anzeige
anzeige
Civilization 5

Civilization 5

Welteroberung als Humbug

Preis: 45 €

Die Spielepresse rühmt den neuen, fünften Teil von »Civilization« für seinen Tiefgang. Sogar die alte Tante Die Zeit bedachte das Spiel mit einem langen Artikel. Nur eines übersehen die Bestnotenvergeber: »Civilization« ist totaler Mumpitz - Unsinn, den man nicht beachten sollte.»Civilization« nennt sich »Globalstrategiespiel«. Allerdings ist es das nicht, es ist noch nicht einmal ein richtiges Computerspiel und schon gar kein anspruchsvolles. Das Spielkonzept geht kaum über die Möglichkeiten eines Brettspiels hinaus und der Anspruch beschränkt sich auf eine pseudohistorische »Zivilopädie« und ein 230-seitiges Handbuch, das kein Mensch braucht. Wie kann man einem Spiel Tiefgang zusprechen, in dem Edinburgh neben Medina liegt, Hamburg neben dem aztekischen Tenochtitlan? In dem Wien in Nigeria, München in Griechenland liegt und Belgrad in Sibirien? Doch damit nicht genug: Bismarck betritt gleichzeitig mit Montezuma und Katharina der Großen die Bühne der Weltgeschichte - 4.000 Jahre vor Christus! Epic Fail! Die völlig inkonsequente Umsetzung des historischen Möchtegernanspruchs (mit Zeitstrahl, historischen Persönlichkeiten und Städtenamen) führt zu einem bizarren Spielerlebnis. Was würden Sie von einem angeblich anspruchsvollen Film halten, der Sie ständig über historische Details belehrt, in dem es aber um einen Krieg geht, der vor 6.000 Jahren zwischen den benachbarten Städten Berlin und Singapur tobte? Wahrscheinlich nicht viel. Als Brettspiel, mit all seinen Beschränkungen, würde »Civilization« vielleicht funktionieren. Für ein Computerspiel allerdings ist sein Konzept vollkommen überholt. Andreas Raabe


Weitere Empfehlungen