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Feine Unterschiede

Neue Stadthäuser auch in der Südvorstadt bestechen durch architektonische Erfindungen

Es sind dieser Rhythmus und diese Strenge im Ausdruck der Häuser, die aufmerken lassen. Fünf Familien haben an der Shakespearestraße 14 gebaut. Als Bauherrengemeinschaft organisierten sie auf 1.000 Quadratmetern der Südvorstadt ihr Eigentum*, unterstützt von den Leipziger Architekten Grunwald & Partner. Deren Entwurf verbindet äußere Rigorosität und innere Varianz. Die Innengestaltung folgte weitgehend den Wünschen der Familien.

Es sind dieser Rhythmus und diese Strenge im Ausdruck der Häuser, die aufmerken lassen. Fünf Familien haben an der Shakespearestraße 14 gebaut. Als Bauherrengemeinschaft organisierten sie auf 1.000 Quadratmetern der Südvorstadt ihr Eigentum*, unterstützt von den Leipziger Architekten Grunwald & Partner. Deren Entwurf verbindet äußere Rigorosität und innere Varianz. Die Innengestaltung folgte weitgehend den Wünschen der Familien.
Eine davon bewohnt das Gartenhaus. Je zwei weitere leben übereinander, in den Maisonetten der beiden Stadthäuser an der Straße. Die schmalen Gebäude sind über ein gemeinsames offenes Treppenhaus erschlossen und wirken auf den ersten Blick zwillingsgleich.
Beim genaueren Hinsehen zeigen sich die feinen Unterschiede in der Fassadenmimik. Einer der Zwillinge lehnt sich zudem ans Nachbarhaus an, nutzt dazu die Räume, welche die Durchfahrt zum Garten überdecken. Das war anfangs nicht gewollt, vergrößert – und verteuert – die Wohnfläche. Baufluchten und geschlossene Bauweise jedoch waren städtebaulich vorgeschrieben. Die Architekten suchen mit diesen Stadthäusern ihren Bezug zur Gründerzeit. Sie ergänzen das Quartier, richten die langen schmalen Fenster senkrecht aus, formulieren einen Sockel, lassen mit gedeckten Sandsteinfarben streichen. Sie vermögen das Maß-Halten in der Proportion. Das wirklich Interessante aber an diesen Häusern ist die Herkunft ihres ganz eigenen Ausdrucks. Alles, was sie besonders macht, ist gerade nicht aus den Vorgaben entstanden. Sowohl das Zwillingshafte der Baukörper als auch das streng Rhythmische der Fassadenkomposition sind Erfindungen der Architekten. Die strenge und schöne Struktur der Ansicht entsteht, weil die Reihung der Fenster durch Lärchenholzelemente ergänzt wurde, Blindfelder vor Mauerwerk gewissermaßen, reiner Fassadenschmuck, Zutat. Die Lage dieser Felder variiert in Abhängigkeit von der dahinter liegenden Nutzung und erzeugt so einen Rhythmus. Die Tore im Sockel sind aus demselben Material und waren dreimal so teuer wie herkömmliche Produkte.
Klar, das alles muss nicht zwingend sein. Die Existenz solcher Erfindungen aber macht einen Ort aus.

* Das Projekt lief im Rahmen des städtischen Selbstnutzerprogramms.

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