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Bio makes the world go round

Ein kleines Wort mit großer Macht. Von Siegeln, Umsätzen und Bodenhaftung

Was im Mittelalter der Ablass, das ist heute der Konsum: Geld ausgeben und das Gewissen erleichtern. Geld und Sinn gehen Hand in Hand durch den Supermarkt und stehen glücklich vereint hinter dem Einkaufswagen an der Kasse. Natürlich hat das Ganze einen Haken. Man darf nur das kaufen, wo Bio draufsteht. Ein kleines Wort mit großer Macht.

Was im Mittelalter der Ablass, das ist heute der Konsum: Geld ausgeben und das Gewissen erleichtern. Geld und Sinn gehen Hand in Hand durch den Supermarkt und stehen glücklich vereint hinter dem Einkaufswagen an der Kasse. Natürlich hat das Ganze einen Haken. Man darf nur das kaufen, wo Bio draufsteht. Ein kleines Wort mit großer Macht.
Seit die Nahrungsmittelindustrie verstanden hat, dass Kunden nicht nur Essen, sondern auch ein gutes Gewissen erwerben möchten, ist Bio erschwinglich für (fast) alle geworden. Doch da schlägt schon der nächste Haken zu. Seitdem Bio boomt, machen sich auch hier die feinen Unterschiede bemerkbar – die zwischen „Bio“ und „richtigem Bio“ etwa.
Einfach nur Bio ist das, was man im Supermarkt erhält. Das EU-Bio-Siegel bürgt eben nur für Mindeststandards. Wer weiter denkt, kauft konsequenterweise auch keine Bio-Bananen aus Ecuador, da diese nun einmal mit dem Flugzeug (= jede Menge CO2) hierher transportiert werden müssen. Stecken die Früchte dann auch noch in einer Plastikverpackung, wird das Bio-Siegel beinahe zur Farce.
Sich gesund ernähren und dabei zugleich die Umwelt schonen – das geht am besten im Bio-Laden des Vertrauens. Dort kann man im Zweifelsfall nachfragen, wo Obst und Gemüse, Brot und Fleisch eigentlich herkommen. Doch wo ist eigentlich der nächste Bio-Laden? Der Infokasten auf Seite … verschafft einen Überblick.
Dass sich mit gesunden und ökologisch erzeugten Produkten Geld verdienen lässt, ist eine gute Entwicklung. Die Frage ist nur, wer etwas davon hat. Zwar verlautet der Bundesverband Naturkost Naturwaren, dass der Naturkosthandel (sprich: der Bio-Laden um die Ecke) trotz der wachsenden Konkurrenz durch die Discounter beständig vom Boom profitiert. Rund ein Drittel des Öko-Umsatzes soll demnach in den kleinen Geschäften erzielt werden. Doch nicht alle Leipziger Ladenbesitzer nehmen das so wahr (siehe Umfrage auf Seite …).
Einer, der ursprünglich mit Bio-Waren ein reicher Mann werden wollte und dann zum »Überzeugungstäter« wurde, ist Hartmut Müller, Öko-Bauer in Röcknitz. Er und seine Kollegen sorgen nicht nur für frisches Gemüse in den Kühlschränken von Stadtmenschen, sondern auch dafür, dass Bio auf dem Boden bleibt. Der KREUZER ließ sich von ihm auf einem Rundgang Hof und Felder zeigen. Das Ergebnis steht auf Seite …
Doch grüner Lifestyle umfasst mehr als nur gesundes Essen: Umweltverträgliche Energie ist das Zukunftsthema. Dass Leipzig mit der Ansiedlung des Deutschen Biomasse-Forschungszentrums einen großen Coup gelandet hat, ist eine erfreuliche Nachricht in diesem Sommer (mehr dazu auf Seite …). Doch auch ohne naturwissenschaftlichen Durchblick kann jeder etwas dafür tun, seine persönliche Energiebilanz zu verbessern – ganz einfach durch das Wechseln zu Öko-Strom. Immer mehr Menschen vollziehen den Wandel. Wie sich das bei einem der Anbieter in Zahlen ausdrückt, steht im LichtBlick-Interview auf Seite …
Zum Schluss ein Appell an die Sinne: Bio und Genuss lassen sich wunderbar verbinden. BIO-Spitzenkoch Tino Schmidt und seine Rezepte beweisen das. Also: Ein paar Freunde oder die Familie einladen, mit dem Einkaufszettel zum Bio-Laden der Wahl radeln, Schürze um und ran an den Herd! Bio für alle eben.


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