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Crysis 2 Größeres Bild

Crysis 2

Hier spielt die Zukunft

Bewertung: 3 Kreuzer

Die Autoren von Science Fiction (SF) haben nicht viel zu lachen, denn ihnen dürfte aufgefallen sein, dass in den vergangenen Jahren kaum noch ein »Zukunftsroman« die Spitzenpositionen am Markt erobern konnte. Kein Wunder also, dass man sich notgedrungen in anderen Gefilden eine Nische sucht, etwa beim Schreiben von Filmscripten oder als Berater von Computerspielproduktionen, wie dem neuen »Crysis 2«. Da in Deutschland SF-Visionäre Mangelware sind, hat sich Spielentwickler Crytek für den Nachfolger des besten Ego-Shooters 2008 in Großbritannien und Kanada umgeschaut und ist dabei über Richard Morgan und Peter Watts gestolpert.

Ersterer ist bekannt für seine SF-Genre-Erweiterungen in Richtung Krimi (»Altered Carbon«). Er liebt es Komplotte zu schmieden und düstere, verschrobene Helden durch dreckige Großstädte zu schicken. Sein Einfluss findet sich im Spiel vor allem in der Storyline um Crynet und den Nanosuit wieder. Der Spieler übernimmt einen Elitesoldaten, der mit dem Superanzug ausgestattet einen Krisenherd beruhigen muss. Dabei vertauscht Teil zwei den Dschungel der Pazifikinsel aus dem ersten Teil mit dem urbanen Dschungel New Yorks.

Die Spezialität des Autors Peter Watts sind globale Epidemien, die unsere Existenz auszulöschen drohen (»Starfish«). Im Spiel zeigt sich seine Handschrift vor allem in der Story um den Manhattan-Virus, der ganz New York erledigt. Schade ist jedoch, dass die Ideen der Autoren – Verzeihung, Berater – wegen der für das Spiel notwendigen Actionelemente zurückstecken müssen und so die Geschichte durch überzogene Konflikte und platte Motivationen verdrängt wird. Am Ende bleibt doch nur ein hochglänzender Shooter übrig, weil sich Romane und Spiele eben doch nicht auf dieselbe Art erzählen lassen. Es braucht wohl noch eine Generation bis Autoren mit beiden Medien umgehen können.

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