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Krise im Aufbruch

Nr. 3 vom 12.08.07, 22.00

Es bleibt spannend an den Börsen. Die letzten beiden Wochen waren von nervösem Auf und Ab geprägt, der DAX ging am Freitag, dem 10.08., mit 7 343 Punkten aus dem Markt. Und das wird es noch nicht gewesen sein. Die Richtung zeigt weiterhin sanft abwärts. In der kommenden Woche wird sich diese Tendenz vermutlich fortsetzen, denn am späten Freitag, 10.08., meldete eine weitere US-Hypothekenbank Insolvenz an.

Es bleibt spannend an den Börsen. Die letzten beiden Wochen waren von nervösem Auf und Ab geprägt, der DAX ging am Freitag, dem 10.08., mit 7 343 Punkten aus dem Markt. Und das wird es noch nicht gewesen sein. Die Richtung zeigt weiterhin sanft abwärts. In der kommenden Woche wird sich diese Tendenz vermutlich fortsetzen, denn am späten Freitag, 10.08., meldete eine weitere US-Hypothekenbank Insolvenz an. Und hier bleiben auch die Deutsche Bank, die Commerzbank und die französische BNP als Gläubiger involviert, was die Börse abstrafen wird. Außerdem muss man das Eingreifen zahlreicher Zentralbanken in der letzten, der 32. Kalenderwoche, als ernstes Alarmzeichen werten. Denn dies tut sie nur, wenn es wirklich eng wird, also wenn sich die Banken untereinander nichts mehr leihen wollen. Die Hypothekenkrise in den USA weitet sich aus, der Kreditmarkt ist bereits infiziert. Die Ursachen wurden an dieser Stelle bereits referiert, siehe vorherige Kolumnen.

Aus vielen Kommentaren dieser aufgeregten Tage liest und hört man Kritik an den so genannten Ratingagenturen. Diese Firmen, bekannt sind vor allem Standard & Poors, Moody´s und Fitch, bewerten Firmen, Kredite, Risiken und stellen eigene Indizes. Sie tun so, als ob sie unabhängig wären. Sind sie oberflächlich betrachtet auch. Aber die Banken bezahlen die Expertise, und es drängt sich der Eindruck auf, dass die Expertise so ausfällt, wie die Geschäfte der Banken es erfordern. Nur so ist es zu verstehen, dass dieselben Agenturen, die jahrein, jahraus die verbrieften Hypothekenkredite hoch bewerteten jetzt, nachdem die ersten Fonds pleite sind, die Bewertungen dramatisch senken und damit die Krise erst so richtig befeuern. Es wird spannend, welche Lehren daraus gezogen werden. Oder ob die Agenturen auf Schadenersatz verklagt werden. Das amerikanische Justizsystem eröffnet hier zahlreiche Möglichkeiten.

Nun stellen sich viele die Frage, was das volkswirtschaftlich bedeuten soll. Zunächst mal gar nichts. Denn bisher handelt es sich um Phänomene des Finanzmarktes, die sich auf die derzeit robuste Konjunktur der Realwirtschaft nicht auswirken werden. Aber sollte es zu einem echten Crash kommen, was zumindest im Bereich des Möglichen liegt, dann könnte sich diese Sommergrippe auch auf die gesamte Wirtschaft ausdehnen und die allgemein gute Stimmung in der Wirtschaft gebremst werden.

Für den gemeinen Kleinanleger, den diese Krise ja höchstens an der Börse treffen kann, denn die Kreditverbriefungen sind bisher vor allem ein Bankenproblem, als ein Anlegerproblem, heißt es im Moment: Abwarten. Nichts Unüberlegtes tun. Das Pulver trocken halten. Wer Bankaktien im Portfolio hat: Verkaufen, die Krise abwarten und erst dann wieder einsteigen. Ansonsten den Markt beobachten und bei extremen Untertreibungen wieder einsteigen. Nervöse Märkte eignen sich immer für den Einstieg.


Die Börsenkolumne

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