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Leben in Schwarz-Weiß

»Persepolis« ist einer der schönsten Filme dieses Jahres

Falls es immer noch jemanden geben sollte, der es nicht mitbekommen hat: »Persepolis« muss man unbedingt gesehen haben! Ein Animationsfilm für Erwachsene, intelligent, anspruchsvoll, berührend, urkomisch und wunderschön animiert. Ein historischer Abriss über die politischen Missstände im Iran, geschildert anhand der eigenen Kindheits- und Jugenderinnerungen der Comiczeichnerin und Regisseurin Marjane Satrapi.

Dieser Film ist ein Juwel! Basierend auf ihren weltweit erfolgreichen Comic-Romanen hat die Iranerin Marjane Satrapi gemeinsam mit Vincent Paronnaud ihre Autobiografie in einem kontrast- und detailreichen, schwarz-weißen Animadoc-Film auf die Leinwand gebannt. Dabei spiegeln sich in den Kindheits- und Jugendjahren die umwälzenden Ereignisse der Islamischen Revolution und des Irakisch-Iranischen Krieges wider.

Es ist eine filmische Reise durch die Geschichte eines Landes, das durch äußere Bedrohungen und innere Umstürze seine kulturellen und politischen Freiheiten verliert, nicht aber seine Menschlichkeit und Lebensfreude. Geführt von den Erzählungen der heranwachsenden Marjane vermittelt dieser Animationsfilm auf humorvolle und poetische Weise deren bewegende Lebensgeschichte, in welcher der alltägliche Widerstand gegen die allgegenwärtigen Repressionen zu einer Suche nach dem guten Leben wird.

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Komplexe und kontroverse Inhalte vermittelt der Film höchst subtil und verbindet auf unterhaltsame und zugleich tiefsinnige Weise das Fiktive mit dem Dokumentarischen. Leichtfüßig und beschwingt stellt sich die kleine Marjane dem Terror und dem Leid ihrer Umwelt entgegen, doch wird sie zur Sicherheit ins Exil nach Wien geschickt. Den kulturellen Unterschieden ausgesetzt und in ständiger Zerrissenheit zwischen der Liebe zu ihrer Heimat und den eigenen, schmerzvollen Lebenswegen zieht es sie wieder zurück in den Hort ihrer Familie im Iran, wo sie ihren Widerstand noch entschlossener und selbstironischer fortsetzt.

Filmemacher Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi

Kongenial verbinden sich in dieser realen Geschichte Traurigkeit und Isolation mit Lebensfreude und Leichtigkeit. Die Bewahrung der inneren Integrität und die Kraft der Familienbande ziehen sich als Quintessenz durch diesen zutiefst berührenden Film, der die Antworten auf die kontroversen moralischen Fragen dem Zuschauer überlässt und diesen noch lange nach dem Abspann gefesselt hält.

seit 20.11., Passage Kinos, Uhrzeiten: http://www.kreuzer-leipzig.de/film
Film

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