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Blutiger als Dracula

Unicato, das studentische Filmmagazin des MDR, zeigt den Leipziger Nachwuchs-Dokfilm „Ritter der Blutwurst“

Fleischermeister Marcus Benser ist nicht irgendein Fleischer. Er ist „Ritter der Blutwurst“, ein Titel, den ihm die Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin verliehen hat, eine der renommiertesten Gourmet-Organisationen Frankreichs. Jedes Jahr fährt der Fleischer aus Berlin-Neukölln zum Blutwurst-Wettbewerb in die Normandie, während sich das Geschäft daheim zu einer kleinen Goldgrube entwickelt.

Fleischermeister Marcus Benser ist nicht irgendein Fleischer. Er ist „Ritter der Blutwurst“, ein Titel, den ihm die Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin verliehen hat, eine der renommiertesten Gourmet-Organisationen Frankreichs. Jedes Jahr fährt der Fleischer aus Berlin-Neukölln zum Blutwurst-Wettbewerb in die Normandie, während sich das Geschäft daheim zu einer kleinen Goldgrube entwickelt.

Das verdankt er nicht allein seinen schmackhaften Produkten, sondern auch dem Marketing seines eifrigen neuen Geschäftspartners, der früher Redakteur bei n-tv war. Nun legt die Blutwurstmanufaktur, so der Name des mittelständischen Traditionsbetriebs, eine steile Medienkarriere hin. Vom Tagesspiegel über den Stern bis hin zu mehreren Fernsehsendern schwärmt jeder über Bensers Wurst. Und Benser schwärmt unermüdlich, wie gern er seine Arbeit verrichtet, bei der er täglich einen Anfang und ein Ende vor Augen hat und sich die Finger voller Blut ablecken darf.

Köstlich: Blutwurst im Entstehungsprozess

Daniel Gräber hat den Meister-Fleischer in seinem Film „Ritter der Blutwurst“ porträtiert, den er als Student am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Uni Leipzig realisierte, bevor er vor kurzem nach Freiburg gezogen ist. Zusammen mit Martin König (Kamera), Alexander Eisenach (Ton) und Gregor Bartsch (Schnitt) ist ein 30-minütiger, klassisch beobachtender Dokumentarfilm entstanden, der durch eine feine Beobachtung und einen leisen, sympathischen Witz besticht. Da übersieht man gerne manche technische und dramaturgische Schwächen.

Die Leipziger Nachwuchs-Köstlichkeit war kürzlich bei Unicato, dem studentischen Filmmagazin des MDR, zu sehen. Zu nächtlicher Stunde dürfte der Sender zwar eher Vampire als Studenten vor die Röhre geholt haben, aber dafür ist „Ritter der Blutwurst“ garantiert blutiger als jeder „Dracula“. Und zur Entschädigung gibt es den Film auf der Unicato-Website derzeit in voller Länge noch einmal zu sehen. Bon appétit!

http://www.blutwurstmanufaktur.de
http://www.mdr.de/unicato
Dokumentarfilm

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