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Als Zaungast zum G8-Gipfel

Gemeinsame Ziele, verschiedene Protestformen: Das Leipziger Bündnis gegen G8 auf dem Weg nach Heiligendamm

Anfang Juni führen zwar nicht alle, aber doch viele Wege nach Heiligendamm. Während sich die Regierungschefs der sieben reichsten Industrienationen und Russlands im Ostseebad treffen, um die Probleme der Welt zu lösen, halten viele Menschen die G8 für einen Teil des Problems.

Anfang Juni führen zwar nicht alle, aber doch viele Wege nach Heiligendamm. Während sich die Regierungschefs der sieben reichsten Industrienationen und Russlands im Ostseebad treffen, um die Probleme der Welt zu lösen, halten viele Menschen die G8 für einen Teil des Problems. Doch gerade, weil ihre Politik und Legitimation so umstritten sind, wirken die G8 integrierend. Denn selten lassen sich politische Koalitionen besser schmieden als gegen einen gemeinsamen Gegner.Entsprechend viele verschiedene Gruppen, die sonst nicht viel miteinander zu schaffen haben, tragen das Leipziger Bündnis gegen G8 mit: Aktionsgemeinschaft Flughafen natofrei!, Ar-beitsstelle Eine Welt in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen, attac, Cinémathèque, DGB Jugend Leipzig, IG Metall Jugend, Jusos, Linkspartei.PDS, linXXnet, Rote Hilfe und SAV – Sozialistische Alternative, um nur einige zu nennen.
Seit seiner Gründung hat das Netzwerk viel über globale Politik diskutiert, sich mit anderen lokalen Bündnissen vernetzt und Info-Veranstaltungen organisiert – sei es zu internationaler Politik, zum richtigen Verhalten auf einer Demo oder den Gegebenheiten vor Ort.
Nach Monaten der Vorbereitung kann es jetzt also losgehen. Das Bündnis hat Busse für die An- und Abreise organisiert. Vor Ort werden die einzelnen Gruppen dann wohl ihre eigenen Wege gehen. Denn bei aller Einigkeit in der Sache hat man sich nicht auf eine gemeinsame Form des Protests einigen können – was nicht wirklich überrascht.
(siehe Interview oben)
Die Polizei erwartet insgesamt 100.000 Demonstranten, und um auch gegen gewaltsame For-men des Protests gewappnet zu sein, werden scharfe Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Neben dem größten Polizeiaufgebot in der Geschichte der Bundesrepublik trennt ein 2,5 Meter hoher und 11 Millionen € teurer Zaun die Gipfelteilnehmer vom Rest der Welt. Im Vorfeld wurden Büros verschiedener Anti-G8-Gruppen unter anderem in Hamburg und Berlin von der Polizei durchsucht. Ein privater TV-Sender nannte dies eine »Anti-Terror-Razzia«. Das Leipziger Bündnis wehrt sich indes gegen Versuche, die Proteste pauschal zu kriminalisieren, und beteiligte sich an spontanen Solidaritätsdemonstrationen.
Was auch immer die Proteste in Heiligendamm bringen, für Leipzig bleibt zu hoffen, dass derart viel Engagement und Diskussionsbereitschaft zu einer Stärkung der Zivilgesellschaft führt – auch wenn die G8-Karawane weitergezogen ist.

Abfahrt der Busse: 2.6. ca. 6 Uhr (morgens!) ab Haupt--bahn---hof/Ostseite, Infos und Resttickets (5 €)
bei linXXnet, Tel. 3 08 11 99, http://www.g8-leipzig.tk

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