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Wie Bio ist Leipzigs Landwirtschaft?

Umweltgerecht versus ökologisch – Kompromissfindung im Stadtrat

Mit 2.000 Hektar Land ist die Stadt Leipzig der zweitgrößte Verpächter in der Region. Als Eigentümerin kann sie darüber bestimmen, wie auf dieser Fläche gewirtschaftet werden soll. Zum Beispiel ökologisch. Oder aber umweltgerecht, was weniger strenge Richtlinien beinhaltet – etwa beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Mit 2.000 Hektar Land ist die Stadt Leipzig der zweitgrößte Verpächter in der Region. Als Eigentümerin kann sie darüber bestimmen, wie auf dieser Fläche gewirtschaftet werden soll. Zum Beispiel ökologisch. Oder aber umweltgerecht, was weniger strenge Richtlinien beinhaltet – etwa beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.
Da viele Pachtverträge kurz nach der Wende geschlossen wurden und eine Laufzeit von 15 Jahren haben, enden sie 2007 und in den folgenden Jahren. Dann stellt sich die Frage nach der Verlängerung des Vertrags oder einer Neuverpachtung.
Als der BfB, der einige alte Gehöfte wie das Gut Mölkau ökologisch betrieben hatte, 2002 abgewickelt wurde, setzten sich die Stadtratsfraktionen von SPD und Bündnisgrünen dafür ein, die Verträge konventioneller Bauern auslaufen zu lassen und Bio-Bauern als Pächter zu bevorzugen. Die Umstellung sollte mithilfe von Weiterbildungen über Bio-Landbau realisiert werden.
Im März 2007 veranlasste die CDU jedoch eine Teilaufhebung der Öko-Bevorzugung. Schließlich einigte man sich im Stadtrat auf einen Kompromiss: Bei Verlängerung von Pachtverträgen werden jetzt umweltgerechte und ökologische Landwirtschaft gleich behandelt, bei Neuverpachtungen ist ökologisches Wirtschaften Voraussetzung.
Für dieses Jahr bedeutet das in Zahlen: Die Verträge mit drei umweltgerecht wirtschaftenden Höfen wurden um 15 bzw. 5 Jahre verlängert. „Neu abgeschlossen wurden zwei Verträge mit Öko-Landwirten mit jeweils 12 und 15 Jahren Laufzeit“, so Ingolf Weitzmann vom Liegenschaftsamt.
Es ist allerdings selten, dass Leipzig neu verpachtet, oft braucht die Stadt die Flächen für andere Zwecke – zum Beispiel für Ansiedlungen wie Porsche oder BMW. Ein weiteres Hindernis für mehr Bio auf Leipzigs Feldern: Wenn sich kein Öko-Landwirt für eine ausgeschriebene Fläche meldet, kann sie auch an einen konventionellen Bauern gehen.


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