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Call of Duty: Black Ops

Call of Duty: Black Ops

Knallerballer Weltenretter

Preis: 50 €

Irgendwie geht es in diesem Spiel wohl um den Kalten Krieg. Natürlich werden nur seine heißen Ausläufer behandelt, alles andere wäre ja langweilig. Die Call-of-Duty-Reihe ist die kommerziell erfolgreichste Kriegsshooter-Serie aller Zeiten und bekannt für ihre enorm geschwindigkeitsbetonte Dramaturgie. Dem Spieler bleibt keine einzige Millisekunde zum Verschnaufen. Kritische Zeitgenossen könnten dies als Gehirnwäsche bezeichnen, unkritische würden dieser Analyse sicherlich zustimmen, wenn sie denn Zeit und Lust hätten, darüber nachzudenken. Haben sie aber nicht. Die Geschichte von »Call of Duty: Black Ops« ist vollkommen schwachsinnig, das liegt aber nicht am Unvermögen der Macher, sondern muss so. Schauen wir uns das mal an: Am Anfang killt man Castro, der gar nicht wirklich Castro war, sondern ein Doppelgänger. Dann bricht man aus dem sibirischen Gulag aus, wobei ungefähr eine Million sowjetischer Fußsoldaten abgeballert wird. Dem sowjetischen Fußsoldaten sei an dieser Stelle ein Denkmal gesetzt - die Zeitläufte meinten es ja nie allzu gut mit ihm. Dieses Spiel tut es definitiv auch nicht, vor allem nicht in jenen Momenten, in denen der Held die Gatling-Gun, ein rotierendes Maschinengewehr, in den Händen hält.Nach dem Gulag gehts ins Pentagon, wo Präsident Kennedy zur Begrüßung kurz in Zeitlupe geht und dem Spieler einen anscheinend wichtigen Auftrag erteilt. JFK tippt auf das Foto eines sowjetischen Agenten und sagt: »Take care of it«. Klaro, Mister President! Praktischerweise ist dieser superböse Sowjetagent dafür verantwortlich, dass unser superguter US-Agent vorher im Gulag landete. Also ab zum Weltraumbahnhof Baikonur, wo aber nur der fiese Stellvertreter des Oberbösewichts wartet. Dem wird irgendwann auch der Garaus gemacht, natürlich nicht ohne vorher ungefähr eine Million sowjetischer Fußsoldaten ... na, Sie wissen schon.Die legendär atemlose Spannung dieses Schießspiels wird unter anderem dadurch erzeugt, dass der Spieler immer mit einigen computergesteuerten Ballerkumpels unterwegs ist, die ständig nach vorne stürmen und Stress machen. Das nervt gewaltig. Am schlimmsten ist aber, dass diese Pixelkameraden zu blöd sind, sich jenseits der Schusslinie aufzuhalten. Ständig laufen sie einem vor die Flinte. Zum Beispiel gibt es da eine Szene, in der man eine Armbrust hat, die explosive Pfeile verschießt. Da rennt mein Waffenbruder doch wirklich dermaßen doof vor mir hin und her, dass ich ihm den Explosivpfeil aus Versehen genau in den Hintern schieße. Mein Gott, so kann man doch keinen Krieg gewinnen! Andreas Raabe


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