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Doron Rabinovici

Doron Rabinovici

Schade, jammerschade - Kein Philip Roth aus Ösi-Land

Doron Rabinovici. 285 S.

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Doron Rabinovici will so witzig sein wie Philip Roth, kriegt es aber dann doch nicht hin. Das ist schade. Denn sein Roman »Andernorts« strotzt nur so vor schrulligen Figuren und abstrusen Wendungen: Der israelische Kulturwissenschaftler Ethan Rosen schreibt einen bitterbösen Zeitungsartikel über einen Beitrag seines Konkurrenten Rudi Klausinger. Dummerweise stammt aber das Zitat in Klausingers Artikel, über das sich Ethan besonders aufgeregt - von ihm, Ethan, selbst. Daraufhin beschließt Ethan, auf die Stelle an der Universität Wien, auf die sich beide, Klausinger und er, beworben hatten, zu verzichten, und reist nach Tel Aviv ans Krankenbett seines Vaters Felix Rosen, der dringend auf eine Spenderniere wartet. Dort trifft er wieder auf seinen Doppelgänger Rudi, der nun behauptet, Ethans Halbbruder zu sein. Als beide sich für den verrückten Rabbi Berkowitsch, der den Messias klonen will, einem Gentest unterziehen, zeigt sich, dass keiner von ihnen vom alten Rosen abstammt ... Noch einmal: Mit diesem Personal, der Reflexion über jüdische Befindlichkeiten in der Diaspora und in Israel, der Doppelgängergeschichte und schließlich der Idee, das Nahostproblem durch Klonen des Messias zu lösen, hätte »Andernorts« durchaus das Potenzial gehabt, die österreichische Antwort auf Philip Roths »Operation Shylock« zu werden. Aber leider: Mit seinem tantigen Erzählstil, bei dem der allwissende Erzähler Eigenschaften und Gefühle seiner Figuren immer nur behauptet, ohne sie gemäß dieser Eigenschaften agieren zu lassen, macht Rabinovici alles zunichte. Ethan und Rudi bleiben bis zum Schluss ziemliche Pappkameraden. Schade, jammerschade. Denn einen österreichischen Philip Roth hätten wir schließlich gut gebrauchen können. Sabine Hartmann


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