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Singularity

Singularity

Interkreativität oder Plagiarismus

Die Computer- und Videospielbranche ist in gewisser Weise ziemlich konservativ. Besonders gerne werden Spielprinzipien immer wieder aufgegriffen, deren Umsetzung sich als finanziell lohnend erwiesen hat. Das Genre Egoshooter entwickelte sich seit den Klassikern »Doom« und »Wolfenstein« nur in Etappen weiter. »Silent Hill« etablierte bleibende Grusel- und Schockelemente, »Dead Space« verfrachtete sie in den Weltraum, und mit den Spielen der Fallout-Reihe wurde das Spielgefühl in einer postapokalyptischen Welt geschaffen. »Bioshock« ergänzte das Genre um futuristische Waffen, chemische Elemente und Rohstoffe - mit diesen drei Titeln wurden praktisch Untergenres geschaffen. Die Macher von »Singularity« haben sich bei den genannten Spielen fröhlich bedient. Die verfallenen Häuser, Gänge und Hallen der ehemaligen russischen Forschungsinsel »Katorga 12« erinnern stark an »Bioshock«. In ihnen finden sich alte Ton- und Filmbänder sowie Notizen, die aussehen, als wären sie direkt »Fallout« entfallen. Das Ächzen, Schnauben und Röcheln der Zombies kennt man schon: aus »Silent Hill« und »Dead Space«. Und wer schon einmal »Bioshock« gespielt hat, wird sich beim Einsammeln des Elements 99 daran erinnert fühlen. »Singularity« ist trotzdem (oder deswegen?) wenig unterhaltsam. Die sowieso spärlich vorhandene Story kommt erst spät in Fahrt, die Insel ist richtig hässlich und die Gegner sind einfach nur langweilig. Ein bisschen Abwechslung bieten die Zeitreisen mit dem Manipulationsgerät (ähnlich wie im Spiel »Timeshift«): Hin und wieder muss in der Vergangenheit bewältigt werden, was in der Zukunft (beziehungsweise in der Gegenwart) nicht mehr geradegebogen werden kann. Einziges Highlight von »Singularity« ist das Seeker-Gewehr. Setzt man diese Scharfschützenwaffe ein, wird ein sogenannter Bullet Time-Modus aktiviert. Sobald die Kugel den Lauf verlässt, ist diese in Zeitlupe frei steuerbar und lässt sich in jedes Ziel lenken. In diesem Sinne: »Retten Sie Dr. Barisov!« Oder lassen Sie es einfach bleiben. Marc Bohländer


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