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„Es hat sich gelohnt“

Initiatorin Ulla Gahn blickt auf die bisher größte Naturstrom-Wechselparty am vergangenen Sonntag in der Feinkost zurück

Wenn man auszieht die Welt zu retten, passieren einem die ulkigsten Sachen: Ein Stadtwerke-Chef, der den Leuten erzählt, dass Ökostromer getarnten Atomstrom verkauft, subversive Kräfte, die bei den aufgestellten Preisrechnern die Formeln in der xls-Datei ändern. Medienleute, die vergessen, dass es sich um den Wechsel zu Ökostrom und nicht zu Billig-Grau-Strom dreht … Aber das alles konnte den Erfolg nicht schmälern. Ich bin immer noch überwältigt von der großen und durchweg positiven Resonanz auf die Naturstrom-Wechselparty.

Wenn man auszieht die Welt zu retten, passieren einem die ulkigsten Sachen: Ein Stadtwerke-Chef, der den Leuten erzählt, dass Ökostromer getarnten Atomstrom verkaufen, subversive Kräfte, die bei den aufgestellten Preisrechnern die Formeln in der xls-Datei ändern. Medienleute, die vergessen, dass es sich um den Wechsel zu Ökostrom und nicht zu Billig-Grau-Strom dreht …
Aber das alles konnte den Erfolg nicht schmälern. Ich bin immer noch überwältigt von der großen und durchweg positiven Resonanz auf die Naturstrom-Wechselparty. In der heutigen Zeit ist das Zusammenkommen und Reden ganz schön vernachlässigt worden. Geschäfte und Recherchen lassen sich ganz leicht übers Internet erledigen. Aber weil wir eben doch Menschen sind und keine Maschinen, bleibt das Bedürfnis nach persönlichem Kontakt. Irgendwie ist es doch vertrauter, Fragen direkt zu stellen und direkt beantwortet zu bekommen. Das war am Sonntag in der Feinkost möglich. Und während die zukünftigen Weltretter fleißig eine Pappstadt bauten und Sandtunnel gruben, konnten sich die Großen stressfrei und umfassend informieren.
Was mich außerdem gefreut hat ist, dass es gelungen ist, alle für einen erfolgreichen Klimaschutz wichtigen Akteure zusammenzubringen: die ganz normalen Bürger, Politiker, Verbände und Unternehmer. Ich glaube wirklich, dass positive Veränderungen nur möglich sind, wenn man engstirniges Scheuklappendenken, Partei- oder Verbandsdünkel und bürokratische und/oder finanzielle Arroganz hinter sich lässt. Denn durch die Auswirkungen des Klimawandels wird erstmals klar, dass der Schaden alle trifft, egal ob im Schrebergarten, im Beamtensessel oder im schicken Geländewagen.
Und dann war da noch dieses Rentner-Ehepaar, das mich extra angesprochen hat und zu mir sagte: „Wir finden das ganz klasse, wie Sie das machen! Weiter so und vielen Dank! Wir haben auch gleich noch Informationen für unsere Nachbarin mitgenommen, die ist nicht mehr so gut zu Fuß.“ Sollten es unerwarteterweise gar die weisen Älteren sein, die den Geist der Veranstaltung am tiefsten verstehen und weitertragen?
In jedem Falle ist eine umweltverträgliche Zukunft mit sauberem Strom ein Stück näher gerückt. Und es ist hiermit bewiesen: Es lohnt sich doch sich einzusetzen!

http://http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,489249,00.html
http://www.atomausstieg-selber-machen.de

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