare« wegen der vielen Geschmacksverstärker eine leckere Sache, richtig satt macht es allerdings nicht. Markus Schmidt


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