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Starcraft II: Wings of Liberty

Starcraft II: Wings of Liberty

Alte Schule

Preis: 50 €

Albert Einstein soll mal gesagt haben, dass Schach das schnellste Spiel der Welt sei, weil einem in jeder Sekunde tausende Gedanken durch den Kopf gehen. Glauben Sie mir: »Starcraft« ist noch schneller. Viel schneller sogar, so schnell, dass die Karriere eines »Starcraft«-Profi-Spielers mit spätestens Mitte Zwanzig vorbei ist - er wird schlicht zu langsam. Anders als beim Schach steht hier nämlich nicht allein die individuelle und listenreiche Planung des Spielgeschehens im Vordergrund, sondern auch das unmittelbare und exakte Umsetzen der Strategie, die Kontrolle des Schlachtfeldes, kurz: schnelles und richtiges Handeln. Die Geschichte von »Starcraft« beginnt 1998. Damals veröffentlichte Blizzard, der Hersteller des Online-Rollenspiels »World of Warcraft«, ein derart gut balanciertes Strategiespiel, dass es schnell zum erfolgreichsten eSport der Welt wurde. In Südkorea ist »Starcraft« heute ein Volkssport, mit täglichen Matches auf eigens geschaffenen Fernsehkanälen und Live-Spielen in speziellen Stadien vor zehntausenden Zuschauern. Alle großen Firmen des Landes unterhalten Profispieler-Teams, selbst die Armee hat eines. Anfang des Jahres erschütterte gar ein großer Wettskandal die Szene. Die Regeln des Spiels sind einfach, die Spieltiefe jedoch ist ungeheuer - das ist eigentlich schon das ganze Geheimnis. Es gibt drei Völker: die androiden Protoss, futuristisch-menschliche Terraner und insektenhafte Zerg, die verschiedene Einheiten mit ganz bestimmten Eigenschaften produzieren können. Dies tun sie in einer Basis mit verschiedenen Gebäuden und sie benötigen dazu zwei Ressourcentypen, die über das Spielfeld verteilt sind und ständig abgebaut werden müssen. In der Folge geht es darum, das Spielfeld mit seinen Einheiten zu dominieren und sich mit verschiedenen Strategien Vorteile zu verschaffen. Dadurch, dass die verschiedenen Eigenschaften der Einheiten und Gebäude in einem äußerst komplexen System sehr gut aufeinander abgestimmt sind, entstehen fast unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten für immer neue Strategien. Ein »Starcraft»-Spieler lernt nie aus, genauso wie ein Schachspieler, obwohl hier eigentlich der Vergleich zu dem alten ostasiatischen Brettspiel Go passender wäre. Die Verwandtschaft zu Go ist übrigens ein Grund für den großen Erfolg von »Starcraft« gerade in Südkorea. »Starcraft II« kommt zudem mit einer für Strategiespiele außergewöhnlich aufwendig inszenierten Einzelspieler-Kampagne, in der man die Geschichte um den Outlaw Jim Raynor und seinen Kampf gegen das böse Dominion, glibschige Zerg und eiskalte Protoss erleben darf. Es ist als Trilogie angelegt, die beiden folgenden Teile erzählen Zerg- und Protoss-Geschichten.Das eigentliche Spiel aber findet online auf viereckigen Spielfeldern statt. Albert Einstein wäre hier sicherlich verzweifelt. »Starcraft« ist so ungefähr das Gegenteil einer gemütlichen Tüftelei. »Starcraft II: Wings of Liberty« ist ein durchaus bemerkenswertes Spiel. Vor allem, weil es so wunderschön Old School ist. Das geht los mit der Plattformwahl: »Starcraft II« gibt es nur für Computer, nicht für Konsolen. Es ist ein hartes Spiel, anti-casual sozusagen. Wer als Anfänger online bestehen will, muss bereit sein, viel Lehrgeld in Form von üblen Niederlagen zu zahlen. »Starcraft« fordert vollkommen, nebenbei spielen ist nicht drin. Andreas Raabe


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